Mobilität im Montafon ist ausbaufähig

VN / 07.07.2023 • 15:40 Uhr
Interessierte trafen sich in Bartholomäberg, um sich über die Mobilität auszutauschen. <span class="copyright">meznar</span>
Interessierte trafen sich in Bartholomäberg, um sich über die Mobilität auszutauschen. meznar

Im Rahmen des regionalen Räumlichen Entwicklungskonzepts bringen sich Montafoner in Workshops aktiv mit ein.

Bartholomäberg

Wie kann die Siedlungsentwicklung im Montafon an das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel angepasst werden? Wie sieht die Mobilität der Zukunft im Montafon aus? Diesen und weiteren Fragen gingen kürzlich engagierte Jugendliche, interessierte Bürgerinnen und Bürger, Raumplanungs-Verantwortliche der Gemeinden sowie die Montafoner Bürgermeister im „Verner’s 2020“ in Bartholomäberg nach.


Das regionale Räumliche Entwicklungskonzept (regREK) Montafon umfasst eine Vielzahl von Handlungsfeldern, darunter die Stärkung der regionalen Wirtschaft, die Förderung des Tourismus, die nachhaltige Mobilität sowie den Schutz der Umwelt und des kulturellen Erbes.

Standesrepräsentant Jürgen Kuster machte beim Brainstorming mit.
Standesrepräsentant Jürgen Kuster machte beim Brainstorming mit.

Gemeinsam setzen sich die Montafoner Gemeinden dafür ein, die Lebensqualität für die Einwohner zu verbessern und die Region als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsstandort weiterzuentwickeln. „Dieses Jahr werden in fünf öffentlichen Beteiligungs-Workshops konkrete Maßnahmen zu den bereits beschlossenen Leitzielen ausgearbeitet“, so Standesrepräsentant und Bürgermeister Jürgen Kuster. Nach dem ersten Workshop zur Siedlungsentwicklung trafen sich kürzlich rund 45 Teilnehmende auf Einladung des Standes Montafon zum nächsten Brainstorming in Bartholomäberg im „Verner’s 2020“.

Bessere Verbindungen

Bei der zweiten Bürgerbeteiligungsverantstaltung ging es um die Mobilität im Montafon sowie um die Anpassung der Siedlungsentwicklung an das Öffentliche Verkehrsnetz. Zu Beginn wurden in drei Kurzvorträgen aktuelle Mobilitätsthemen präsentiert. Alisa Bitschnau stellte ihre Masterarbeit mit dem Thema „Pendelverhalten von Berufstätigen und Potenzialabschätzung für einen Coworking Space in der Region Montafon“ vor. Samuel Urech von der Metron AG informierte zum aktuellen Fahrplankonzept des Landbusses Montafon sowie zu den geplanten Veranstaltungen zur Bahnverlängerung. Christian Hillbrand, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Vorarlberg, sprach über die „Letzte Meile“ und den Bedarfsverkehr in Vorarlberg.

Bei ungezwungenen Picknicks in den Wiesen rund um das „Verner’s 2020“ befassten sich die Workshop-Teilnehmenden anschließend unter anderem mit der Montafonerbahn – im Bestand und in der Verlängerung. Die Workshop-Teilnehmenden diskutierten die Vor- und Nachteile aller Varianten. Das Fazit: Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln im Montafon soll ausgebaut werden. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Zug-Bus-Verbindungen für Schüler und Pendler sowie auf der Gästemobilität im Tal.

Wichtig erschien den Teilnehmenden, dass sowohl die Siedlungsentwicklung als auch das Angebot des öffentlichen Verkehrs noch enger aufeinander abgestimmt werden. Dies spielt auch eine Rolle bei publikumsintensiven Veranstaltungsorten, wie beispielsweise öffentliche Einrichtungen mit regionaler Bedeutung, Kultur- und Sozialeinrichtungen, Freizeit- und Sportanlagen etc.

Diskutiert wurde zudem das Angebot für die „Letzte Meile“, beispielsweise durch den Ausbau des Angebots des Anruf-Sammeltaxis „go&ko“ (Erweiterung der Betriebszeiten untertags, günstigere Tickets für Jugendliche) oder durch Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur. Hier wurden entsprechende Abstellmöglichkeiten bei Bahnhaltestellen, die Verbesserung der Fahrrad-Mitnahme im Bus sowie der allgemeine Ausbau des Radwegenetzes angesprochen.
„Ein spannender und informativer Abend mit wichtigen Inputs für die gemeinsame Entwicklung unserer Zukunft“, fasst Standesrepräsentant Jürgen Kuster zusammen.

Die nächsten drei öffentlichen Bürgerbeteiligungs-Workshops zum regREK Montafon finden dann im Oktober und November 2023 zu den Themen „Kooperation und Zusammenhalt“, „Wirtschaft und Tourismus“ sowie „Natur und Klimawandel“ statt. Im Herbst ist außerdem eine Workshop-Reihe mit den Gemeindevertretungen von Schruns, St. Gallenkirch und Gaschurn zur Bahnverlängerung geplant.