Mellauer Gemeindehaus macht kurz Pause

VN / 10.02.2026 • 16:25 Uhr
Auf der Mellauer Großbaustelle ist kurzzeitig
Auf der Mellauer Großbaustelle ist kurzzeitig “Winterschlaf” angesagt. Die Pause war eingeplant und hat keine Auswirkungen auf den Zeitplan. Peter Strauss

“Winterschlaf” auf der Großbaustelle soll nicht mehr allzu lange dauern.

Mellau Mellau baut ein neues Gemeindehaus – im Frühherbst des Vorjahrs wurde das bestehende Gebäude abgerissen und mit dem Aushub begonnen. Noch vor Weihnachten wurde dann der Hochbau in Angriff genommen, Fundamente für die Tiefgarage betoniert und erste Mauern hochgezogen. Bis zum Wintereinbruch wurde erkennbar, wie das in Zukunft einmal aussehen soll.

Im Zeitplan vorgesehen

Aktuell sind die Arbeiten eingestellt – es würde wenig Sinn machen, bei Schnee und Kälte zu arbeiten. Im Zeitplan für den Neubau ist deshalb dieser “Winterschlaf” vorgesehen worden. Ebenso ist der Neustart fixiert, wenn das Ärgste vorbei ist.

Die idyllische Ruhe hat ein Ablaufdatum: nach der Fasnat soll es - so es das Wetter zulässt - mit Hochdruck weitergehen.
Die idyllische Ruhe hat ein Ablaufdatum: Nach der Fasnat soll es – so es das Wetter zulässt – mit Hochdruck weitergehen.

“Wir haben festgelegt, das Ende der Fasnat abzuwarten und dann zu entscheiden, ob das Wetter einen Weiterbau zulässt. So etwas kann man nicht vorausplanen, da müssen wir uns eben nach der Natur richten”, sieht Bürgermeister Tobias Bischofberger die ganze Angelegenheit entspannt, denn: “Grundsätzlich möchten wir das neue Haus so schnell wie möglich fertigstellen und in Betrieb nehmen, aber wir haben keinen Zeitdruck, die Gemeindeverwaltung ist in gemeindeeigenen Räumlichkeiten gut untergebracht und es wäre kein Problem, wenn sich der Bau verzögern sollte. Aber wie gesagt: Wir möchten so schnell wie möglich fertig werden.”

Dass im Hochwinter eine Pause eingelegt wurde, lag nicht nur an der Jahreszeit und der Witterung, man wollte auch den Urlaubsgästen in der Hochsaison Belästigungen durch den Baustellenverkehr ersparen.
Dass im Hochwinter eine Pause eingelegt wurde, lag nicht nur an der Jahreszeit und der Witterung, man wollte auch den Urlaubsgästen in der Hochsaison Belästigungen durch den Baustellenverkehr ersparen.

Handwerker sind bereit

Auf der Baustelle ist zwar Pause, aber die Ruhe täuscht: “Wenn erst mal die Holzbauer anrücken, dann geht es ruckzuck, da läuft die Produktion der Elemente längst”, verrät der Schindeler Albert Hager, dem avisiert wurde, dass er “wahrscheinlich schon im April, spätestens aber im Mai mit dem Verlegen des Schindelkleides beginnen kann.” Fast 150.000 Schindeln wird er benötigen, um dem neuen Haus das typische Wälder-Outfit” zu verpassen.

Entspannt kommentiert Bürgermeister Tobias Bischofberger die Pause auf der Baustelle:
Entspannt kommentiert Bürgermeister Tobias Bischofberger die Pause auf der Baustelle: “Wir haben keinen Zeitdruck, dessen ungeachtet sind wir bestrebt, das Projekt möglichst rasch umzusetzen. Die Arbeiten liegen voll im Zeitplan.”

Nicht nur der Schindeler ist bereit, auch die Zimmerei Huber kann loslegen, wenn die Baumeisterarbeiten erledigt sind. Der Betrieb der Zimmerei Huber ist ebenso wie jener des Schindelers in Mellau fast Nachbar der Baustelle – und dementsprechend motiviert, dass es bei “ihrem” Gemeindehaus zügig vorangeht.

Huber und Hager sind beispielhaft für die Bemühungen der Gemeinde, Bauaufträge möglichst an Betriebe aus der Region zu vergeben. Dies ist bisher gut gelungen, wie auf der Informationstafel am Bauzaun aufgelistet wird.

Dort ist auch das vom Lindauer Büro Feuerstein/Hammer/Pfeiffer Architekten geplante Objekt beschrieben: “In Holzbauweise entstehen hier neue, zeitgemäße Räumlichkeiten für Mellau. Gestalt und Bauweise orientieren sich an regionalen Vorbildern. Ein Haus für alle – für unser Dorf und für unsere Gäste.”

Wie das neue Gemeindehaus aussehen wird, ist am Baustellenzaun auf einer Info-Tafel avisiert.
Wie das neue Gemeindehaus aussehen wird, ist am Baustellenzaun auf einer Infotafel avisiert.

Platz für mehrere Nutzer

Im Neubau, der das in den 1960er-Jahren errichtete und jetzt abgerissene Objekt ersetzt, findet künftig nicht nur die Gemeindevertretung Platz. Daneben werden auch der Krankenpflegeverein, die derzeit noch provisorisch untergebrachte Finanzverwaltung Hinterer Bregenzerwald, die öffentliche Bücherei, ein kleiner Saal für Veranstaltungen und zwei Notwohnungen Platz finden.

Abschluss des Langzeitkonzepts

Insgesamt wird mit dem neuen Gemeindehaus ein vor mehr als 50 Jahren gestarteter Gestaltungsprozess abgeschlossen: Es begann 1974 bis 1976 mit der Verlegung des Friedhofs vom damaligen Standort bei der Pfarrkirche an den Eggbühel am Ortsrand. 1980 bis 1982 wurde auch die Pfarrkirche erneuert – nur der Turm blieb stehen, die Kirche selbst komplett neu gebaut. 2018 kamen Dorfsaal und Kindergarten hinzu, ebenso zusätzliche Infrastruktur wie Turnhalle für die Volksschule oder Räumlichkeiten für den Musikverein. Jetzt wird dieses Gesamtkonzept abgeschlossen. STP