“Krapfenjagd” wurde zum Schützenfest

320 treffsichere Amateure “erlegten” beim Krapfenschießen insgesamt 1653-mal süße Beute.
Lustenau “Wir hatten natürlich auf zahlreichen Besuch gehofft, aber was sich dann am Sonntag im Schützenhaus abgespielt hat, übertraf nicht nur die kühnsten Erwartungen, es hat uns fast ein wenig überfordert”, fasste Oberschützenmeister Heinz Hagen das 1. Krapfenschießen im Schützenhaus Rheintal erleichtert zusammen, denn die erstmals organisierte Veranstaltung wurde im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Schützenfest für die Gilde und die vielen Besucher aus nah und fern.

Ab Mittag nur noch Gutscheine
“600 Krapfen hatten wir für die Amateur-Schützen, die am Luftgewehrstand ihre Treffsicherheit testen wollten und dafür mit Süßem belohnt wurden, vorbereitet. Die ersten konnten es gar nicht mehr erwarten und standen schon vor 9 Uhr vor der Tür – und dann hat uns der Publikumsandrang fast überrollt.” Mit dem Ergebnis, dass ab Mittag keine Krapfen mehr übrig waren und man sich mit Gutscheinen behelfen musste.
“Einerseits schade, denn das gemeinsame Krapfenessen im Gemeinschaftsraum des Schützenhauses war als Teil der Veranstaltung gedacht, andererseits war es uns aber so lieber, als wenn wir auf einem Teil der Krapfen sitzen geblieben wären, weil nicht genügend Schützen gekommen wären.”

Neue Form der Tradition
Die Schützengilde, Lustenaus ältester Verein, versteht sich nicht nur als Sportverein, sondern auch als aktiver Teil der Dorfgemeinschaft. So war in früheren Zeiten der legendäre Schützenball ein Highlight der Lustenauer Fasnat und seit Menschengedenken lockte das herbstliche Schüblingschießen Scharen von Schützenfreunden an den Schießstand. “Wir wollten diese Tradition schon im Oktober des Vorjahrs wieder aufleben lassen, leider ging sich das im ganzen Eröffnungsstress nicht mehr aus. Wir wollten aber nicht ein ganzes Jahr warten und hatten deshalb die Idee des Krapfenschießens. Diese neue Form der Tradition wurde ein Riesenerfolg – 320 Schützinnen und Schützen, darunter auch Gruppen der Schützengilden Hörbranz und Berneck, durften wir im Luftgewehrstand begrüßen. Komplette Anfänger, die sich erstmals als Schützen versuchten, wurden von unseren Vereinsmitgliedern fachkundig betreut und in den Schießsport eingewiesen.”

Ausgesprochen treffsicher
“Dass wir viel zu wenig Krapfen vorbereitet hatten, lag auch daran, dass die Schützinnen und Schützen ausgesprochen treffsicher waren und damit mehr Krapfen abräumten, als wir gedacht hatten”, fand der Oberschützenmeister eine weitere Erklärung für die Fehleinschätzung. Die Regeln waren einfach: Für jeweils zwei Zehner oder vier Treffer zwischen sechs und neun gab es einen Krapfen.

Mit Ostereiern geht es weiter
Der große Publikumserfolg beim Krapfenschießen hat der Schützengilde Mut gemacht, ähnliche Veranstaltungen zu organisieren. “Wir werden uns schon in den nächsten Tagen zusammensetzen, um nach dem Muster des Krapfenschießens um Ostern herum ein Ostereierschießen zu veranstalten – dann aber zweitägig, Samstag/Sonntag, weil wir uns einen ähnlich starken Zuspruch erwarten”, kündigte Hagen an.

Es geht wieder um die Wurst
Bereits fix geplant ist das Schüblingschießen im Herbst – “auch dieses wird auf Samstag/Sonntag ausgedehnt, weil wir damit rechnen, dass es viele Schützenfreunde längst als Pflichttermin vorgemerkt haben, wenn es im Herbst wieder buchstäblich um die Wurst geht. Dann wollen wir auch wieder den ‚Schüblingkönig‘ küren, jene Schützin oder jenen Schützen, der die meisten Schüblinge erzielt hat. Beim Krapfenschießen haben wir bewusst darauf verzichtet, weil wir möglichst vielen die Möglichkeit zur Teilnahme bieten wollten.” STP


