Pioneers zahlen erneut Lehrgeld

Ein später Doppelschlag der Grazer zerstörte Feldkirchs Hoffnung auf die ersten Punkte
Feldkirch Der 19-jährige Ben Summer konnte seine Enttäuschung kurz nach der Schlusssirene nicht verbergen. Die Pioneers Vorarlberg verloren am Samstagabend das Duell gegen den amtierenden Meister Graz99ers mit 1:3. „Die Niederlage schmerzt, weil die Partie erst in den letzten Minuten kippte und wir uns gegenüber dem Villach-Spiel deutlich gesteigert hatten“, bilanzierte der junge Angreifer. Für Summer und seine Teamkollegen bedeutete das 1:3 die zweite Niederlage im zweiten Saisonspiel.
Sportdirektor Michael Lampert zog ein ernüchterndes Fazit: „Wir wollten an diesem Wochenende punkten und stehen ohne Zähler da. Das schmerzt. Unsere Mannschaft zahlt derzeit noch Lehrgeld, zeigt aber sichtbare Lernfortschritte.“

Caffi hält das Match lange offen
24 Stunden nach dem 1:2 gegen Villach begleiteten gedämpfte Erwartungen der rund 1200 Fans in der Vorarlberghalle die Hausherren aufs Eis. Der Meister aus der Steiermark drückte von Beginn an aufs Tempo und stellte klar, dass er das Ländle mit drei Punkten verlassen wollte. Allerdings agierten die Feldkircher im Vergleich zum Vortag spürbar konzentrierter, vermieden leichtfertige Scheibenverluste in der neutralen Zone und verteidigten geschickt. „Dieses Doppelprogramm diente den vielen neuen Spielern in unserem Team als wichtiger Gradmesser. Das Tempo und die Intensität der Liga lassen sich in der Saisonvorbereitung nicht simulieren, nun weiß jeder exakt, worauf es ankommt“, betonte Goalie Alex Caffi. Der 36-jährige Routinier lief gegen die Murstädter zur Höchstform auf und hielt sein Team mit starken Paraden über 55 Minuten im Spiel.

Ein Grazer Doppelschlag (55./56.) in der Schlussphase brachte die Montfortstädter schließlich auf die Verliererstraße. Zwar verkürzte Blake Murray in der 58. Minute in Überzahl nochmals auf 1:2, doch knapp 30 Sekunden später lupfte Josh Currie den Puck aus dem eigenen Drittel ins leere Pioneers-Tor.
Überzahlspiel als Baustelle
„Wir spielten inklusive Vorbereitung erst zum siebten Mal zusammen. Defensiv stehen wir schon ganz ordentlich, unser größtes Manko liegt am anderen Ende des Eises“, sprach Caffi Klartext. Den Pioneers fehlte schlicht die Durchschlagskraft vor dem gegnerischen Gehäuse. Trotz guter Phasen nutzten die Montfortstädter lediglich eine von sieben Powerplay-Möglichkeiten gegen die Gäste. Zählt man die sechs vergebenen Überzahlspiele gegen Villach hinzu, steht eine magere Ausbeute von 1 aus 13 zu Buche.

„Das müssen wir schnellstmöglich abstellen“, forderte Lampert. Ein Sonderlob verteilte der Sportdirektor hingegen an das Unterzahlspiel: „Vier Unterzahlsituationen gegen den Meister schadlos zu überstehen, spricht für den Charakter des Kaders. Diese konsequente Schussblock-Mentalität hat mir gefallen.“
Nach einem trainingsfreien Sonntag richten die Feldkircher den Fokus voll auf die nächste Heimaufgabe: Am Mittwoch (23. September) nehmen die Pioneers in der Vorarlberghalle gegen Liga-Neuling HC Milano den nächsten Anlauf auf die ersten Saisonpunkte. ABR