SW Bregenz scheidet mit erhobenem Haupt aus

Die Schwarz-Weißen verlangten dem großen Favoriten Red Bull Salzburg beim 2:3 im ÖFB-Cup alles ab. Eine kämpferische Glanzleistung blieb unbelohnt.
Bregenz Am Ende fehlte nicht viel zur großen Sensation. Mit unbändigem Kampfgeist, Leidenschaft und einer gehörigen Portion Moral brachte SW Bregenz den haushohen Favoriten Red Bull Salzburg in der dritten Runde des ÖFB-Cups an den Rand einer Verlängerung. Erst nach 90 intensiven Minuten durften die Mozartstädter vor rund 1600 Zuschauern im ImmoAgentur Stadion über einen hart erkämpften 3:2-Erfolg jubeln.

Dabei begann es für die Elf von Trainer Martin Brenner alles andere als nach Wunsch. Gerade einmal 90 Sekunden waren gespielt, als Karim Konate die Bregenzer Defensive aushebelte und unter Mithilfe von SWB-Goalie Peter Aizawa zum 1:0 einschob. Zu allem Überdruss musste Joao Cesco verletzt vom Feld.
Bregenz legt Respekt ab
Die Hausherren agierten zunächst wie das Kaninchen vor der Schlange. Konate (12.) und Yorbe Vertessen, der per Kopf nur die Stange traf (23.), hätten frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen können. Doch nach rund 20 Minuten legten die Bregenzer ihren Respekt ab. Nach einer sehenswerten Kombination über Lars Nussbaumer traf Genta Omotehara aus spitzem Winkel zum umjubelten 1:1 (32.).
Fußball, ÖFB-Cup, dritte Runde
SW Bregenz – RB Salzburg 2:3 (1:2)
Bregenz, ImmoAgentur Stadion, 1680 Zuschauer, SR Achim Untergasser
Torfolge: 2. 0:1 Konate, 32. 1:1 Omotehara, 43. 1:2 Vertessen, 53. 1:3 Lainer, 60. 2:3 Cecchini
Gelbe Karten: Zaizen, Gabryel, William bzw. Diakite, Tabakovic
SW Bregenz: Aizawa; Cesco (3. Kelly), William, Rodrigo; Dantas (81. Marceta), Cecchini (88. Maksimovic), Nussbaumer, Gabryel, Araki (88. Davies); Zaizen (88. Saito), Omotehara
Plötzlich boten die Schwarz-Weißen dem Bundesligisten die Stirn. Bitter nur, dass Vertessen mit einem abgefälschten Schuss noch vor der Pause die erneute Salzburger Führung besorgte.
Mit Leidenschaft zurückgekämpft
Als Stefan Lainer nach 56 Minuten, erneut unter Mithilfe von Aizawa, per Kopf auf 3:1 stellte, schien die Partie entschieden. Doch wer glaubte, die Bregenzer würden sich ihrem Schicksal ergeben, wurde eines Besseren belehrt.
Nur sechs Minuten später stocherte Mateus Cecchini nach einem Eckball den Ball zum 2:3 über die Linie. Jetzt war richtig Feuer im Spiel. Bregenz warf sich in jeden Zweikampf, hielt körperlich dagegen und brachte die Salzburger zunehmend in Bedrängnis. Kapitän William hatte nach einem Eckball sogar den Ausgleich auf dem Fuß, verzog volley aber knapp (71.).

Salzburg-Coach Danny Röhl reagierte und brachte Torjäger Haris Tabakovic. Doch statt einer endgültigen Entscheidung entwickelte sich ein packender Cup-Fight.
Bis zur Erschöpfung gekämpft
Die Schlussminuten gehörten den Hausherren. Während Salzburg nur noch das Ergebnis über die Zeit retten wollte, mobilisierten die Bregenzer ihre letzten Kräfte. Trotz Krämpfen warfen sich die Spieler in jeden Ball, kämpften um jeden Zentimeter Rasen und wollten die Verlängerung mit aller Macht erzwingen.

Auch die Emotionen kochten hoch, William und Tabakovic gerieten aneinander. Am Ergebnis änderte das nichts mehr. Salzburg rettete den knappen Vorsprung mit großer Mühe über die Zeit.
Für Bregenz endete damit zwar die Cup-Reise, doch die Schwarz-Weißen verabschiedeten sich mit erhobenem Haupt. Der große Favorit war weiter, der Außenseiter durfte sich dennoch als moralischer Sieger fühlen.