Nach der Trennung depressiv geworden

06.10.2026 • 13:46 Uhr
Nach der Trennung depressiv geworden
Die Trennung von ihrem Mann war für Angelika Sanli der bisher schwerste Schicksalsschlag.

Angelika Sanli wurde von ihrem Mann nach 24 Jahren Ehe verlassen. Die Trennung stürzte sie in eine tiefe Krise.

Hard Angelika Sanli (63) aus Hard lernte als junge Frau in einer Lustenauer Diskothek einen türkischstämmigen Mann kennen. “Als ich schwanger wurde, haben wir geheiratet.” Nach der Geburt des ersten Kindes schwor sich Angelika: “Das mache ich nie wieder mit.” Heute entlockt ihr das ein Lächeln. Denn Angelika ist stolze Mutter von acht Kindern.

Die langjährige Ehe der Sanlis war gut. “Natürlich gab es auch einige Aufs und Abs in diesen Jahren. Aber insgesamt waren wir glücklich miteinander.” Doch dann der Schock. Nach 24 gemeinsamen Jahren verließ ihr Mann sie. “Er hatte sich in eine jüngere Frau verliebt.” Als er auszog, war Angelika 42 Jahre alt. Das Jüngste ihrer acht Kinder war damals sieben Jahre alt.

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Beim Handarbeiten kann Angelika entspannen.

Die Trennung stürzte die mehrfache Mutter in eine tiefe Krise beziehungsweise in eine schwere Depression. “Ich hatte einen Nervenzusammenbruch.” Drei Monate verbrachte die gesundheitlich schwer angeschlagene Frau im LKH Rankweil. “Ich wollte nicht mehr aufstehen und fühlte mich wie gelähmt. Tagelang habe ich nur geweint.” Die Trennung warf die ganze Familie aus der Bahn. “Es war auch für unsere Kinder schlimm.”

Nach und nach fand Angelika nach dem schweren Schicksalsschlag wieder ins Leben zurück. Sie zog mit zwei ihrer Kinder zurück ins Elternhaus und begann, als Mohi-Helferin zu arbeiten. Beim Verein Omnibus – er vertritt Menschen mit Psychiatrieerfahrung – und Pro Mente – das ist eine Organisation für psychosoziale Unterstützung – fand die Harderin Unterstützung und Freunde. “Wir unternehmen viel zusammen, am liebsten tanze und wandere ich. Auch im Chor singe ich gerne. Das tut meiner Seele gut.”

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Die stolze Großmutter lässt sich gerne mit ihren Enkeln fotografieren.

Sie engagiert sich auch für Menschen, die wie sie vom Schicksal gebeutelt wurden. Zehn Jahre leitete sie die Selbsthilfegruppe “Trennung und Scheidung”. Seit drei Jahren führt die 63-Jährige, die wegen ihrer Depressionen noch immer in Behandlung ist, die Selbsthilfegruppe “Depressionen bewältigen”, die sich jeden dritten Dienstag im Monat um 18 Uhr in Dornbirn (Schlachthofstraße 7c) trifft.

Der Alltag der alleinstehenden Frau ist ausgefüllt. “Mir wird nicht langweilig, zumal ich auch eine große Familie habe.” Der Sonntag ist Familientag. An diesem Tag besuchen sie ihre Kinder. “Es freut mich sehr, dass alle kommen.” Ihre Kinder und ihre sechs Enkel bedeuten ihr alles. “Sie halten fest zu mir.” Angelika hadert heute nicht mehr mit ihrem Schicksal. Sie hat ihrem Ex-Mann verziehen. “Vor zehn Jahren haben wir uns versöhnt.”

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Angelika mit ihrem Enkel Felix. Der Bub ist heute neun Jahre alt.