Rüdisser zum Stadttunnel: „Wir fangen jetzt an“

VN / 24.06.2019 • 20:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach dem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts starten die Vorarbeiten für Feldkircher Stadttunnel unverzüglich. LAND VORARLBERG
Gernot Schweigkofler

Feldkirch Das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) hat das UVP-Genehmigungsverfahren für den Stadttunnel Feldkirch am Freitag bestätigt. Für das Land der Startschuss, um die Arbeiten anlaufen zu lassen. „Die Menschen warten schon lange auf eine Entlastung, jetzt müssen wir alles tun, um das rasch umzusetzen“, erklärt Landestatthalter Karlheinz Rüdisser. Auch wenn es möglicherweise noch zu Einsprüchen der Tunnelgegner komme, werde man jedenfalls umgehend die Arbeit aufnehmen. Denn es gebe keine aufschiebende Wirkung mehr.

Ab Juli wird etwa mit der Beweissicherung für die Lufthygiene gestartet. Außerdem werden die letzten offenen Grundablösen verhandelt, 95 Prozent der Grundstücke hat man sich bereits gesichert. Die Ausschreibung für die Umlegung der L 191 wird ebenfalls bald erfolgen, beim Schulbrüder-Areal wird die Straße Richtung Carinagasse verlegt. „Die meisten Arbeiten werden in der schulfreien Zeit durchgeführt, deshalb können wir das nicht mehr heuer angehen“, erklärt Rüdisser. Weitere geplante Maßnahmen sind die Errichtung von Lärmschutzwänden in Fellengatter. „Auch der Erkundungsstollen Altstadt wird noch heuer ausgeschrieben“, erklärt Rüdisser, „hier sollen die Arbeiten 2020 starten.“ Im Bereich der Ill wird noch heuer eine Steinmauer errichtet, hier wird eine Weiche eingebaut, um den Aushub mit der Bahn abzutransportieren. Laut Land spart man sich so an die 100.000 Lkw-Fahrten ein.

Der größte Ausschreibungsbrocken, der Bauabschnitt 1, wird ebenfalls vorbereitet. Dabei geht es um die drei Tunnelarme zwischen der Felsenau, Tisis und der Altstadt zum unterirdischen Kreisverkehr. Die Ausschreibung soll 2020 erfolgen, danach wird auch bei den Projektkosten mehr Klarheit herrschen. Aktuell geht man von 250 Millionen Euro aus.

Rauch bremst

„Es gibt keinen Grund für Hektik“, ist Landesrat Johannes Rauch (Grüne) anderer Meinung als sein Regierungskollege. Er glaubt, dass es falsch wäre,  ein nicht letztinstanzlich abgeschlossenes Verfahren rasch voranzutreiben und mit den Arbeiten zu starten. Die Grünen stünden aber dazu, wie vereinbart das Verfahren abzuschließen. „Das Projekt war aber nie meine Lieblingslösung“, erklärt Rauch. Aus Kostengründen würde er eine kleine Tunnellösung („Bypass“ von der Felsenau nach Tisis) bevorzugen.

Landeshauptmann Markus Wallner kündigte an, in der heutigen Regierungssitzung über das Thema zu sprechen. Es werde aber vor allem die nächste Regierungsperiode betreffen, da dann die Realisierung der ersten Bauetappe anstehe.

Reaktionen aus Feldkirch

Große Freude herrscht beim Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt: „Nach drei Jahrzehnten ist die Lösung in Griffweite.“ Er wolle sofort starten, die Bevölkerung erhalte endlich die dringend notwendige Verkehrsentlastung. Die Stadt habe viele Hausaufgaben bereits gemacht, der Umsetzung des Projekts stehe nichts mehr im Wege.

Verhaltener ist die Reaktion der grünen Stadträtin und Tunnelkritikerin Marlene Thalhammer. Sie kritisiert, dass es keine Lösung für den Lkw-Stau in Tisis gebe, diese müsse aber bis zur Tunneleröffnung her. Es brauche jedenfalls einen Lkw-Warteplatz vor dem Tunnel, der Tunnel sei hier keine Lösung. In der Plattform der Tunnelgegner würde man diese Woche beraten, wie es weitergehen wird, erklärt Thalhammer zudem.