Lustenau plant nächsten Bildungscampus

VN / 05.11.2022 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die teilnehmenden Architektinnen und Architekten bei der Besichtigung vor Ort. <span class="copyright">Gde</span>
Die teilnehmenden Architektinnen und Architekten bei der Besichtigung vor Ort. Gde

Campus Mühlefeld soll zwischen Gymnasium und Sportpark entstehen.

Lustenau Die Marktgemeinde Lustenau plant einen weiteren Standort, an dem mehrere Bildungseinrichtungen zusammengezogen werden, einen „Campus“ Mühlefeld zwischen Gymnasium und Sportpark.

Geplant ist der Bau einer fünften Volksschule und ein Kinderhaus mit Kleinkinderbetreuung und Kindergarten. Kürzlich nahmen 32 Architektenbüros am Hearing mit Geländebesichtigung für den Architekturwettbewerb teil.

Mit dem Bildungscampus Mühlefeld soll nicht nur in pädagogischer Hinsicht ein Vorbildprojekt realisiert werden, heißt es aus dem Rathaus. Die Baufläche umfasst rund 6600 Quadratmeter und die Anforderungen für dieses Großprojekt seien umfangreich. Aus städtebaulicher Hinsicht stellen ressourcenschonender Umgang mit Bauflächen und Klimaneutralität die 32 Wettbewerbsteilnehmer vor eine Herausforderung. „Die Planung muss flächensparend und vorausdenkend zugleich sein, damit die restlichen Außenflächen im Bedarfsfall auch als Ausbauflächen betrachtet werden können“, erklärt Architekt Matthias Hein, der den Architekturwettbewerb begleitet. Bürgermeister Kurt Fischer ergänzt: „Mit dem neuen Campus sollen Synergien mit dem Bundesgymnasium, dem Sportpark und der Nachbarschaft entwickelt werden.“

Kinderhaus zuerst

Der Bau des Kinderhauses mit sechs Gruppen ist aufgrund der demografischen Entwicklung sehr dringlich, weshalb dieses in der ersten Bauetappe noch vor der Volksschule realisiert werden soll, heißt es von der Gemeinde. Zusätzlich wird eine Doppelturnhalle über bestehendem Grund errichtet. Das Kinderhaus und die Volksschule sollen als „gemeinschaftlicher Raum“ im Campus funktionieren, deren Unterscheidung jedoch klar ersichtlich sei. „Zonen statt Zäune“ sollen die unterschiedlichen Aufsichtspflichten für das Personal von Kinderhaus und Volksschule auf den Außenflächen gewährleisten.

Kurze Wege und viel Freiraum

Das Kinderhaus wird unter einer Leitung sechs Kleinkindergruppen und vier Kindergartengruppen beherbergen. „Alle Kinder sollen spüren, dass es ein Haus ist. Mit genügend Garten- und Terrassenflächen. Wir möchten kurze Wege innerhalb des Kinderhauses für das Zusammensein zwischen Kleinkindern und Kindergartenkindern. Es wird auch für alle Kinder eine gemeinsame Pause im Kinderhaus möglich sein“, erläutert die Leiterin vom Familienservice Lustenau, Lisa Kempter. Das Planungskonzept sieht eine Ganztagsbetreuung vor.
Christoph Wund, Direktor der Volksschule Kirchdorf, präsentierte den zuhörenden Architekten das Konzept für die neue Volksschule. „Bei 16 Klassen mit rund 350 Kindern ist uns wichtig, vier Lernhäuser mit vier Klassen zu schaffen, die identitätsstiftend sind und das Gemeinschaftsempfinden stärken“, sagt er. Dazu gehört ein Gemeinschaftsraum für alle Schülerinnen und Schüler in dem beispielsweise auch die Möglichkeit zum Spielen oder Feiern besteht. Es sollen Arbeitsplätze und ein Aufenthaltsraum für das Lehrpersonal geschaffen werden.

Verkehrsberuhigter Campus

Nach dem Hearing lud Bürgermeister Kurt Fischer die Teilnehmer des Architekturwettbewerbs zur Geländebesichtigung. Der Bildungscampus soll zukünftig frei von motorisiertem Verkehr sein. Die Einfahrt für Einsatz-, und Lieferfahrzeuge in den Campus wird lediglich über eine 3,5 Meter breite Fahrspur möglich sein. Auch an der Mühlefeldstraße soll eine neue Begegnungszone für mehr Sicherheit der Kinder und Jugendlichen sorgen. Nach der Besichtigung erhielten die Architekten Modelle des Bauabschnitts. Am Wettbewerb teilnehmen dürfen nur jene Architektenbüros, die für das Hearing auch registriert waren und teilgenommen haben.

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