„Krapfenjagd“ im Schützenhaus Rheintal

VN / 07.01.2026 • 11:55 Uhr
Faschingskrapfen im Visier: Am Sonntag, 9 bis 17 Uhr, lädt die Schützengilde Lustenau zur großen „Krapfenjagd“ in das neue Schützenhaus Rheintal ein. PETER STRAUSS   
Faschingskrapfen im Visier: Am Sonntag, 9 bis 17 Uhr, lädt die Schützengilde Lustenau zur großen „Krapfenjagd“ in das neue Schützenhaus Rheintal ein.  peter strauss

Am Sonntag, 9 bis 17 Uhr, warten Berge von süßen Belohnungen auf treffsichere Amateure

Lustenau Käsdönnola auf der Kilbi, Schüblinge vom Schüblingschießen auf dem Schießstand am Kobler – das waren seit Jahrzehnten Highlights im herbstlichen Veranstaltungsprogramm der Marktgemeinde. Kilbi-Käsdönnola sind es mehr denn je – Schützen-Schüblinge sollten es eigentlich im vergangenen Oktober wieder werden, doch die Organisation für die offizielle Eröffnung des Schützenhauses „hat uns derart in Anspruch genommen, dass wir das fix geplante Schüblingschießen einfach nicht mehr hinbekommen konnten“, bedauert Oberschützenmeister Heinz Hagen.

Die modernste Intarso-Anlage für Luftgewehr steht am Sonntag beim 1. Lustenauer Krapfenschießen im Mittelpunkt des Interesses.
Die modernste Intarso-Anlage für Luftgewehr steht am Sonntag beim 1. Lustenauer Krapfenschießen im Mittelpunkt des Interesses.

Süßes Pendant entdeckt

Also warten bis Oktober 2026? Mitnichten! „Wir haben uns überlegt, wenn man um Schüblinge schießen kann, dann kann man das auch um Faschingskrapfen“, schmunzelt der Präsident des ältesten Lustenauer Vereins, der heuer 180-Jahr-Jubiläum feiern kann, und lädt deshalb am Sonntag, 9 bis 17 Uhr, zum ersten Lustenauer Krapfenschießen ein. Die Regeln sind einfach: Jeder, der die sportliche Herausforderung annimmt und sich als Schütze mit dem Luftgewehr (aufgestützt oder aufgelegt) als treffsicher erweist, bekommt für zwei Zehner oder vier Treffer zwischen sechs und neun einen Krapfen. Zehnerserien können beliebig oft nachgekauft werden.

Im herbstlichen Eröffnungsstress ging sich das legendäre Schüblingschießen auf der neuen Anlage organisatorisch nicht mehr aus - dafür lädt die Schützengilde am Sonntag zum Krapfenschießen ins Schützenhaus ein.
Im herbstlichen Eröffnungsstress ging sich das legendäre Schüblingschießen auf der neuen Anlage organisatorisch nicht mehr aus – dafür lädt die Schützengilde am Sonntag zum Krapfenschießen ins Schützenhaus ein.

Talente entdecken

So wie das legendäre Schüblingschießen soll auch das erstmals organisierte Krapfenschießen zum einen gesellschaftliche Impulse für das Vereinsleben geben, zum andern aber auch dem Verein neue Talente zuführen. „Bei den Schüblingschießen in der Vergangenheit sind immer wieder Amateure an den Schießstand gekommen, die Talent für den Schießsport hatten und ihre Freude damit entdeckten und deshalb dabeigeblieben und Vereinsmitglieder geworden sind“, erinnern sich die Senioren des Vereins.

Die Schützengilde feiert als ältester Lustenauer Verein heuer 180-Jahr-Jubiläum - und geht mit ihrem ersten Krapfenschießen neue Wege, sich im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde noch stärker zu etablieren.   
Die Schützengilde feiert als ältester Lustenauer Verein heuer 180-Jahr-Jubiläum – und geht mit ihrem ersten Krapfenschießen neue Wege, sich im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde noch stärker zu etablieren.  

