Fleißige und weniger fleißige Jäger im Montafon

Unstimmigkeiten wegen Abschussquoten sorgen für Zwist unter Weidmännern in der Talschaft.
Schruns Der Vorwurf wiegt schwer. “Während wir mit totalem Einsatz den durch einen Bescheid im Frühjahr 2025 verschärften Abschussplan zu erfüllen versuchen, gibt es Kollegen, die alles andere als bestrebt sind, ihre Vorgaben zu erfüllen. Die lachen uns sogar aus, wenn wir uns abmühen.” Der Vorwurf des der Redaktion bekannten Weidmanns aus dem Montafon richtet sich gegen Kollegen in der Talschaft, konkret gegen die Verantwortlichen der Hegegemeinschaft 3.2 bei St. Gallenkirch/Gargellen.
Die Nachbarn schossen viel
Laut Auskunft von Klaus Heingärtner, stellvertretender Bezirkshauptmann von Bludenz und für Wildtier-Agenden im Bezirk zuständig, liegt die aktuelle Abschussquote in besagter Hegegemeinschaft aktuell bei 92,2 Prozent. Allerdings auf Basis des ursprünglichen Abschussplans, ohne den via behördlichem Bescheid vom April des letzten Jahres geforderten Zusatzauftrag. “Die benachbarte Hegegemeinschaft 3.3 hat eine Abschussquote von 116 Prozent aufzuweisen”, ermöglicht Heingärtner einen Vergleich. Kommentieren möchte Heingärtner die Zahlen nicht. Noch nicht. “Das Jagdjahr ist noch nicht zu Ende. Daher besteht selbstverständlich noch die Möglichkeit, den Abschussplan zu erfüllen”, äußert sich der BH-Beamte sachlich.

Wütender Ober-Jäger
Emotional und aufgebracht reagierte Bertram Netzer, Hegeobmann der Hegegemeinschaft 3.2, auf eine VN-Anfrage über die jagdliche Situation in seinen Revieren. “Euch sag’ ich gar nichts. Ihr lügt und verzerrt ja eh”, beendete er unverzüglich das Gespräch.
Einer seiner Revierverantwortlichen, dem Netzer nachträglich das Wort verbieten wollte, rechtfertigte sich gegenüber den VN mit Argumenten. “Von den drei in der Region befindlichen Futterstellen ist die, für die ich zuständig bin, die am meisten frequentierte. Da kommen auch viele andere Tiere aus anderen Zonen her. Ich würde mir daher auch mehr Partnerschaft bei der Erfüllung meiner Aufgaben vorstellen”, meinte der Jäger. Ihm habe man die Abschussquote Jahr für Jahr erhöht, anderen hingegen deren Quote herabgesetzt. Und: “Von den 100 zuletzt beprobten Tieren in meinem Verantwortungsbereich war kein einziges mit dem TBC-Erreger infiziert.” Dass er das verordnete Sonderkontingent an Abschüssen bisher nicht erfüllt habe, räumt der Jäger ein.

Die Hoffnung lebt
Registriert wurde im Jagdjahr 2024/2025 eine Häufung von TBC-Infektionen über das bis dahin ausgewiesene TBC-Bekämpfungsgebiet hinaus. Und zwar in der Wildregion 3.3 (Rellstal, Gauertal, Gamapdelstal). Dies veranlasste die Behörde, die Abschussquoten in dieser und anderen Regionen zu erhöhen.
Im Allgemeinen lobt Bezirkshauptmann Harald Dreher den Jagdeinsatz der Weidmänner im Montafon. Vor allem auch jene in der Problemregion Silbertal/Bartholomäberg. “Sie haben sich ordentlich ins Zeug gelegt”, so Dreher.
Was den Verantwortlichen im Kampf gegen den TBC-Erreger Hoffnung gibt: “Beim jungen Rotwild gibt es praktisch keine Infektion mehr”, berichtet der Bludenzer Bezirkshauptmann.