Liselotte Schnitzer: “Ich hatte ein schönes Leben, und dafür bin ich dankbar”

VN / 25.02.2026 • 16:24 Uhr
Liselotte Schnitzer liebte das Reisen - bis ins hohe Alter war sie gern unterwegs.
Liselotte Schnitzer liebte das Reisen – bis ins hohe Alter war sie gern unterwegs.privat

Liselotte Schnitzer, geborene Arnoldini, war eine Frau, die gerne durchs Leben und die Welt reiste. Am 25. Jänner 2026 ging sie auf ihre letzte Reise.

Von Melanie Knünz

Bregenz Liselotte Arnoldini wurde am 2. März 1930 geboren – für ihr Leben, das voller Humor und Frohsinn war, sinngebend: Es war Faschingssonntag. Im Kreise ihrer Eltern und Großeltern wuchs sie als Einzelkind geschützt und liebevoll trotz der zahlreichen Entbehrungen in der Kriegszeit auf. Nach ihrer Pflichtschulzeit und nach Kriegsende besuchte sie die Fachschule Marienberg in Bregenz und trat im Anschluss ihre erste Arbeitsstelle bei Wolford an.

1953 heiratete sie ihren Jugendfreund Anton Schnitzer und ging damit nicht nur eine lebenslange Verbindung mit ihm ein, sondern pflegte eine tiefgehende, glückliche Liebesbeziehung. Gekrönt wurde Liselottes und Antons Liebesglück 1954 bzw. 1956 durch die Geburten ihrer Töchter Monika und Christine. Trotz einfachster Verhältnisse in der “Schnabelburg” am Bodensee war die Familie für Liselotte das größte Glück, dem sie sich hingebungsvoll widmete.

Das Reisen entdeckt

Nach dem Umzug in eine größere und komfortablere 3-Zimmer-Wohnung in Bregenz 1964 begann die große Freiheit. Als Anton und Liselotte ihre Führerscheine gemacht und ihr erstes eigenes Auto gekauft hatten, entdeckten sie ein neues Hobby: das Reisen. Was mit ersten Ausflügen zum Wandern und Skifahren im Ländle oder als Sonntagsfahrt ins benachbarte Ausland begann, wuchs bald zu einer wahren Leidenschaft heran: Das Fernweh hatte Liselotte und ihren geliebten Anton gepackt.

Um die Haushalts- und Reisekasse aufzubessern, nahm Liselotte immer wieder kleine Nebentätigkeiten auf. So jobbte sie ab 1968 jeden Sommer als Kassiererin im Strandbad Hard. Ihren Traumjob jedoch fand sie 1974 dann bei der Städtischen Fürsorgeabteilung im heutigen Sozialamt in Bregenz. Als Assistentin bei der Mütterberatung und der Schuluntersuchung war sie unter anderem für das Messen und Wiegen der Neugeborenen und Schüler zuständig – eine Tätigkeit, die sie mit vielen Menschen in Kontakt treten ließ. Liselotte konnte sich noch Jahre später an viele Kinder erinnern.

Fünf Enkelkinder

Weitere besondere Momente im Leben waren für Liselotte die Geburten der insgesamt fünf Enkelkinder, die nachfolgend viel Zeit mit Oma und Opa verbrachten. Wenn Liselotte und Anton gerade nicht ihre Freizeit mit den Enkelkindern verbrachten, tanzten sie für ihr Leben gern und besuchten gemeinsam Tanzkurse.

Nach ihrer Pensionierung 1991 zog Liselotte zusammen mit Anton los, um die Welt zu entdecken. Das Fernweh, die Reiselust und die Freude an fremden Kulturen haben die beiden bis zuletzt verbunden. Erst die schleichende Parkinson-Erkrankung Antons bremste Liselotte ein. Ihren Ehemann hingebungsvoll zu pflegen, war für sie selbstverständlich, so wie sie damals bereits ihre Eltern gepflegt hatte.

Noch letztes Jahr nach Spanien

Trotz des schweren Verlusts ihres Weggefährten 2017 verlor Liselotte nie ihre Lebenslust. Bis zuletzt genoss sie viele weitere Reisen (zuletzt war sie im September 2025 noch in Spanien), gesellige Jass-Nachmittage mit ihren Freundinnen, ihre geliebten Quizsendungen und die Tanzshow “Let’s Dance”, von der sie keine einzige Folge verpasste.

Nach einer Reise nach Spanien im September letzten Jahres verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand aufgrund einer Nierenerkrankung unerwartet rasch. Im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt bezog sie ein “Übergangsbett” im Sozialzentrum Mariahilf, wo sie sich sehr wohlfühlte und bestens betreut wurde. Liselotte Schnitzer begab sich am 25. Jänner 2026 im Hospiz am See auf ihre letzte Reise. Bis zuletzt war sie der festen Überzeugung: “Ich hatte ein schönes Leben, und dafür bin ich dankbar.”

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Dafür war Liselotte Schnitzer bekannt: immer mit einem Lächeln im Gesicht und voller Tatendrang.
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