Wälder Tourismus bleibt auf Kurs

VN / 25.02.2026 • 15:00 Uhr
Ein cooles Vergnügen – der Outdoor-Pool des Schröckener Berghauses mit Blick auf den Eissportplatz.
Ein cooles Vergnügen – der Outdoor-Pool des Schröckener Berghauses mit Blick auf den Eissportplatz.Peter Strauss

Nächtigungen bei Halbzeit der Wintersaison gut vier Prozent über dem Vorjahrsergebnis

Egg Nach einem sensationellen Dezember 2025, der dem Bregenzerwald einen zweistelligen Nächtigungszuwachs gegenüber dem Vergleichsmonat 2024 brachte, schloss auch der Jänner 2026 an diesen erfreulichen Trend an. Nicht mehr in diesem Ausmaß, aber immerhin: Mit 255.831 Übernachtungen verzeichneten die 22 Gemeinden der Region im Jänner 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Zuwachs von knapp 4000 Übernachtungen, das sind rund 1,6 Prozent. Kumuliert für die erste Hälfte der Wintersaison (drei der sechs Monate) ergibt dies ein Plus von 4,4 Prozent, das sind mehr als 19.000 Nächtigungen.

Mellau – im Bild das frischverschneite Skikinderland bei der Talstation der Mellau Bahn und dem Hotel die Wälderin – war mit einem Nächtigungsplus von mehr als 6.000 Übernachtungen der große Gewinner der bisherigen Wintersaison. PETER STRAUSS
Mellau – im Bild das frisch verschneite Skikinderland bei der Talstation der Mellau Bahn und dem Hotel Die Wälderin – war mit einem Nächtigungsplus von mehr als 6000 Übernachtungen der große Gewinner der bisherigen Wintersaison.

Regionale Unterschiede

Im Detail ergeben sich für den Jänner in der Talschaft deutliche Unterschiede, die zu analysieren sind. So legte Mellau mehr als 3000 Nächtigungen/12 Prozent zu, der Skigebietspartner Damüls büßte gegenüber Jänner 2025 fast 1000 Nächtigungen/1,7 Prozent ein, blieb mit mehr als 57.000 Übernachtungen mit Abstand nächtigungsstärkster Ort der Region.

Die “Skigebietszwillinge am Hochtannberg” – Warth und Schröcken – blieben hauchdünn über dem Vorjahrsergebnis und der Dritte im Bunde – Au und Schoppernau mit dem Skigebiet Diedamskopf – schlossen den Jänner unterschiedlich ab: Au konnte fast 800 Übernachtungen (2,7 Prozent) zulegen, Schoppernau büßte hingegen knapp 500 Nächtigungen (1,8 Prozent) ein.

Die Bilanz für die Monate November 2025 bis Jänner 2026 zeigt ein ähnliches Bild: Mellau legte gegenüber dem Vergleichszeitraum fast 6400 Übernachtungen (14,2 Prozent) zu, in Au gab es ein Plus von 4650 Nächtigungen (10,3 Prozent) und Warth legte knapp 2000 Übernachtungen (3,1 Prozent) zu. Vierstellige Zuwächse verbuchten auch Egg (1750), Schröcken (1650) und Riefensberg (1400). Die größten Einbußen gab es in Alberschwende (minus 1300) und Sulzberg (minus 950). Insgesamt gab es für 17 der 22 Gemeinden Zuwächse. Hinsichtlich Auslastung liegt Reuthe mit 60,3 Vollbelegstagen klar voran, Warth (36,9), Damüls (33,9), Schröcken (33,4) und Au (31,5) folgen mit Respektabstand.

Für seine Schneesicherheit „berühmt“ – der Salober, der gleich von vier Bahnen erschlossen wird.   
Für seine Schneesicherheit “berühmt” – der Salober, der gleich von vier Bahnen erschlossen wird.

Über 14 Vollbelegstage

Bei knapp 18.000 Gästebetten im Bregenzerwald ergibt sich bei rund 256.000 Übernachtungen eine Auslastung von etwas mehr als 14 Vollbelegstagen, das sind rund 46 Prozent, wobei Damüls und Warth mit jeweils gut 21 Vollbelegstagen (fast 69 Prozent) die beste Auslastung erzielten. Auch Schröcken mit knapp 20 Vollbelegstagen (63,5 Prozent) liegt in diesem Ranking noch knapp über Reuthe (18,5 Vollbelegstage oder 59,5 Prozent).

Im Bild rechts - etwas versteckt am Ortsrand von Warth: Im Sommer ein Fischteich, im Winter eine Natureisfläche.   
Im Bild rechts – etwas versteckt am Ortsrand von Warth: Im Sommer ein Fischteich, im Winter eine Natureisfläche.

Etwas anders sieht es in der Gesamtbilanz für die drei Monate aus: Mit etwas mehr als 60 Vollbelegstagen führt Reuthe das Ranking mit großem Abstand vor Warth (37 Vollbelegstage), Damüls (34) und Schröcken (33,5) an.

Gesamtprognose mit Vorsicht

So erfreulich die Wälder Halbzeitbilanz ausfällt, so “vorsichtig” sind die Prognosen für die zweite Hälfte des Winters, denn diesbezüglich ist zu befürchten, dass sich die deutlich kürzere Saison auch auf die Nächtigungen im April nachteilig auswirken wird. Heuer ist die Saison zwei Wochen kürzer – Ostern ist statt am 20. schon am 5. April – und das wird sich auch auf die Nächtigungen im April auswirken, denn sogar in den hoch gelegenen Skigebieten Damüls und am Hochtannberg ist an den Liften am 12. April Schluss. Im April 2025 führte der späte Ostertermin zu einem außergewöhnlich guten Nächtigungsergebnis für den April: Mehr als 70.000 Übernachtungen wird es heuer wohl nicht geben. Das Gesamtergebnis von 2024/25 (996.293) liegt trotzdem in Reichweite. Selbst das Knacken der Millionen-Marke ist aus heutiger Sicht eine realistische Vorstellung. STP