Deutliches Ergebnis: Pleite für Lustenau in Salzburg

Sport / 01.11.2026 • 16:22 Uhr
Deutliches Ergebnis: Pleite für Lustenau in Salzburg
Die “Bullen” feierten gegen Lustenau wieder einmal einen klaren Erfolg.APA

Die Grün-Weißen kassieren erneut eine klare Niederlage. Die erste Halbzeit war wieder schlecht.

Kleßheim Es gibt Dinge, von denen ahnt man schon im Vorhinein: Das wird unangenehm. Ein Zahnarztbesuch, wenn der Zahn sich schon seit Wochen ein bisschen bemerkbar macht, zum Beispiel. Oder ein Auswärtsspiel bei Red Bull Salzburg. Insbesondere, wenn man Austria Lustenau ist.

In sechs Begegnungen seit der Übernahme Salzburgs durch den Red-Bull-Konzern reichte es für Lustenau nie auch nur für einen Punkt. Im Cup-Achtelfinale 2018 musste sich die Austria nur 0:1 geschlagen geben – sonst schluckte sie mindestens vier Gegentreffer, und erzielte selbst kein einziges Tor. Das Zahnarzt-Szenario traf ein: Lustenau kassierte ein 1:5.

Trainer Markus Mader schickte dieselbe Startelf ins Rennen wie bereits beim 3:2-Cuperfolg gegen den SK Sturm am Donnerstag. Mehrere Spieler, die in dieser Saison bislang zum Startaufgebot gehört hatten, darunter Antonio Verinac, Lord Afrifa und Dion Kacuri, fanden sich – teils auch angeschlagen – nur auf der Bank wieder. Die Gastgeber hingegen setzten nach dem mühsamen 3:2-Sieg unter der Woche bei Zweitligist SW Bregenz wieder auf die erste Garnitur – und Ex-Lustenauer Haris Tabaković in der Spitze.

Deutliches Ergebnis: Pleite für Lustenau in Salzburg
Salzburg konnte schon früh jubeln.APA

Es gelte, den inneren Schweinehund überwinden, gab Mader vor der Partie die Devise aus. Aber der innere Schweinehund zeigte sich recht zahm, das Spiel machte Salzburg. Nach 15 Minuten hatten die Gastgeber bereits 103 angekommene Pässe zu verzeichnen, die Gäste gerade einmal 26. Und auf der Anzeigetafel stand bereits eine 1:0-Führung der “Bullen”. Die hatte Yorbe Vertessen mit einem Schuss von der Sechzehnerkante erzielt, nachdem Lustenau dem Gegner im Zentrum viel zu viel Raum gegeben hatte (12.). Vertessen selbst hatte auch ein bisschen Glück, da noch am Platz zu stehen – zwei Minuten vorher war er mit der offenen Sohle in einen Zweikampf gegen Seydou Diarra eingestiegen und kam mit Gelb davon.

Salzburg blieb weiter am Drücker, Gaoussou Diakite scheiterte aber an Domenik Schierl, der nach einem Konter auch gegen Edmund Baidoo parierte (21.). Aus dem Rückraum traf Bartosz Mazurek nur kurz darauf den Pfosten (26.), den Nachschuss blockte die Austria-Defensive im Verbund. In Minute 27 gelang es ihr nicht, Salzburg zu stoppen. Frans Krätzig dribbelte von rechts ins Zentrum, sein Schuss landete zum 2:0 im Tor. In der Tonart ging es weiter. Ein weiter Ball von Baidoo auf der rechten Seite hebelte Lustenau komplett aus, im Rücken der Abwehr legte Vertessen ab, Tim Drexler platzierte den Ball volley unter der Latte, 3:0 (35.). Den vierten Gegentreffer verhinderte zunächst Schierl gegen Vertessen (39.), kurz darauf stand Vertessen bei einem vermeintlichen Tor im Abseits.

Die einzige gute Nachricht zur Pause: Den gefürchteten Tabaković sah man bis auf einen Kopfball in der Anfangsphase kaum. Schlechte Nachricht: Er hatte genügend Mitspieler, die das kompensierten.

Auch nach der Pause ungefährdet

Pünktlich zur zweiten Halbzeitzog ein Regenschauer über das Stadion, die zwei Neuen bei Lustenau – Dion Kacuri und Alieu Conateh – waren schon klatschnass, bevor sie überhaupt am Feld standen. Auch nach der Pause war die Austria-Defensive voller Lücken, Vertessen verfehlte in Minute 50 knapp.

Deutliches Ergebnis: Pleite für Lustenau in Salzburg
Haris Tabakovic hatten die Lustenauer im Griff, das half aber nur wenig.APA

Die Salzburger kamen immer wieder gefährlich vor das Tor, agierten nach der Pause aber wesentlich inkonsequenter in der Chancenverwertung. Und paradoxerweise konnte die Austria trotz des 0:3-Rückstands offensiv in Erscheinung treten. Kacuri prüfte in Minute 59 Tormann Christian Zawieschitzky, der kurz zuvor eingewechselte Antonio Verinac köpfelte in Minute 65 über das Tor. Aus einem Eckball der Salzburger resultierte dann aber das 4:0 – der Ball sprang an mehreren Spielern vorbei an die Brust von Robin Voisine ins Tor (68.). Das 5:0 durch Abubakr Barry – einem Schuss nach Ballverlust von Albin Gashi am Sechzehner – schraubte das Ergebnis noch einmal hoch, der Ehrentreffer von Gashi zum 5:1-Endstand verkürzte es in der Nachspielzeit noch einmal. Und dass Dominik Weixelbraun nur aufgrund einer Abseitsstellung nicht das 5:2 erzielte, war dann fast schon kurios. In Summe war die Austria aber sehr weit entfernt von einem Punktgewinn.

Für Lustenau gibt es immerhin Licht am Ende des Tunnels: Die Spiele gegen die Top-Teams sind vorerst vorbei. Mit dem GAK und der WSG Tirol warten in den kommenden Spielen Mannschaften, die eher auf Augenhöhe agieren. Dann muss die Austria aber liefern.

ADMIRAL Bundesliga, 11. Spieltag

FC Red Bull Salzburg – SC Austria Lustenau 5:1 (3:0)

Kleßheim, Red Bull Arena; 5.113 Zuschauer; SR Julian Weinberger

Torfolge: 12. 1:0 Yorbe Vertessen, 27. 2:0 Frans Krätzig, 35. 3:0 Tim Drexler, 68. 4:0 Robin Voisine (Eigentor), 82. 5:0 Abubakr Barry, 90./+1 5:1 Albin Gashi

Gelbe Karten: 5. Barry, 10. Vertessen bzw. 51. Kacuri

FC Red Bull Salzburg (4-2-3-1): Zawieschitzky – Drexler, Boma (46. Morgalla), Zabransky, Krätzig (74. Traore) – Barry, Mazurek (46. Diabate) – Baidoo, Diakité (55. Konaté), Vertessen (55. Camara) – Tabaković

SC Austria Lustenau (4-1-4-1): Schierl – Gmeiner (79. Anilson), Maak, Pertlwieser, Soares – Grabher (46. Kacuri) – Weixelbraun, Diarra (61. Voisine), Gashi, Ismailcebioglu (46. Conateh) – Jastremski (61. Verinac)