“Krapfenjagd” wurde zum Schützenfest

VN / 15.01.2026 • 10:23 Uhr
Bei dieser Betreuung kann ja nichts mehr danebengehen: Vorstandsmitglied Günter Hagen war schon als Jungschütze Weltklasse und vielfacher Staatsmeister.
Bei dieser Betreuung kann ja nichts mehr danebengehen: Vorstandsmitglied Günter Hagen war schon als Jungschütze Weltklasse und vielfacher Staatsmeister.

320 treffsichere Amateure “erlegten” beim Krapfenschießen insgesamt 1653-mal süße Beute.

Lustenau “Wir hatten natürlich auf zahlreichen Besuch gehofft, aber was sich dann am Sonntag im Schützenhaus abgespielt hat, übertraf nicht nur die kühnsten Erwartungen, es hat uns fast ein wenig überfordert”, fasste Oberschützenmeister Heinz Hagen das 1. Krapfenschießen im Schützenhaus Rheintal erleichtert zusammen, denn die erstmals organisierte Veranstaltung wurde im wahrsten Sinne des Wortes zu einem Schützenfest für die Gilde und die vielen Besucher aus nah und fern.

Reiche Beute machten Jasmin Greulich, Simon und Siegfried Pingist aus Hörbranz – und weil sie früh dranwaren, gab es für sie auch noch Krapfen, fast zwei Drittel aller Teilnehmer mussten mit Gutscheinen vorliebnehmen.
Reiche Beute machten Jasmin Greulich, Simon und Siegfried Pingist aus Hörbranz – und weil sie früh dran waren, gab es für sie auch noch Krapfen, fast zwei Drittel aller Teilnehmer mussten mit Gutscheinen vorliebnehmen.peter strauss

Ab Mittag nur noch Gutscheine

“600 Krapfen hatten wir für die Amateur-Schützen, die am Luftgewehrstand ihre Treffsicherheit testen wollten und dafür mit Süßem belohnt wurden, vorbereitet. Die ersten konnten es gar nicht mehr erwarten und standen schon vor 9 Uhr vor der Tür – und dann hat uns der Publikumsandrang fast überrollt.” Mit dem Ergebnis, dass ab Mittag keine Krapfen mehr übrig waren und man sich mit Gutscheinen behelfen musste.

“Einerseits schade, denn das gemeinsame Krapfenessen im Gemeinschaftsraum des Schützenhauses war als Teil der Veranstaltung gedacht, andererseits war es uns aber so lieber, als wenn wir auf einem Teil der Krapfen sitzen geblieben wären, weil nicht genügend Schützen gekommen wären.”

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Mario Bentele, amtierender Weltmeister im Bewerb mit der Großkaliber-Pistole Precision Pistol Competition 1500, hatte seinen Sohnemann Paul mitgebracht, der beim Krapfenschießen eine Talentprobe abliefern konnte.   
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm: Mario Bentele, amtierender Weltmeister im Bewerb mit der Großkaliber-Pistole Precision Pistol Competition 1500, hatte seinen Sohnemann Paul mitgebracht, der beim Krapfenschießen eine Talentprobe abliefern konnte.

Neue Form der Tradition

Die Schützengilde, Lustenaus ältester Verein, versteht sich nicht nur als Sportverein, sondern auch als aktiver Teil der Dorfgemeinschaft. So war in früheren Zeiten der legendäre Schützenball ein Highlight der Lustenauer Fasnat und seit Menschengedenken lockte das herbstliche Schüblingschießen Scharen von Schützenfreunden an den Schießstand. “Wir wollten diese Tradition schon im Oktober des Vorjahrs wieder aufleben lassen, leider ging sich das im ganzen Eröffnungsstress nicht mehr aus. Wir wollten aber nicht ein ganzes Jahr warten und hatten deshalb die Idee des Krapfenschießens. Diese neue Form der Tradition wurde ein Riesenerfolg – 320 Schützinnen und Schützen, darunter auch Gruppen der Schützengilden Hörbranz und Berneck, durften wir im Luftgewehrstand begrüßen. Komplette Anfänger, die sich erstmals als Schützen versuchten, wurden von unseren Vereinsmitgliedern fachkundig betreut und in den Schießsport eingewiesen.”

