Mit dem Donauwalzer schloss sich der Kreis

VN / 02.01.2026 • 11:15 Uhr
Der sechs Monate junge Adrian (li.) und der drei Monate ältere Mateo, die mit ihren Eltern zur denkwürdigen Egger Silvesterparty mitdurften, kamen aus dem Staunen nicht heraus . . . PETER STRAUSS   
Der sechs Monate junge Adrian (li.) und der drei Monate ältere Mateo, die mit ihren Eltern zur denkwürdigen Egger Silvesterparty mitdurften, kamen aus dem Staunen nicht heraus. STP

Im Kreisverkehr tanzend nahm Egg Abschied von seinem großen Jubiläumsjahr

Bezau, Egg „Gut vorstellbar, dass diese Fise bei uns in Egg Tradition wird – ich würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn wir in einem Jahr wieder hier stünden . . .“, sinnierte Ulli Troy mit Blick auf die im Kreisverkehr fröhlich tanzenden Schar von Festgästen, die symbolisch Abschied vom Jubiläumsjahr „750 Jahre Egg“ nahmen und buchstäblich in ein neues Jahr tanzten. Und er war mit seiner Einschätzung nicht allein.

Sarah kocht – die Posthus-Gastronomie ist eine Bereicherung für das kulinarische Angebot in Egg.   
Sarah kocht – die Posthus-Gastronomie ist eine Bereicherung für das kulinarische Angebot in Egg.  

Impuls für die Dorfgemeinschaft

Für viele der zahlreichen Gäste schloss sich damit der Kreis, denn sie feierten schon vor Jahresfrist auf dem neuen Dorfplatz beim Posthus. Damals war es nicht nur der Startschuss in ein ganz besonderes Jahr, sondern auch die Eröffnung einer wichtigen Infrastruktur, die dem dörflichen Leben in der größten Wäldergemeinde wertvolle Impulse gibt.

Für Feinschmecker hatte Sarah Brückner (r.) und ihr Team ein feines Haubenmenü vorbereitet.
Für Feinschmecker hatte Sarah Brückner (r.) und ihr Team ein feines Haubenmenü vorbereitet.

Es hat sich viel getan in Egg

Alle, die schon vor einem Jahr hier feierten, konnten zufrieden feststellen, dass Posthus und der Platz davor die hohen Erwartungen mehr als erfüllen konnten: Wo früher neben einem kaum mehr genützten alten Postgebäude Autos parkten ist heute ein Platz der Begegnung und im neuen Posthus ist Leben eingekehrt. Wobei „eingekehrt“ ein gutes Stichwort ist, denn Sarah Brückner kochte und servierte mit ihrem Team ein feines Silvester(hauben)menü als perfekte Einstimmung auf die große Party.

Nachhaltig: Egg-Porzellan-Tassen gegen den Plastik-Müll.
Nachhaltig: Egg-Porzellan-Tassen gegen den Plastik-Müll.

Das Posthus-Projekt hat viel bewegt – ein kluger Mix von Wohnungen, Gastronomie und Dienstleistungen machte das markante Gebäude als neues Egger Wahrzeichs zur Anlaufstelle für vielfältige Angelegenheiten: Gastronomie (Sarah kocht & Suzi Eiscafé), Österreichische Gesundheitskasse, Arztpraxen, Dienstleister (die Kanzlei Geser und Partner sowie die Sutterlüty Verwaltungs GmbH, Regio Bregenzerwald, Landbus Bregenzerwald und Baurechtsverwaltung Bregenzerwald sind hier eingezogen und brachten „Leben“ ins Zentrum.

„Sanfte“ Pyrotechnik statt Mega-Feuerwerk.
„Sanfte“ Pyrotechnik statt Mega-Feuerwerk.

Nicht nur baulich hat sich viel getan in diesem Jubiläumsjahr – auch personell gab es eine vis à vis vom Posthus im Rathaus eine große Weichenstellung, denn Paul Sutterlüty stellte sich nach 30 Jahren in der Gemeindevertretung – davon neun Jahre als Bürgermeister – nicht mehr der Wahl und konzentrierte sich wieder auf seine Anwaltskanzlei. Marc Meusburger übernahm den Bürgermeistersessel – und gemeinsam mit seinem Vorgänger auch die Verkehrsregelung für den „Kreisverkehrwalzer“. Als der Donauwalzer des Jubilars Johann Strauß (2025 war das 200-Jahr-Jubiläum des Walzerkönigs) verklungen war und die Tanzfreudigen wieder auf den Posthus-Platz zurückkehrten, konnte sich der Altbürgermeister nicht verkneifen zu erwähnen, dass er jetzt auch seine letzte Funktion übergeben habe . . .

Kleine Aufwärmpause für die Musik – ihr Publikum war kurz zum Donauwalzer in den Kreisverkehr gewechselt.   
Kleine Aufwärmpause für die Musik – ihr Publikum war kurz zum Donauwalzer in den Kreisverkehr gewechselt.  

