WC war besetzt: Was dann passierte . . .

VN / 10.01.2023 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
So richtig einsichtig zeigte sich der Angeklagte erst bei der Verhandlung vor Gericht. <span class="copyright">Eckert</span>
So richtig einsichtig zeigte sich der Angeklagte erst bei der Verhandlung vor Gericht. Eckert

Betrunkener Schweizer legte sich nach Fußballspiel auch mit der Polizei an. Ein Fall für das Gericht.

Feldkirch Im Juli gab es in Meiningen ein Fußballspiel, welches etliche Fans anlockte. Am Abend wurde reichlich getrunken. Schließlich musste ein 25-jähriger Angestellter aus der Schweiz auf das WC. Er begab sich in die Kabine, schloss die Tür und vergaß dabei allerdings, das Schloss zu verriegeln.

Ein anderer Fußballfan verspürte zur selben Zeit ebenfalls ein dringendes Bedürfnis und wollte auch in das WC. Er öffnete die Tür, weil ja nicht zugesperrt war. Das erboste den überraschten Eidgenossen dermaßen, dass er dem ungebetenen Gast sofort einen Faustschlag versetzte. Das Opfer trug glücklicherweise nur eine blutende Lippe davon und will auch kein Schmerzengeld. Doch damit war die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Ein weiterer Tumult kündigte sich an. Bereits vor der Sache auf dem WC war der sportlich gebaute, muskulöse Schweizer als aggressiv aufgefallen.

Ärger mit der Polizei

Als einer der Veranstalter des Festes für Ruhe sorgen wollte, kam es zu neuerlichen Auseinandersetzungen. Wieder wollte der Rowdy zuschlagen, wurde jedoch von Securitys abgehalten. Der Mann wurde immer rabiater.

Schlussendlich rief man die Polizei, weil die Situation noch weiter zu eskalieren drohte. Der Schweizer legte sich daraufhin noch mit mehreren Polizeibeamten an. „Du Schwuchtel“, beleidigte er einen davon. Außerdem schlug er weiterhin wild um sich. „Ich mach dich kaputt. Ich schlage dir die Zähne aus. Ich finde dich und bring dich um“, drohte der Betrunkene. Einen Alkoholtest verweigerte er ebenso wie eine Aussage.

Somit muss er sich erst als Angeklagter bei der Verhandlung am Landesgericht Feldkirch mit der Sache auseinandersetzen. „Es war mein Fehler, ich habe einfach zu viel gesoffen an dem Abend“, räumt der bislang Unbescholtene ein.

Auch Hitler im Spiel

Der junge Mann flüchtete damals in Richtung Grenze. Zwei seiner ihn begleitenden Kollegen waren kooperativ und zeigten den Polizisten ihre Ausweise. Der Angeklagte jedoch nicht. Stattdessen rief er noch sturzbetrunken „Heil Hitler“ und irgendwelche Äußerungen bezüglich Ausschwitz durch die Gegend. Dann war endgültig Schluss. Die Polizei gab Gas, um den Trunkenbold noch auf österreichischem Staatsgebiet zu erwischen. Er wurde festgenommen.

Richter Martin Mitteregger verurteilt den nun Einsichtigen wegen einer ganzen Reihe von Delikten, darunter Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung zu 8400 Euro unbedingter Geldstrafe sowie vier Monaten Haft auf Bewährung. 400 Euro muss er den Polizisten bezahlen, 300 Euro Gerichtsverfahrenskosten. Der Verurteilte ist einverstanden, somit ist die Sache erledigt.

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