Nüziders erwägt Millionen-Investition ins Ortszentrum

VN / 28.01.2026 • 09:30 Uhr
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Bürgermeister Florian Themeßl-Huber wünscht sich wieder ein Gasthaus im Dorf. Bilder: VN/JUN

Die Gemeinde plant eine Begegnungszone im Zentrum und prüft den Kauf von Haus 1 des Krone-Projekts.

Nüziders In der Ortskernentwicklung ist die Gemeinde Nüziders einen Schritt weiter. Vergangenen Sommer hat die Gemeinde eine Verkehrserhebung veranlasst, um zu überprüfen, ob eine Begegnungszone im Ortszentrum überhaupt möglich ist. Dabei wurde die Anzahl an Fahrzeugen und Fußgängern gemessen, die das Ortszentrum passierten. Das Resultat: Die Frequenz an Verkehrsteilnehmenden ist hoch genug, um eine Begegnungszone zu errichten. Nun kann man an die Gestaltung der Begegnungszone denken. Diese hängt wiederum vom Gasthaus-Krone-Projekt ab, da das „Eingangstor“ in die Begegnungszone der Neubau des Gasthauses Krone sowie das Gemeindeamt bilden. Daher liegt es nahe, dass das mit dem Krone-Projekt beauftragte Architekturbüro Ender auch die Gestaltung der Begegnungszone übernimmt. Seitens des Landes gibt es einen Leitfaden, wie eine Begegnungszone auf einer Landesstraße gestaltet werden sollte.

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Die Gemeinde könnte das Haus 1 kaufen, da es einen starken öffentlichen Charakter hätte. Die Entscheidung trifft aber die Gemeindevertretung.
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Gasthaus Krone und Gemeindeamt bilden das künftige Eingangstor in die Begegnungszone.

Bürgermeister Florian Themeßl-Huber erläutert die weitere Vorgehensweise: Die gestalterischen Maßnahmen zum Errichten einer Begegnungszone müssen bei der Bezirkshauptmannschaft eingereicht werden, da es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Landesstraße handelt. Eine Gemeindestraße dagegen könne man als Gemeinde viel leichter umgestalten; doch so muss sich die Gemeinde an die Vorgaben des Landes halten. Die Begegnungszone soll parallel zum Bau der Krone erfolgen, da es während der Bauphase sowieso zu Verkehrseinschränkungen kommen wird. Die Bauverhandlung für die Krone ist für das Frühjahr, spätestens für den Sommer vorgesehen. Danach kann gebaut werden. Mit dem Projektentwickler – der Primus Immobilien GmbH – ist die Gemeinde im engen Austausch.

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Im Ortszentrum von Nüziders herrscht bereits jetzt schon 30 km/h.

Haus 1

Dass die Gemeinde einen finanziellen Beitrag zum Krone-Projekt leisten wird, ist bekannt. Doch jetzt überlegt Florian Themeßl-Huber, als Gemeinde das gesamte Haus 1 – es gibt auch noch ein Haus 2 – zu kaufen. Haus 1 habe einen starken öffentlichen Charakter: Im Erdgeschoss entsteht ein neues Gasthaus, im ersten Obergeschoss sollen sich Ärzte ansiedeln, und im zweiten Obergeschoss stehen weitere gewerblich nutzbare Räume zur Verfügung. 4,7 Millionen Euro würde Haus 1 die Gemeinde kosten. Mit der Vermietung von Büros, Arztpraxen und Gastronomie könne die Gemeinde gleichzeitig Einnahmen lukrieren, mit denen die jährliche Rückzahlungsrate niedriger ausfallen würde. Somit verbleibt der Gemeinde nach Abzug aller Einnahmen eine jährliche Belastung von 180.000 Euro. Bereits jetzt habe man die 4,7 Millionen Euro in die mittelfristige Finanzplanung einkalkuliert. Die Fremdfinanzierung würde auf 25 Jahre ausgelegt sein. Eine Entscheidung der Gemeindevertretung steht jedoch noch aus.

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Schwer einsehbare, unübersichtliche Ecken, enge Straßen und schmale Bürgersteige: Eine Begegnungszone würde die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen.

„Beachtliche Investition“

Es wäre eine „beachtliche Investition“, die die Gemeinde tätigen würde, weiß Themeßl-Huber. Gleichzeitig wäre ihm die Etablierung eines neuen Dorfgasthauses das wert. Denn in der heutigen Zeit sei es schwierig, eine Privatperson zu finden, die die Initiative ergreift und ein neues Gasthaus eröffnet. Als Gemeinde hätte man so die Option, sich an der Gastronomie zu beteiligen. Und die Lage direkt im Ortszentrum wäre prominent. Ein Pächterpaar, das sogar aus Nüziders kommt, habe bereits sein Interesse an der Krone bekundet.

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Die gestalterischen Maßnahmen für die Begegnungszone übernimmt das Architekturbüro Ender.
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Die Ortsdurchfahrt ist eine Landesstraße.

„Die Krone ist der Startschuss für die Ortskernentwicklung“, sagt der Bürgermeister. Die Verkehrsberuhigung spiele da ebenfalls mit hinein – eine Begegnungszone hätte man unabhängig von der Krone sowieso evaluiert. Die Voraussetzungen für einen Kauf von Haus 1 seien „ideal“, fasst Themeßl-Huber zusammen. „Im Projekt Gasthaus Krone steckt zu 100 Prozent Nüziders drin – vom Investor über das Architekturbüro bis zum Pächterpaar.“

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Die Begegnungszone endet bei der Kirche.