Närrische Vielfalt auf der Kulturhausbühne

Der 48. Dornbirner Narrenabend verbindet Tradition, Satire und viel Lokalkolorit.
Dornbirn Mit Pauken, Trompeten und einem bestens gelaunten Publikum ist am Wochenende der 48. Dornbirner Narrenabend in die neue Faschingssaison gestartet. Die Dornbirner Fasnatzunft rund um Zunftmeisterin Dagmar Fenkart-Kaufmann freute sich über ein gelungenes Premierenwochenende. Sechs Abende stehen auch heuer auf dem Programm, alle restlos ausverkauft – schließlich sind die Narrenabende für viele das Highlight im Dornbirner Fasching.

Krankenhaus als zentrales Thema
Den traditionellen Auftakt bildete der Einzug des Fanfarenzugs Dornbirn, der das Kulturhaus sofort in Fasnat-Stimmung versetzte. Danach übernahm der “Schnorrowagglar” Hugo Nussbaumer das Wort. Mit spitzer Zunge, feinem Humor und viel Gespür für lokale Befindlichkeiten führte er gemeinsam mit Putzfrau Rosalinde, dargestellt von Silvana Marte Bastiani, durch den fast vierstündigen Abend. Inhaltlich kam dabei vor allem ein Thema immer wieder auf die Bühne: das Dornbirner Krankenhaus und die geplante Verlegung der Geburtenstation, die im vergangenen Jahr politisch wie emotional hohe Wellen geschlagen hatte. Die satirischen Seitenhiebe saßen und sorgten für viele Lacher im Saal.

Einen ersten tänzerischen Höhepunkt setzten dann die Kinder- und Teenietanzgruppe Mühlebach als “101 Dalmatiner”. Mit viel Leidenschaft, liebevollen Kostümen und toller Choreografie begeisterten die jungen Tänzerinnen und Tänzer das Publikum. Verantwortlich dafür zeichnen Nina Rhomberg und Lea Peter, die später auch mit der Showtanzgruppe im zweiten Akt und dem Stück “Herzprogramm 60 Grad” für kräftigen Applaus sorgten.
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Alte Hasen und Kabarett-Nachwuchs
Auf der Kabarettbühne gaben sich danach altbekannte Gesichter und Neulinge die Klinke in die Hand. Ernst Klocker, der sich mit dem Thema Firmung auseinandersetzte, Gerhard Gonner mit humorvollen Beobachtungen zum Älterwerden und Susanna Kvas als Putzfrau mit ihren legendären Spezialtorten zählten zu den bewährten Publikumslieblingen. Ebenfalls für viele Lacher sorgten Brigitte und Lothar Schmidt mit ihrem Stück “Auf den letzten Drücker”, in dem eine hochschwangere Frau vom Ebnit aus möglichst rasch ins Krankenhaus muss – und im Kreisverkehr, statt “im Kreißsaal womöglich den letzten Dornbirner auf die Welt bringt”, wie sie besorgt feststellen muss.

Frischen Wind brachten Stephanie Rinder mit ihrem Beitrag “Frauenpower” sowie die jungen Kaufmann-Damen auf die Bühne. Ihr “An ganz klina Sketch” und später “Bim Doktor”, gemeinsam mit Bruder Klaus, trafen den Nerv des Publikums und bewiesen, dass der Narrenabend auch Platz für neue Stimmen bietet. Vater Egon Kaufmann musste heuer pausieren, doch die junge Garde erwies sich als würdiger Vertreter in Sachen Humor.

Und was wäre der Narrenabend ohne Garde? Die Kinder- und Teeniegarde Kehlegg, die Garde Kehlegg sowie die Prinzengarde aus Höchst gehören zu den jährlichen Fixpunkten. Besonders viel Applaus erhielt das Kehlegger Stück “Viva Las Vegas”, bei dem sich Marilyn Monroe, Elvis und Frank Sinatra die Ehre gaben. Akrobatische Akzente setzte der “Ganz kleine Zirkus”, während gleich mehrere Texte aus der Feder von Valentin Sottopietra stammten, darunter auch “I dr Ambulanz”.

Den krönenden Schlusspunkt setzten die zwei flotten Feagar Werner Berchtold und Werner Druml, bevor sich beim gemeinsamen Singen des Dornbirner Fasnatlieds noch einmal alle Mitwirkenden auf der Bühne versammelten und Publikum wie Akteure vereint schunkelten. Nach fast vier Stunden fand der Narrenabend 2026 einen ebenso lauten wie stimmungsvollen Ausklang. cth















