Wolfgang Vogel: Der Sport, die Familie und seine Schulkinder waren sein Leben

Wolfgang Vogel, einst Hauptschuloberlehrer in Egg und von seinen Enkeln gern als “Opa Coach” bezeichnet, starb wohlumsorgt im Kreis seiner Familie.
Von Veronika Hofer
Egg Das Elternhaus von Wolfgang Vogel steht in Lustenau, direkt vor dem bekannten Stadion an der Holzstraße. Als erstes Kind des Ehepaars Sophia und Franz Vogel (Kolobanos) wurde er am 22. Juli 1944 in Lustenau geboren. Schon früh lernte er, mitanzupacken, sei es in der vom Vater nach dem Krieg wieder zum Leben erweckten Stickerei oder bei der Arbeit auf dem Feld mit dem Großvater. Zum Glück gab es als Lichtblick immer schon das Fußballspielen – es kostete nichts und Mitspieler gab es immer. Für seine Schwestern, die 1951 und 1953 geboren wurden, war er immer “der große Bruder”.

Er besuchte die Volks- und die Hauptschule im Kirchdorf, wobei Deutsch, Geografie und Turnen schon damals seine Lieblingsfächer waren. Einschneidende Erlebnisse waren für “Kolobano Wolfi” sein dreiwöchiger Aufenthalt im Ferienheim Schönebach mit fünf Jahren und die Zeit, die er als Siebenjähriger aufgrund einer ärztlichen Diagnose in der Lungenheilstätte im Hackwald (Ebnit) verbringen musste. Sein schlimmes Heimweh blieb ihm unvergessen. Ein späterer Ferienaufenthalt im Kinderdorf in Au/Rehmen war es aber, der in ihm das Interesse am Beruf des Lehrers weckte. Zwei Lehrer, die dort als Betreuer tätig waren, motivierten ihn zum Besuch der Lehrerbildungsanstalt, die er schließlich von 1958–1964 besuchte.

Volksschullehrer in Lingenau und Gaißau
Seine erste Dienststelle war an der Volksschule Lingenau, wo er drei Jahre gemeinsam die dritte und vierte Schulstufe unterrichtete. Immer öfter konnte man ihn im nahe gelegenen Gasthof Löwen antreffen, wo es ihm die hübsche Wirtstochter angetan hatte. 1967 wurde Wolfgang Vogel an die Volksschule Gaißau versetzt, wo er ebenfalls drei Jahre lang unterrichtete. Im Jahr darauf fand die Hochzeit mit Gertrud Fink statt, und da der junge Lehrer abermals nach Lingenau versetzt wurde, bezog das Paar dort eine Wohnung. Mit der Geburt ihrer Töchter Simone (1970) und Nadja (1973) war ihre Familie komplett. Neben seinem Beruf stellte er seine Arbeitskraft in verschiedensten Nebenerwerbsjobs zur Verfügung, so arbeitete er z. B. beim Bau der Lingenauer Hochbrücke mit.

Übersiedlung nach Egg
1973 trat Wolfgang Vogel seine neue Dienststelle an der Hauptschule Egg an und nach einigen Jahren in der Lehrerwohnung konnte die Familie in das eigene stattliche Haus am Rain einziehen, das mit viel Eigenleistung errichtet wurde. Als Lehrer mit Leib und Seele hat er nicht nur Wissen vermittelt, sondern Begeisterung geweckt: für Sprache, Kunst und Musik, vor allem aber für den Sport. Seine Begabung als Trainer war schon früh zu erkennen: So war er u. a. Trainer bei den Turnern, den Fußballern, beim Volleyball und dem Skiverein. Für den Sport und die Förderung junger Talente war ihm nichts zu viel. Zahlreiche Vereinsgründungen und sportliche Erfolge gehen auf ihn zurück, doch wichtiger als Pokale und Urkunden waren ihm immer die Freude an der Bewegung und der Teamgeist. Auch im Unterricht verband er Disziplin mit Kreativität. Seine musisch-kreative Seite zeigte sich außerdem bei der Mitwirkung im Lehrerdoppelquartett.

Im Jahr 2000 erlitt “der Lehrer Vogel”, wie er von seinen Schülern immer respektvoll genannt wurde, einen Herzinfarkt, der ihn in die Frühpension zwang. Lichtblicke waren in der Folge die sechs Enkelkinder. Wie schon seine Töchter, konnte er auch diese für den Sport begeistern und war stolz auf ihre Leistungen. Zusammenkünfte mit der ganzen Familie genoss er sehr. In den letzten Jahren zog er sich immer mehr zurück und sein Wunsch, daheim sterben zu dürfen, ging am 4. November 2025 in Erfüllung.

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