Österreichs “Team des Jahres” kommt nach Lustenau

Austria empfängt am Samstag, 17 Uhr, mit LASK Linz den Doublesieger und Champions-League-Teilnehmer.
Lustenau Große Worte bedarf es vor dem Duell der neunten Runde in der Admiral Bundesliga zwischen Austria Lustenau und LASK Linz ob der Rollenverteilung nicht. Die ist glasklar. Die Grün-Weißen fordern als Aufsteiger den Meister und ÖFB-Cupsieger LASK Linz eindeutig als der große Underdog.
Dass die Stahlstädter noch dazu als Champions-League-Teilnehmer und frisch gebackenes “Team des Jahres in Österreich” ins Ländle reisen, unterstreicht den Faktor “David gegen Goliath” nochmals. Ob es für die Lustenauer das “Spiel des Jahres” sei, ließ Trainer Markus Mader offen, vielmehr konzentrierten sich er und seine Mannschaft auf die eigene Performance unter der Woche. Denn die 3:4-Niederlage letzte Woche beim TSV Hartberg schmerzt. Zumal man sich von Seiten der Lustenauer in der Oststeiermark einiges ausgerechnet hatte, vor allem mit Hinblick auf die harten anstehenden Gegner der nächsten Wochen.

Vertragsverlängerung für französisches Duo
“Das war eine Niederlage, die schon geschmerzt hat”, so Mader. Deswegen, aber auch der Schwere der Partie gegen den LASK geschuldet, wird die Austria gegen den Meister wohl etwas verändert starten. Die in den letzten Wochen einstudierte defensivere Ausrichtung soll der Austria helfen. Als Blaupause nimmt Mader das Testspiel gegen Schalke her, da agierte die Mannschaft aus einer Dreierkette heraus. “Es ist in meinen Augen der perfekte Zeitpunkt, es einmal auf diese Weise zu probieren. Denn eines ist klar: Jedes andere Ergebnis als ein Sieg des LASK ist eine Sensation”, so der Cheftrainer, der einzig auf den angeschlagenen Sacha Delaye, der genau wie Robin Voisine seinen Vertrag in Lustenau verlängert hat, verzichten muss.
Austrias Defensivcoach kennt die Linzer
Einer, der mit an der wohl etwas defensiveren Taktik gegen den LASK gefeilt hat, ist Georg Margreitter. Der 37-Jährige ist seit Sommer als Individual-Trainer bei Grün-Weiß, hat zudem eine Vergangenheit mit dem LASK. 2007 wechselte der damalige Abwehrspieler direkt aus der Akademie Vorarlberg zum Linzer Traditionsverein, stand dort drei Jahre unter Vertrag, ehe er 2010 zur Wiener Austria wechselte.

Seitdem ist viel Wasser die Donau hinabgelaufen in Linz, der Verein hat sich zu einem Spitzenklub Österreichs entwickelt. “Lustig, diesen Fakt habe ich gar nicht im Kopf gehabt. Gut, dass die VN mich daran erinnert”, lacht der 37-Jährige im VN-Gespräch. Zu lange ist es für den ehemaligen Verteidiger her, dass er in der Stahlstadt auflief, “und kennen tu ich auch keinen mehr vom Klub, so wie er heute dasteht. Aber Hut ab, wie sich der Verein entwickelt hat. Der LASK war immer schon ein schlafender Riese. In den letzten Jahren wurde dieser aufgeweckt.”
Emotionale Highlights als Chance für Austria
Ob es ein Vorteil werden könne, dass die Linzer, die schon seit fünf Pflichtspielen ohne vollen Erfolg dastehen und voll im Königsklassenmodus stehen (nächsten Dienstag geht es zu Sporting Lissabon), will Margreitter gar nicht wegdiskutieren: “Sie hatten am Mittwoch ein emotionales Highlight mit dem Spiel gegen Liverpool, das nächste steht gleich wieder an. Das ist vom Kopf her keine leichte Sache. Das kann unsere Chance sein. Aber dafür müssen wir als gesamtes Team kompakt aggressiv auftreten und den LASK-Spielern keine Luft zum Atmen geben. Passivität von unserer Seite wäre fatal. Denn dann ist deren Qualität einfach zu groß”, so Margreitter über ein etwaiges Mittel für die ganz große Sensation.