Mehr als Nostalgie

In erster Linie geht es der Vereinsführung beim Krapfenschießen aber darum, Schützensport und Schützengilde wieder stärker im gesellschaftlichen Geschehen zu positionieren, ist doch das Sportschießen – gemessen an Erfolgen bei Olympischen Sommerspielen, Weltmeisterschaften und nationalen Titelkämpfen – eines der großen Aushängeschilder Vorarlbergs.

Beim ersten Krapfenschießen stellt die Schützengilde Lustanau nicht nur den modernen Luftgewehrstand, sondern auch die gesamte einzigartige Anlage des Schützenhauses, das auch dem Training der Jägerschaft und der verpflichtenden Schießausbildung für Jagdschein-Anwärter dient, vor.
Beim ersten Krapfenschießen stellt die Schützengilde Lustanau nicht nur den modernen Luftgewehrstand, sondern auch die gesamte einzigartige Anlage des Schützenhauses, das auch dem Training der Jägerschaft und der verpflichtenden Schießausbildung für Jagdschein-Anwärter dient, vor.

Lustenaus Anteil an dieser Erfolgsgeschichte war und ist beachtlich – und mehr als Nostalgie, denn die einzigartigen Möglichkeiten, die mit dem neuen Schützenhaus Rheintal den Spitzensportlern eröffnet wurden, hat einige der besten Aktiven des Landes dazu veranlasst, ihre sportliche Heimat nach Lustenau zu verlegen.

Oberschützenmeister Heinz Hagen: „Wir sehen den Verein als Ort der Begegnung, des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung – das erste Krapfenschießen soll unsere Bemühungen in diese Richtung fördern.“
Oberschützenmeister Heinz Hagen: „Wir sehen den Verein als Ort der Begegnung, des Miteinanders und der gegenseitigen Unterstützung – das erste Krapfenschießen soll unsere Bemühungen in diese Richtung fördern.“

Die Jagd war naheliegend

Dass die Schützengilde ihr Leuchtturmprojekt realisieren und auch finanzieren konnte, ist einer „logischen“ Partnerschaft mit der Jagd geschuldet: die Vorarlberger Jägerschaft hat sich in die Projektierung des Schützenhauses eingebracht, hier auf dem historischen Gelände am Kobler u. a. ihr Büro der Landesgeschäftsstelle eingerichtet und spezielle Stände (laufender Keiler, Kipphase) in die einzigartige Anlage integriert, um hier auch die praktische Schießausbildung für Anwärter durchführen zu können.

Neugierige
Neugierige “Neulinge”, die beim Krapfenschießen vielleicht erstmals am Schießstand stehen, werden von erfahrenen Mitgliedern der Schützengilde betreut.

Wie Phönix aus der Asche

Wie jeder Verein hat auch die Lustenauer Schützengilde Höhen und Tiefen, glanzvolle Zeiten und schwere Krisen durchlaufen – die schlimmste davon wohl in jüngster Vergangenheit, als die Heimstätte am Koblacher Kanal mehr und mehr zerfiel und schließlich komplett abgerissen werden musste.

Mit dem ersten Krapfenschießen - einem sportlich-geselligen Event für jedermann - öffnet sich das Schützenhaus Rheintal am Sonntag allen Neugierigen, die ihre Treffsicherheit testen wollen.   
Mit dem ersten Krapfenschießen – einem sportlich-geselligen Event für jedermann – öffnet sich das Schützenhaus Rheintal am Sonntag allen Neugierigen, die ihre Treffsicherheit testen wollen.  

Mit dem einzigartigen Schützenhaus Rheintal wurde eindrucksvoll die Trendwende geschafft – wie Phönix aus der Asche konnte der Verein binnen weniger Jahre die Mitgliederzahl vom historischen Tiefststand von nur noch knapp über 100 bis heute fast verdreifachen – Tendenz nach wie vor weiter steigend. STP