“Daki” und Wisla: Das passt

Lustenauer Darijo Grujcic mischt mit Aufsteiger Wisla Krakau die polnische Ekstraklasa auf.
Krakau/Lustenau Für Darijo Grujcic könnte es derzeit kaum besser laufen. Der gebürtige Lustenauer hat sich beim polnischen Traditionsklub Wisla Krakau einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpft. Mit starken Leistungen überzeugte der 27-Jährige auch die Vereinsverantwortlichen, die seinen Vertrag vorzeitig verlängerten. “Der Verein hat die Option auf mich gezogen, also bis 2028. Ich wäre offen für mehr gewesen, aber jetzt gehen wir step by step.”
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Dabei verlief der Start in Polen nicht ganz nach Wunsch. An den ersten vier Spieltagen kam Grujcic nicht zum Einsatz, danach nutzte er seine Chance und etablierte sich in der Startelf. Mittlerweile zählt der Vorarlberger zu den Leistungsträgern des Aufsteigers, der nach zwölf Spieltagen mit 21 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz liegt.
Höhen und Tiefen erlebt
“Ich durchlebe gerade eine tolle Phase und genieße das auch. Denn ich habe es auch schon anders erlebt. Wichtig ist, dass ich gesund und fit bleibe und vor allem an mich glaube”, so Grujcic, der sich auf der halblinken Position in der Innenverteidigung pudelwohl fühlt.

Dass der Linksfuß auch schwierige Zeiten kennt, zeigt sein bisheriger Karriereverlauf. Nach seinen Anfängen beim FC Lustenau 07 und dem FC Dornbirn wechselte er 2018 zu Austria Lustenau. Über Wacker Innsbruck führte sein Weg 2022 zurück zu den Grün-Weißen, mit denen er zwei Bundesligasaisonen absolvierte. Nach dem Abstieg 2024 wagte Grujcic bei Fortuna Sittard in den Niederlanden den Schritt ins Ausland, kam dort aber nur auf 14 Ligaeinsätze. Im Sommer 2025 folgte der Wechsel zu Wisla Krakau.
Polnisch-Unterricht inklusive
Mittlerweile hat sich der 27-Jährige auch abseits des Rasens bestens eingelebt. “Ich bin voll angekommen hier, fühle mich richtig wohl hier. Seit vier Monaten besuche ich jetzt sogar einen Polnisch-Unterricht.”

Besonders die Fußballbegeisterung hat es dem Vorarlberger angetan. “Die sind ein Wahnsinn. Bei jedem Heimspiel überraschen die mich mit einer Choreografie aufs Neue. Wie die hinter Wisla stehen, ist großartig.”
Stadtderby als großer Höhepunkt
Und diese Begeisterung wird Grujcic in den kommenden Wochen hautnah erleben. Am Samstag gastiert Wisla beim Tabellenführer Lech Posen, wo eine beeindruckende Kulisse wartet. “Da werden 45.000 Fans gegen uns sein.”
Doch der eigentliche Höhepunkt folgt eine Woche später. Am 7. November steigt das große Krakauer Stadtderby gegen Cracovia. Seit über 100 Jahren verbindet die beiden Traditionsvereine eine erbitterte Rivalität. Das als “Heiliger Krieg” bekannte Duell elektrisiert die gesamte Stadt, für viele Anhänger zählt ein Sieg gegen den Erzrivalen mehr als die Tabellenplatzierung. Entsprechend groß ist die Vorfreude beim ehemaligen Lustenauer. “Darauf fiebern alle in der Stadt schon hin. Ich glaube, das wird ein Match, das ich nie vergessen werde.”

Trotz der Euphorie bleibt Grujcic auf dem Boden. Schließlich weiß er, wie schnell sich das Blatt im Profifußball wenden kann. Umso mehr genießt er derzeit die Wertschätzung in Krakau. Mit der Vertragsverlängerung bis 2028 hat er jedenfalls die Grundlage geschaffen, seine Erfolgsgeschichte in Polen fortzusetzen.