Ein Herz für stachelige Gartenbewohner

Luis Maurer (16) engagiert sich für Igelrettung.
Laterns Schon als kleiner Junge entdeckte Luis Maurer aus Laterns seine Leidenschaft für Tiere. “Ich kann mich noch erinnern, wie ich ganze Tierlexika verschlungen habe”, erzählt der 16-jährige Schüler. Irgendwann reifte in ihm der Wunsch, Tieren in seiner Umgebung zu helfen. “Ich habe mich im Internet informiert und bin im Sommer auf die Wildtierhilfe gestoßen”, berichtet Luis. Dort erfuhr er, dass Igel in der Region immer seltener den Winterschlaf finden und dadurch ums Überleben kämpfen.

Für Luis stand schnell fest: Er möchte helfen, und zwar mit eigenen Händen. Derzeit päppelt Luis drei Igel bei sich zu Hause auf und hat sie erfolgreich in den Winterschlaf begleitet. “Es erfüllt mich, zu sehen, wie sie sich erholen. Es zeigt mir jeden Tag, dass jeder Einzelne der Natur etwas zurückgeben kann”, sagt er.
Igel in Laterns verschwunden
In seinem Heimatdorf hatte Luis bis dato keinen lebenden Igel in der Natur gesehen. “Hier gibt es schon seit vielen Jahren keinen mehr, das erzählen mir zumindest die älteren Bewohner”, berichtet er. Über die Wildtierhilfe kam Luis in Kontakt mit Sabine Matt aus Lustenau, die privat verletzte, kranke und unterernährte Igel aufnimmt und aufpäppelt. “Als ich bei ihr zum ersten Mal ein kleines Igelchen gesehen habe, war es um mich geschehen”, sagt er lächelnd. Sabine brachte ihm alles bei, was er über die stacheligen Tiere wissen muss.

Nach dem Besuch war für ihn klar: Jede Hilfe zählt. Kurz darauf erhielt er von Sabine zwei Igel zur Pflege. Mit Soldatenfliegenlarven und Katzenfutter fütterte er sie, baute ihnen Schlafplätze und richtete Futterstellen ein. “Es ist aufwändig, aber die Mühe lohnt sich, wenn man sieht, wie sie wieder zu Kräften kommen, um dann ausgewildert werden zu können.”

Familienprojekt ins Leben gerufen
Luis hatte bald die Idee, die Informationen über Igel weiterzugeben. Er wandte sich an die Leiterin der Volksschule in Laterns und fragte, ob er über die Schule Eltern und Kinder für Igelpatenschaften gewinnen dürfe. Über das interne Nachrichtenportal Schoolfox informierte er die Familien über sein Projekt. Die Resonanz war groß: Zahlreiche Familien erklärten sich bereit, Igel aufzupäppeln. “Ich habe jede Familie besucht, die Gärten angeschaut und erklärt, worauf sie achten müssen. Niemand wird mit dieser Aufgabe allein gelassen. Sabine, ich und die Wildtierhilfe stehen jederzeit für Fragen bereit”, betont Luis. Wichtig ist ihm, dass Igel keine Haustiere sind, sondern Wildtiere, die nur aufgenommen werden dürfen, wenn sie Hilfe brauchen. Laterns sieht er als idealen Ort für die Pflege: “Wir haben wenig befahrene Straßen und kaum Rasenroboter im Dorf.” Für Luis ist klar: Jeder kann Gutes tun, direkt vor der eigenen Haustür. “Für Tierschutz gibt es kein Mindestalter”, sagt er. Schon kleine Veränderungen im Garten können helfen. Sein Engagement zeigt Wirkung: Auch seine Biologielehrerin will nun einen Igel aufnehmen. Nach der Schule möchte Luis mit Tieren arbeiten. “Vielleicht studiere ich Zoologie oder Biologie. Aber da habe ich ja noch etwas Zeit”, sagt er. BVS
Zur Person
LUIS MAURER
GEBOREN AM 25. August 2009
WOHNORT Laterns
AUSBILDUNG Schüler der Höheren Lehranstalt für Landwirtschaft in Hohenems
HOBBYS Gitarre spielen, singen, sich mit Freunden treffen
