Nach Amokdrohung folgt die Aufarbeitung

VN / 14.11.2022 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nach Amokdrohung folgt die Aufarbeitung
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An der Mittelschule Dornbirn-Haselstauden kehrt langsam wieder Normalität ein.

Dornbirn Ein Team aus Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen unterstützt Kinder, Eltern und Lehrer bei der Aufarbeitung der Geschehnisse vom Freitag. “Es ist inzwischen wieder relativ viel Normalität eingekehrt”, berichtete Mittelschuldirektor Wilfried Ederer drei Tage nach dem Vorfall.

Direktor Wilfried Ederer reagierte am Freitag sehr besonnen.<span class="copyright"> VN/Mef</span>
Direktor Wilfried Ederer reagierte am Freitag sehr besonnen. VN/Mef

Am Wochenende gab es wie berichtet für Eltern und Kinder Unterstützung seitens des Kriseninterventionsteams. “Heute wurden noch einmal die Sorgen der Kinder aufgefangen. Die Klassenvorstände waren da und auch Psychologen”, berichtet der Schulleiter und fügt hinzu: “Kinder sind in Akutsituationen enorm gefasst.” Am Mittwoch soll es dann Gespräche mit Lehrern, Eltern, Psychologen und Sozialkräften geben.

Professionell agiert

Grundsätzlich habe die Alarmkette nach dem Anruf bestens funktioniert und die Einsatzkräfte hätten höchst professionell agiert, sagt der Schulleiter. Wie sich im Zuge der Ermittlungen herausgestellt hatte, war es ein 16-jähriger Burgenländer, der den Amoklauf angekündigt hatte. Die Ermittler des Landeskriminalamts konnten den Burschen rasch ausforschen. “Ich hoffe, dass er auf jeden Fall daraus gelernt hat, dass man auch mit unterdrückter Nummer erwischt wird”, sagt Ederer.

Nach der Entwarnung konnten die Eltern ihre Kinder wieder in die Arme schließen. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
Nach der Entwarnung konnten die Eltern ihre Kinder wieder in die Arme schließen. VN/Steurer

Dem Anrufer droht nun vermutlich nicht nur eine Haftstrafe, sondern auch hohe Kosten dürften auf ihn zukommen. Unter anderem rückte die Sondereinheit Cobra der Polizei an. Außerdem wurden sämtliche verfügbaren Polizeikräfte im und rund um den Bezirk Dornbirn aufgeboten und Straßen im Rahmen des Einsatzes gesperrt.

An der Mittelschule Dornbirn-Haselstauden werden diese Woche die Geschehnisse vom vergangenen Freitag aufgearbeitet. <span class="copyright">VN/Steurer</span>
An der Mittelschule Dornbirn-Haselstauden werden diese Woche die Geschehnisse vom vergangenen Freitag aufgearbeitet. VN/Steurer

Auf Nachfrage der VN bei der ermittelnden Landespolizeidirektion Burgenland hieß es am Montag, dass die Erhebungen noch im Gange seien und über die Person des tatverdächtigen Drohanrufers und dessen Motiv noch keine Informationen bekannt gegeben würden.

“Der Bursche wollte vielleicht gar nichts Böses und der Anruf war unbedarft”, sagt Ederer im Hinblick auf einen möglichen Faschingsscherz. “Er dürfte aber sehr überrascht gewesen sein, als ihn die Polizei erwischt hat.”

Gut aufgehoben

Trotz allem versucht der Direktor der Situation noch etwas Positives abzugewinnen: “Gemeinsam mit dem Klassenvorstand wachsen die Schüler zusammen. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Kinder gut aufgehoben sind, gerade in Stresssituationen.” VN-MEF, GS

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