Manches blieb auch gleich

Egg hat mit Posthus und Posthus-Platz Neues gewagt und im Jubiläumsjahr viel verändert – manches ist aber auch gleich geblieben: Zur großen Silvester-Party gab es nur ein sparsames Feuerwerk, ein paar Raketen im Umfeld, der Fokus lag stattdessen wieder auf einer Lichtshow an der Posthus-Fassade und vor allem auf Hunderten Sternlespritzern, die pünktlich um Mitternacht gezündet wurden. Bei Temperaturen an der Grenze zu zweistelligen Minusgraden wurden auch „Lagerfeuer“ und „Heizpilze“ gezündet. Wärmend waren auch Tee und Glühwein an den Getränkeständen. Hilfreich zudem Bewegung: Vor und nach dem Kreisverkehr-Walzer gab es ein Live-Konzert mit dem Riga Soul Club, der zum Mittanzen einlud. Gulaschsuppe aus dem Feuerkessel, Mitternachtssekt und einen gemütlichen Ausklang mit den Supersound von Deejan rundeten den denkwürdigen und speziellen Jahreswechsel im Herz des Bregenzerwaldes ab. STP

Volles Haus auf dem Posthus-Platz.
Volles Haus auf dem Posthus-Platz.
„Inbrunst“-Öfen sorgten nicht nur für Wärme, sie schufen auch eine besondere Atmosphäre.
„Inbrunst“-Öfen sorgten nicht nur für Wärme, sie schufen auch eine besondere Atmosphäre.
Wie vor einem Jahr – faszinierende Lichtshow auf der Posthus-Fassade.
Wie vor einem Jahr – faszinierende Lichtshow auf der Posthus-Fassade.
Wie schön war doch der Kreisverkehr-Walzer ins neue Jahr. . .
Wie schön war doch der Kreisverkehr-Walzer ins neue Jahr. . .
Mit hunderten Sternlespritzern begrüßten die Partygäste pünktlich das neue Jahr.
Mit hunderten Sternlespritzern begrüßten die Partygäste pünktlich das neue Jahr.
Alles Walzer . . . Zu den Klängen des Donauwalzers strömten viele Tanzfreudige wieder auf den Kreisverkehr.   
Alles Walzer . . . Zu den Klängen des Donauwalzers strömten viele Tanzfreudige wieder auf den Kreisverkehr.  
Das Posthus wieder mit Lichtshow. Links unten der „750-(cm)-Jahr-Brunnen“.
Das Posthus wieder mit Lichtshow. Links unten der „750-(cm)-Jahr-Brunnen“.
Nach dem Mitternachtssekt dann doch lieber wieder wärmenden Glühwein . . .
Nach dem Mitternachtssekt dann doch lieber wieder wärmenden Glühwein . . .
Neue Erfahrung für den neuen Egger Gemeindechef: Er zählte die Sekunden bis Mitternacht herunter und dann schüttelte er Hunderte Hände seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, denen er alles Gute für 2026 wünschte.   
Neue Erfahrung für den neuen Egger Gemeindechef: Er zählte die Sekunden bis Mitternacht herunter und dann schüttelte er Hunderte Hände seiner Mitbürgerinnen und Mitbürger, denen er alles Gute für 2026 wünschte.  
Dieses fröhliche Dreimäderlhaus ist im neuen Jahr angekommen . . .
Dieses fröhliche Dreimäderlhaus ist im neuen Jahr angekommen.
Im Jubiläumsjahr gab es in Egg auch einen Bürgermeisterwechsel – Marc Meusburger löste Paul Sutterlüty ab.   
Im Jubiläumsjahr gab es in Egg auch einen Bürgermeisterwechsel – Marc Meusburger löste Paul Sutterlüty ab.  
Das war’s dann wohl endgültig: Paul Sutterlüty hat für den Kreisverkehr-Walzer noch einmal den Verkehr geregelt und verließ als Letzter das einzigartige „Tanzparkett“.
Das war’s dann wohl endgültig: Paul Sutterlüty hat für den Kreisverkehr-Walzer noch einmal den Verkehr geregelt und verließ als Letzter das einzigartige „Tanzparkett“.
Bei Temperaturen nahe minus zehn Grad heizte auch der Riga Soul Club ein.   
Bei Temperaturen nahe minus zehn Grad heizte auch der Riga Soul Club ein.  
Sternlespritzer statt Böller und Raketen – den Kids bereitete die Alternative sichtlich Spaß.
Sternlespritzer statt Böller und Raketen – den Kids bereitete die Alternative sichtlich Spaß.
In einer frostigen Neujahrsnacht konnte man wärmende Feuer gut vertragen
In einer frostigen Neujahrsnacht konnte man wärmende Feuer gut vertragen
Ulli Troy könnte mit seiner Prognose richtig liegen: „Gut vorstellbar, dass diese Fise bei uns in Egg Tradition wird – ich würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn wir in einem Jahr wieder hier stünden . . .“
Ulli Troy könnte mit seiner Prognose richtig liegen: „Gut vorstellbar, dass diese Fise bei uns in Egg Tradition wird – ich würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn wir in einem Jahr wieder hier stünden . . .“