Wie aus Anti-Faschingsnarren das Bregenzer Prinzenpaar wurde

VN / 02.03.2019 • 14:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mittlerweile ist Elke und Markus Mistura "Angst und Bange" vor dem Faschingsende.
Mittlerweile ist Elke und Markus Mistura „Angst und Bange“ vor dem Faschingsende.

Elke und Markus Mistura setzen dem Bregenzer Fasching die Krone auf.

Geraldine Reiner

Bregenz, Hard Herrschertitel sind für den Europäischen Weinritter Markus Mistura grundsätzlich nichts Neues. Deutlicher weniger am Hut hatten er und seine Frau Elke bis vor Kurzen mit dem Fasching. „Wir waren sogar eher Verneiner von maskieren und schminken.“ Doch das sollte sich Anfang November schlagartig ändern. Es war gegen halb ein Uhr in der Nacht. Markus Mistura schlief bereits, Elke fielen vor dem Fernseher schon fast die Augen zu. „Ich hatte echt Angst, als es um diese Zeit noch geläutet hat“, gesteht die dreifache Mutter. Sie rannte sofort rauf ins Schlafzimmer. Die erste Reaktion ihres Mannes: „Da mache ich nicht auf.“ Als er sich nach dem dritten Klingeln doch noch dazu hinreißen ließ, stand er 22 Männern gegenüber, die verkündeten: „Ore, ore unser neuer Faschingsprinz.“ 

Schockstarre

Für Elke war es ein Riesenschock. „Ich habe nur geplärrt.“ Markus ging es ähnlich: „Ich habe immer gesagt ich mache es nicht“, erzählt der Immobilienexperte und merkt mit einem Schmunzeln an: „Mein Handicap ist, dass ich von den Faschingsprinzen 90 Prozent sehr gut kenne, mit 70 Prozent befreundet bin und wahrscheinlich 68 Prozent meine Kunden sind.“ Den ersten Schock verdauten die beiden gleich anschließend bei ein paar Flaschen Wein im „Hirschen“, der Prozess der Bewusstmachung wurde schön langsam bei der Angelobung am 11.11. eingeleitet. Danach ging es Schlag auf Schlag. Die Rekrutierung des Gefolges stellte noch kein Problem dar. „Unser Ziel waren 70 Leute mit Kindern. Das Ganze hat dann so eine Dynamik angenommen, dass wir bei 90 bremsen mussten“, berichtet der Harder mit Büro in Bregenz. Die Mottosuche legten die Misturas recht bald in die Hände eines Kreativteams. Als irgendwann der Name „König der Löwen und der Immobilien“ fiel, war klar: „Das ist es. Wir haben den Film mit den großen Kindern Tag und Nacht geschaut.“ Richtig verflixt wurde es beim Thema Kostüme. „Es war eine große Herausforderung. Ich habe gefühlte 60 Schneider im Land angerufen und alle haben abgesagt“, beschreibt die 50-Jährige, der am Ende nichts anders übrig blieb, als die Aufträge aufzuteilen. Und dann war da noch der Wagen. Tausende Arbeitsstunden und viel Liebe waren nötig, um den 16-Meter-Auflieger in ein Wohnzimmer mit allem Pipapo zu verwandeln.

Gänsehaut-Faktor

Mittlerweile ist ein Gros der rund 100 Termine absolviert und der 54-Jährige ein wahrer Profi im Redenschreiben. Bei ihrer Einmarschmusik „Ewiger Kreis“ stellt es den närrischen Blaublütern aber noch immer „die Haare auf“. Auch den Fasching finden sie nun „richtig toll“. Besonders beeindruckt sind sie von den Kindern. „Die strahlenden Augen sind einfach das Schönste. Für die bist du wirklich eine Prinzessin“, schwärmt Elke II. und Prinz Ore LXIII. merkt ganz wehmütig an: „Am 11.11. habe ich mir gedacht, warum kann nicht schon Aschermittwoch sein. Jetzt ist uns Angst und Bange vor dem Ende.“

Zur Person

Markus Mistura

Geboren 10. Dezember 1964

Beruf seit 1991 im Immobiliengeschäft, seit 1998 selbstständig

Familie verheiratet mit Elke, drei Kinder (26, 22 und 8)

Hobbys Pfänder, Wein, Radfahren

Elke Mistura

Geboren 9. April 1968

Beruf Angestellte („Kleiner Sagmeister“)

Hobbys Skifahren, Pfänder, Städtereisen