“Wie ein Fiat 500 gegen einen Ferrari”

Enttäuschung über Niederlage gegen LASK hält sich in Lustenau in Grenzen. Dennoch ist man gewarnt.
Lustenau Austria Lustenaus Trainer Markus Mader war nach der 0:4-Heimniederlage gegen den LASK zwar nicht “amused”, am Boden zerstört war er aber auch nicht. Schließlich hatten seine Schützlinge dem haushohen Favoriten zumindest eine Halbzeit lang Paroli geboten. “In Summe gesehen haben meine Jungs alles hineingeworfen, diesbezüglich darf man ihnen überhaupt keinen Vorwurf machen. Am Ende hat sich eben die größere Klasse durchgesetzt”, bilanzierte Mader.

Die in den vergangenen Wochen einstudierte Fünferkette wusste vor allem in den ersten 45 Minuten zu gefallen. Kapitän Matthias Maak hielt die Abwehr zusammen, auch die Offensivkräfte arbeiteten konsequent nach hinten. Dazu präsentierte sich Goalie Domenik Schierl in bestechender Form. Der LASK dominierte zwar, fand aber zunächst kein Durchkommen.
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Kalajdzic bricht den Bann
Nach 56 Minuten war der Bann allerdings gebrochen. Melayro Bogarde bediente Sasa Kalajdzic mit einem Traumpass, der ÖFB-Teamstürmer hob den Ball über Schierl zum 1:0 ins Netz. Robin Voisine hatte zuvor die Abseitsstellung aufgehoben. “Und dann stehen wir plötzlich einen Ticken zu hoch, die Abseitsfalle schnappt auch nicht zu und wir sind im Rückstand”, ärgerte sich Mader.

Nur neun Minuten später war die Partie entschieden. Samuel Adeniran vollendete einen mustergültigen Konter zum 2:0. “Die Szene zum 2:0 war bezeichnend. Der LASK hat Gas gegeben und wir konnten nicht mehr mithalten. Das war wie ein Duell Fiat 500 gegen einen Ferrari. Wir waren die im Fiat”, brachte es Mader auf den Punkt.
Acht Gegentore geben zu denken
Die beiden weiteren Gegentreffer zum 0:3 und 0:4 sorgten beim Austria-Coach für zusätzlichen Gesprächsstoff. “Wir haben jetzt in zwei Spielen nach der Länderspielpause acht Gegentore erhalten, stehen bei insgesamt 19. Das ist eindeutig zu viel, gibt uns einiges zum Nachdenken.”

Dennoch will Mader die Fünferkette nicht infrage stellen. Die defensiven Ansätze gegen den Favoriten hätten durchaus gepasst. Vielmehr gelte es, an den Umschaltmomenten zu arbeiten und die Abwehr durch mehr offensive Entlastung zu unterstützen.
Schwierige Wochen stehen bevor
Die Situation im Lustenauer Lager bleibt angespannt. Mit den Auswärtsspielen bei Rapid und Salzburg sowie dem Heimspiel im ÖFB-Cup gegen Sturm Graz warten gleich drei schwere Aufgaben. Besonders schmerzen die zuletzt liegengelassenen Punkte gegen direkte Konkurrenten. “Wir knabbern nun an den Niederlagen gegen die direkten Gegner WSG Tirol, Grazer AK und auch Austria Wien. Diese Zähler fehlen uns jetzt immens, machen die Situation brisant.”
Mader weiß damit, dass sich seine Mannschaft trotz guter defensiver Phasen steigern muss. Denn gegen die kommenden Gegner wird es nicht reichen, nur eine Halbzeit lang dagegenzuhalten.