“Vielleicht der wichtigste Schritt meiner Karriere”

Sport / 30.10.2026 • 13:00 Uhr
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So kennt man Haris Tabakovic: beim Jubel über einen Treffer. Am Sonntag trifft der 32-Jährige mit RB Salzburg auf Ex-Klub Austria Lustenau. gepa

Salzburg-Stürmer Haris Tabakovic trifft am Sonntag auf seinen Ex-Klub Austria Lustenau. Der 32-Jährige blickt auf eine prägende Zeit im Ländle zurück.

Salzburg Wenn am Sonntag der FC Red Bull Salzburg in der heimischen Arena Aufsteiger Austria Lustenau empfängt, wird es für einen Spieler der Hausherren eine ganz besondere Begegnung. Haris Tabakovic trifft auf jenen Verein, bei dem seine Karriere nach schwierigen Jahren wieder richtig Fahrt aufgenommen hat. Der mittlerweile 32-jährige Stürmer hat seine Zeit im Ländle jedenfalls in bester Erinnerung. “Ich freue mich auch schon auf diese Partie. Denn zur Austria Lustenau in die zweite Liga zu gehen, war damals ein richtiger Schritt nach schwierigen Jahren davor. Ich konnte in der Zeit viel Selbstvertrauen tanken, habe meinen Körper aufgebaut und mich insgesamt sehr gut weiterentwickelt. Das hat sich dann auch in den Leistungen widergespiegelt.”

Letzte Chance im Profifußball

Dabei war damals alles andere als absehbar, dass der Weg des gebürtigen Schweizers, der heute für Bosniens Nationalteam spielt, noch einmal derart steil nach oben führen würde. Vielmehr stand Tabakovic an einem entscheidenden Punkt seiner Laufbahn. “Und genau deshalb war das vielleicht der wichtigste Schritt in meiner Karriere. Er hat sich auch angefühlt wie der letzte. Denn die Frage war für mich damals, ob es mit dem Profifußball klappt oder ob ich wieder zurück in die Schweiz gehe und einer normalen Arbeit nachgehe. Die Nähe zu meiner Heimat, zur Familie, zu den Freunden war damals wichtig, denn der Gedanke, dass es der letzte Schritt im Fußball sein könnte, war da.”

"Vielleicht der wichtigste Schritt meiner Karriere"
Von Lustenau ging es zur Wiener Austria, dann nach Berlin zur Hertha, weiter zur TSG Hoffenheim und Borussia Mönchengladbach. gepa

Doch statt die Fußballschuhe an den Nagel zu hängen, fand der Angreifer in Lustenau wieder zu alter Stärke zurück. Vor allem das Vertrauen in den eigenen Körper, das durch Verletzungen gelitten hatte, kehrte Schritt für Schritt zurück. Ein Prozess, der viel Geduld und harte Arbeit erforderte.

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“Es war weniger ein einzelner Moment als vielmehr ein Prozess, der tägliche Arbeit erfordert hat. Verletzungen können dir schnell den Glauben an dich selbst nehmen. In Lustenau habe ich wieder Vertrauen in meinen Körper gewonnen, viele Tore erzielt und auch privat lief es gut. Sportlich steckten wir allerdings im Abstiegskampf, obwohl wir eigentlich oben mitspielen wollten. Da fragst du dich natürlich, ob sich die Möglichkeit für den nächsten Schritt ergibt. Die kam zunächst nicht. Also bin ich bei Austria Lustenau geblieben und habe weiter auf meinen Weg vertraut. Die zweite Saison war dann überragend: Wir wurden Meister, ich wurde Torschützenkönig, und außerdem habe ich meine Frau kennengelernt. Rückblickend hat mir jeder einzelne Schritt etwas mitgegeben.”

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Salzburger Statement

Mittlerweile ist Tabakovic nach Stationen im Ausland wieder in Österreich gelandet. Seine Verpflichtung durch Red Bull Salzburg sorgte durchaus für Aufmerksamkeit, schließlich setzen die Bullen seit Jahren vor allem auf junge, entwicklungsfähige Spieler. Mit dem routinierten Angreifer haben die Salzburger nun einen anderen Weg eingeschlagen.

"Vielleicht der wichtigste Schritt meiner Karriere"
2024 ehelichte Haris Tabakovic seine langjährige Verlobte Sabrina, die er in seiner Zeit in Lustenau kennengelernt hat. privat/Instagram

“Mit etwas über 30 gehörst du heute fast überall zu den Routiniers. Das habe ich auch in Gladbach erlebt, wo ich der Zweitälteste war. Im Fußball wird derzeit stark auf junge Spieler gesetzt. Deshalb ist es aus meiner Sicht auch ein Statement von Red Bull Salzburg, mit mir einen Ü30-Spieler zu verpflichten. Nach drei Jahren ohne Titel sind die Ziele entsprechend hoch.”

Keine Geschenke für die Austria

Und diese hohen Ansprüche sollen sich am Sonntag auch auf dem Spielfeld widerspiegeln. Trotz seiner Verbundenheit mit Austria Lustenau wird Tabakovic seinem ehemaligen Arbeitgeber keine Geschenke machen wollen. Schließlich gilt es für die Salzburger, ihre bislang makellose Heimbilanz in der Meisterschaft weiter auszubauen.

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Für Austria Lustenau erzielte Haris Tabakovic in 48 Pflichtspielen 46 Tore und lieferte elf Assists. gepa

Dennoch warnt der Angreifer davor, den Aufsteiger aus Vorarlberg zu unterschätzen. “Die Lustenauer haben es als Aufsteiger bisher sehr ordentlich gemacht. Aber klar ist auch, dass wir am Sonntag unserer Favoritenrolle gerecht werden und drei Punkte holen wollen. Wir haben in der Meisterschaft daheim bisher alles gewonnen, das soll auch so weitergehen.”