
Nach 16 Jahren übergeben Gabi und Albert Netzer die Knappastoba an die jüngere Generation. Die neuen Pächter sind keine Unbekannten in der Gastro-Szene.
Silbertal Nach mehr als 16 Jahren geht für Gabi und Albert Netzer eine besondere Ära auf der Knappastoba zu Ende. Mit 26. Oktober hören die beiden Schrunser auf und übernehmen ab dem 1. Advent das Café Haller im Zentrum von Schruns. Doch die Knappastoba bleibt nicht unbewirtschaftet, denn eine Nachfolge steht bereits fest: Sebastian und Tobias Ganahl werden das Gasthaus am Kristberg ab der Wintersaison, die am 12. Dezember startet, weiterführen.

Sebastian und Tobias Ganahl sind in der Gastroszene keine Unbekannten. Ein Jahr lang führten sie das Alpengasthaus Rellstal, die vergangenen drei Jahre arbeiteten sie im Josefsheim – Sebastian als Küchenchef und Tobias als Restaurantleiter. „Wir wollten immer schon eine ganzjährig bewirtschaftete, private Berghütte führen“, sagt Tobias. Die Knappastoba hat fast das ganze Jahr über geöffnet. Die Wintersaison dauert von Mitte Dezember bis Ostern, die Sommersaison beginnt Mitte Mai und endet Ende Oktober. Ab der kommenden Wintersaison wird es nur noch einen Ruhetag – den Dienstag – statt wie bisher zwei geben.

„Es ist die Zeit gekommen, um etwas zu verändern“, sagt Albert. „Wir gehen mit schwerem Herzen“, gibt Gabi zu. In den 16 Jahren haben Gabi und Albert Netzer viele enge Freundschaften geknüpft, und viele Silbertaler sind zu treuen Stammgästen geworden. „Doch jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um den Jungen Platz zu machen“, ergänzt Albert. Dankbar blicken die beiden auf das langjährige, gute Verhältnis zur Verpächterfamilie Mitterlehner zurück. „Sie standen uns mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Albert. Auch dem Team der Knappastoba möchten sie ihren ausdrücklichen Dank aussprechen.

Dass sie das Café Haller, das künftig „Zom Platzhirsch“ heißen wird, übernehmen können, habe sich spontan ergeben. Gabi und Albert Netzer werden es weiterhin als Bistro und Café führen und Kleinigkeiten zum Essen anbieten.

Ein Familienbetrieb
Die Ganahl-Brüder sind mit Gabi und Albert Netzer gut befreundet. Sie wussten von der Neuausschreibung der Knappastoba, haben sich darauf beworben und den Zuschlag bekommen. Die neuen Pächter Sebastian und Tobias Ganahl kehren somit in ihren Heimatort zurück. „Unsere Familie kommt aus dem Silbertal“, sagt Tobias. Apropos Familie: Die Knappastoba wird als Familienbetrieb weitergeführt. „Die Kinder freuen sich schon auf die Hütte“, sagt Tobias, der den Service übernehmen wird, während Bruder Sebastian als Küchenchef tätig ist. „Die ganze Familie hilft mit. Unsere Mama backt den Kuchen.“ Tobias’ Frau Elisa, Sebastians Lebensgefährtin Sabine sowie Schwester Viktoria und Bruder Elias unterstützen. Mujo assistiert Sebastian in der Küche, Vadym hilft Tobias im Service. „Wir sind personell gut aufgestellt.“ Emil und Franz, Tobias’ Kinder, sind natürlich auch mit von der Partie.

Sebastian legt – genauso wie bisher – Wert auf Regionalität und Saisonalität. Er will eng mit den Bauern vor Ort zusammenarbeiten und alles vom Tier verwerten. Es wird viele saisonale Tagesgerichte geben, im Winter möchte Sebastian einige Schmorgerichte anbieten. Natürlich dürfen Kaiserschmarrn, Zwiebelrostbraten und Käsespätzle nicht fehlen.

Der sonnenverwöhnte Kristberg mit seinem atemberaubenden Ausblick auf die Montafoner Bergwelt wirkt entschleunigend. Hier kommen Familien mit Kindern ebenso auf ihre Kosten wie Wanderer und Biker. Im Winter kann man hier Skifahren, Skitouren oder Langlaufen gehen. Die Knappastoba ist nicht nur mit der Kristbergbahn, sondern auch über schöne Wanderwege erreichbar und lebt vor allem von den Einheimischen, die auch bei Schlechtwetter hinaufwandern. Hier können Weihnachts-, Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern abgehalten werden. Im Sommer sind Winzer- und Grillabende geplant. „Wir freuen uns gewaltig“, sagt Tobias im Hinblick auf die Eröffnung.
