Auf den Spuren von Angelika Kauffmann

VN / 11.11.2025 • 15:45 Uhr
Großes Interesse an dem Gemälde von Vater Johann Josef Kauffmann
Großes Interesse an dem Gemälde von Vater Johann Josef Kauffmann.

Teamausflug des Angelika-Kauffmann-Museums zum Saisonabschluss – Auf historischen Wegen.

Schwarzenberg. Nach einer erfolgreichen Museumssaison begab sich das Team des Angelika-Kauffmann-Museums auf historische Spuren der berühmten Malerin Angelika Kauffmann und ihres Vaters Johann Josef Kauffmann.

Angelika Kauffmann Museum Team
Angelika Kauffmann Museum Team.Marianna Moosbrugger

Im Jahr 1756/57 weilten Johann Josef und seine Tochter Angelika in Schwarzenberg, um die nach einem Brand teilweise zerstörte Pfarrkirche neu auszustatten. Die damals erst sechzehnjährige Angelika malte die Apostelköpfe, die bis heute als eindrucksvolle Fresken in der Pfarrkirche zu sehen sind. Zur Zeit ihres Aufenthalts musste die tägliche Messe aufgrund des Dorfbrandes in die St.-Anna-Kapelle im Weiler Stangenach verlegt werden. Überliefert ist, dass Angelika und ihr Vater jeden Morgen zu Fuß, zwei Stunden durch tiefen Schnee watend, zur Messe gingen.

St.-Anna-Kapelle

Auf diesen historischen Spuren wandelte nun auch das Team vom Angelika-Kauffmann-Museum. Unter der fachkundigen Führung des Schwarzenberger Ortschronisten Johann Aberer erkundeten die Mitarbeiterinnen die St.-Anna-Kapelle. Johann Aberer wusste Spannendes zu berichten: Der erste Bildstock entstand bereits 1635 zu Ehren des Pestheiligen Rochus, 1689 wurde schließlich eine größere Kapelle zu Ehren der heiligen Anna errichtet.

Auf historischen Wegen
Auf historischen Wegen.

Besonderes Interesse weckte bei den kunstinteressierten Frauen ein Gemälde von Johann Josef Kauffmann aus dem Jahr 1757, das die heilige Maria als Kind mit ihren Eltern Anna und Joachim zeigt. Eine reizvolle Vermutung besagt, dass die junge Angelika möglicherweise selbst die Figur des Kindes Maria gemalt haben könnte.

Auch das Hochaltarbild der Kapelle steht in engem Bezug zu Angelika Kauffmann, es handelt sich um eine Kopie ihres Gemäldes „Die Erziehung der heiligen Jungfrau Maria“, welches sie um 1790 im Auftrag von Papst Pius VI. geschaffen hatte. Die Kopie stammt vom Maler Wenzel Maschke, der diese 1911 anfertigte.

Eine spannende Führung im Bezug auf die Künstlerin
Eine spannende Führung im Bezug auf die Künstlerin.

Zwischen Kunst, Geschichte und Geselligkeit

Nach einer aufschlussreichen Führung, angeregten Diskussionen und vielen beantworteten Fragen kehrte die Gruppe gemeinsam mit Johann Aberer zurück ins Dorfzentrum von Schwarzenberg. Unterwegs in Richtung Pfarrkirche, in der Angelika Kauffmann sowohl in jungen Jahren ihre Apostelfresken schuf als auch später, als etablierte Künstlerin, ein Hochaltarbild als Schenkung an ihre Heimatgemeinde hinterließ. Vorbei am Heimathaus der Künstlerin und dann bei einem gemütlichen Abendessen ließ das Team die erfolgreiche Museumssaison mit Zufriedenheit und Vorfreude auf das kommende Jahr ausklingen.

Angelika Kauffmann besuchte 1756/57 die Messe in der St. Anna Kapelle
Angelika Kauffmann besuchte 1756/57 die Messe in der St. Anna Kapelle.

Ein Ausblick auf 2026

Nach der verdienten Winterpause öffnet das Angelika-Kauffmann-Museum im März wieder seine Türen. Den Auftakt macht die Frühjahrsausstellung „Salon Angelika – Gegenwartskunst im Angelika-Kauffmann-Museum“ mit Werken von Susanna Hofer (7. März bis 19. April 2026). Im Sommer folgt die große Ausstellung „Angelika Kauffmann und die Literatur“ (1. Mai bis 31. Oktober 2026), die erneut spannende Einblicke in das Leben und Wirken der berühmten Künstlerin verspricht. MAM

Das Hochaltarbild ist eine Kopie von einem Gemälde von der berühmten Malerin
Das Hochaltarbild ist eine Kopie von einem Gemälde von der berühmten Malerin.
Ortschronist Johann Aberer hat viel Wissen rund um die Geschichte der Kapelle zusammengetragen
Ortschronist Johann Aberer hat viel Wissen rund um die Geschichte der Kapelle zusammengetragen.
Rege Unterhaltung und Diskussionen
Rege Unterhaltung und Diskussionen.
Ortschronist Johann Aberer wusste viel zu erzählen
Ortschronist Johann Aberer wusste viel zu erzählen.
Spannende Geschichten rund um die Entstehung der Kapelle
Spannende Geschichten rund um die Entstehung der Kapelle.