Schon bei der Anmeldung gab es ob des großen Andrangs Stau und Wartezeiten.
Schon bei der Anmeldung gab es ob des großen Andrangs Stau und Wartezeiten.

Ausgesprochen treffsicher

“Dass wir viel zu wenig Krapfen vorbereitet hatten, lag auch daran, dass die Schützinnen und Schützen ausgesprochen treffsicher waren und damit mehr Krapfen abräumten, als wir gedacht hatten”, fand der Oberschützenmeister eine weitere Erklärung für die Fehleinschätzung. Die Regeln waren einfach: Für jeweils zwei Zehner oder vier Treffer zwischen sechs und neun gab es einen Krapfen.

Heinz Hagen mit prominenten Gästen: Simona Lehmann und Hartwig Hämmerle, der das Logo der Schützengilde Lustenau entworfen hat.   
Heinz Hagen mit prominenten Gästen: Simona Lehmann und Hartwig Hämmerle, der das Logo der Schützengilde Lustenau entworfen hat.

Mit Ostereiern geht es weiter

Der große Publikumserfolg beim Krapfenschießen hat der Schützengilde Mut gemacht, ähnliche Veranstaltungen zu organisieren. “Wir werden uns schon in den nächsten Tagen zusammensetzen, um nach dem Muster des Krapfenschießens um Ostern herum ein Ostereierschießen zu veranstalten – dann aber zweitägig, Samstag/Sonntag, weil wir uns einen ähnlich starken Zuspruch erwarten”, kündigte Hagen an.

OSM Heinz Hagen: „Das hohe Niveau der Schützinnen und Schützen hat uns positiv überrascht. Da war so manches Talent dabei, das wir gerne im Verein begrüßen würden.“
OSM Heinz Hagen: “Das hohe Niveau der Schützinnen und Schützen hat uns positiv überrascht. Da war so manches Talent dabei, das wir gerne im Verein begrüßen würden.”

Es geht wieder um die Wurst

Bereits fix geplant ist das Schüblingschießen im Herbst – “auch dieses wird auf Samstag/Sonntag ausgedehnt, weil wir damit rechnen, dass es viele Schützenfreunde längst als Pflichttermin vorgemerkt haben, wenn es im Herbst wieder buchstäblich um die Wurst geht. Dann wollen wir auch wieder den ‚Schüblingkönig‘ küren, jene Schützin oder jenen Schützen, der die meisten Schüblinge erzielt hat. Beim Krapfenschießen haben wir bewusst darauf verzichtet, weil wir möglichst vielen die Möglichkeit zur Teilnahme bieten wollten.” STP

Nicht nur die Anlage ist die modernste weitum, auch die Auswertung erfolgt volldigitalisiert und die Ergebnisse werden umgehend ausgedruckt. Jasmin Greulich präsentiert stolz einen tolle Ergebnisliste: die vierte Serie weist zehn Zehner aus.
Nicht nur die Anlage ist die modernste weitum, auch die Auswertung erfolgt volldigitalisiert und die Ergebnisse werden umgehend ausgedruckt. Jasmin Greulich präsentiert stolz eine tolle Ergebnisliste: Die vierte Serie weist zehn Zehner aus.
Bedingt durch den riesigen Andrang mussten Stau und Wartezeiten in Kauf genommen werden.   
Bedingt durch den riesigen Andrang mussten Stau und Wartezeiten in Kauf genommen werden.
Hochbetrieb im Schützenhaus – fachkundig unterwiesen gingen mehr als 300 Schützinnen und Schützen auf „Krapfenjagd“. PETER STRAUSS     
Hochbetrieb im Schützenhaus – fachkundig unterwiesen gingen mehr als 300 Schützinnen und Schützen auf “Krapfenjagd”. PETER STRAUSS