Wenn die Apres Ski Bar zum “Schlachtfeld” wird

VN / 27.01.2026 • 15:51 Uhr
Schlägerei Apres Ski Bar.jpeg
bundespolizeiPrügelei an der Bar: Auch im Kleinwalsertal mussten Polizeikräfte kürzlich einschreiten.

In Tiroler Wintersportorten häufen sich derzeit Eskalationen der Gewalt. Schwappt dieses Phänomen nun auch nach Vorarlberg über?

Riezlern Brutale Angriffe in Tiroler Skibars im Jänner schockieren die Gäste. So kam es allein am vergangenen Donnerstagabend in zwei Tiroler Tourismusorten binnen weniger Stunden zu teils schweren Gewaltdelikten. Sowohl in Sölden als auch in Söll wurden mehrere Männer bei Auseinandersetzung in Lokalen verletzt und mussten medizinisch versorgt werden.

Vor allem St. Anton am Arlberg hatte sich beim Start in die aktuelle Winter- und Skisaison durch negative Schlagzeilen zu einem “Hotspot” entwickelt. Schlägereien, rabiate Securitys und ein Mann mit Gaspistole sorgten dort über die Ortsgrenzen hinaus für Unmut.

Schnittwunde durch Glaskrug

Den gibt es jetzt auch in Vorarlberg: Am vergangenen Freitag gegen 18.50 Uhr kam es in der Apres Ski Treffpunkt „Schirmbar“ in Riezlern im Kleinwalsertal zu einem handfesten Streit unter drei deutschen Urlaubsgästen.  Ein 36-jähriger Mann verletzte dabei einen 53-jährigen Gast mit einem Glaskrug schwer im Bereich des Halses, indem er ihm eine etwa zehn Zentimeter lange Schnittwunde unbekannter Tiefe zufügte. Der Verletzte musste daraufhin nach der Erstversorgung durch die Rettung zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Schirmbar.jpg
symbol/kleinwlasertal.comAnsonsten ein Hort des Wohlfühlens: die “Schirmbar” in Riezlern, in der sich drei deutsche Urlaubsgäste auf brutale Weise in die Haare gerieten.

Der 36-jährige Angreifer verletzte sich durch die Glassplitter selbst an der Hand. Der 54-jährige Bruder des Opfers erlitt durch den Splitterflug des Glaskruges eine Schnittverletzung am Nasenrücken.

Alle Beteiligten wiesen eine erhebliche Alkoholisierung auf und konnten bislang noch nicht zum Sachverhalt einvernommen werden. Auch noch nicht am Dienstag, wie die Polizeiinspektion Kleinwalsertal den VN auf Anfrage mitteilte.

Eskalation im Dezember

Dies war der erste Vorfall in der „Schirmbar“ in Riezlern. Ein ähnlicher, doch noch viel schwerwiegender Tumult hatte sich am 26. Dezember vergangenen Jahres bei den Bergbahnen der Kanzelwand, ebenfalls in Riezlern, ereignet. Damals waren zwei niederländische Gruppen zunächst in einen verbalen Streit geraten. Kurz darauf lief alles aus dem Ruder: Ungefähr 20 Personen gingen mit Kopf- und Faustschlägen sowie Glasflaschen aufeinander los.

Eine Person erlitt eine Schnittwunde im Gesicht und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Vier weitere Verletzte begaben sich selbständig in ärztliche Behandlung. „Die eintreffenden Beamten mussten die Streitparteien trennen, gegen eine Person musste Pfefferspray eingesetzt werden“, so die Polizei.

Eigenes Sicherheitskonzept

Der Betreiber der „Schirmbar“ betonte gegenüber den VN, dass der damalige Vorfall nichts mit seiner Lokalität zu tun hatte. Dennoch – vor allem angesichts der Auseinandersetzung am vergangenen Freitag – ist der Gesellschafter der beliebten Bar im Kleinwalsertal sensibilisiert. „Bisher waren wir so etwas nicht gewohnt. Jetzt aber erstellen wir gerade ein eigenes Sicherheitskonzept und haben bereits Security-Firmen angeschrieben.“

Unterdessen behelfe man sich selbst mit der Rekrutierung von Leuten, die für die Sicherheit der Gäste sorgen. „Und die ist uns sehr wichtig. Wir wollen schließlich, dass sich unsere Gäste wohlfühlen und Spaß haben“, so der Schirmherr der „Schirmbar“.