Bezau schließt Schulpartnerschaft mit Meran

Fachlicher und kultureller Austausch soll der Ausbildung neue Impulse geben
Bezau, Meran Die Ausbildung von Fachkräften im Tourismus ist längst international zur wachsenden Herausforderung geworden und verlangt neue Konzepte und Strategien. Die Bezauer Wirtschaftsschulen tragen diesen Erwartungen Rechnung: In enger Kooperation mit der Wirtschaft werden Ausbildungsmodelle stetig optimiert und neu entwickelt – Stichwort Werkraumschule im Bereich des Handwerks und GASCHT im Bereich der Gastronomie.

Den Horizont erweitert
Lag bei diesen Modellen der Fokus auf der Vernetzung von Lehre und Schule, so ist man in Bezau bei Handelsakademie und Höherer Lehranstalt für Tourismus bestrebt, den Horizont weit über den Lehrplan hinaus zu erweitern.
Auslandsreisen und Kooperationen mit Italien, Frankreich, Deutschland, Irland, den Niederlanden, Polen, Dänemark und Spanien sind seit vielen Jahren Standard. Heuer geht es auch nach Norwegen und ab 2027 ist auch Großbritannien wieder im Programm. Es finden regelmäßige Reisen nach Taiwan (früher China) statt, sogar eine Reise nach Mexiko wurde organisiert, da die BWS neben Englisch, Französisch, Italienisch auch Chinesisch und Spanisch im Sprachangebot hat. Im Rahmen der Projektwoche 2026 fand zudem ein Einführungskurs in Schwedisch statt.
Über Praktika zum Kaiserhof
In Bezau werden auch immer wieder Möglichkeiten in der Nähe ausgelotet, um die Ausbildung zu bereichern. Über Auslandspraktika wurde die Bezauer Schule auf die Landeshotelfachschule Kaiserhof in Meran aufmerksam.

Dazu Bezaus Direktor Mario Hammerer: “Der Kaiserhof, ehemaliges Grandhotel, 1897 erbaut, ist ein Ort voller Geschichte, der einst auch prominente Gäste wie Kaiserin Sisi beherbergte, ist eine renommierte Bildungseinrichtung, die sich auf eine hochqualifizierte Ausbildung im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Tourismusmanagement spezialisiert hat.”

Zur rechten Zeit am rechten Ort
An der Bezauer Schule besorgte man sich auch andere Infos über den Kaiserhof: “Aktuell werden dort rund 250 Schülerinnen und Schüler unterrichtet, besonders charakteristisch ist das dreistufige Abschlussmodell: Nach der 3. Klasse erreichen die Schülerinnen und Schüler Gleichstellung mit dem Lehrabschluss im Service, nach der 4. Klasse jene im Bereich Küche, die 5. Klasse endet mit der staatlichen Reifeprüfung (Matura). Das fanden wir interessant, also machten wir uns auf den Weg nach Meran, um noch mehr zu erfahren”, so Hammerer, der im Herbst des Vorjahrs ins Südtirol reiste und dort wie gerufen kam. “Die Meraner Schule hatte – erfolglos – eine Partnerschaft mit einer Schule in Prag angestrebt und fand, dass Bezau eine interessante Alternative sein könnte.”

Beim Gegenbesuch fixiert
Kürzlich fand der Gegenbesuch einer Delegation aus Meran statt, bei der die Südtiroler auch Eindrücke über das Umfeld der Schule und die Region sammeln konnten.
Eine überzeugende Präsentation der Bezauer Schule, befand Direktor Hammerer: “Besonders beeindruckte die Meraner Gäste das klare pädagogische Konzept der BWS, das gelebte Leitbild, die hervorragende Infrastruktur sowie die zukunftsorientierte Ausrichtung des Schulstandorts.”
Hammerers Direktor-Kollege Hartwig Gerstgrasser war beeindruckt und machte Nägel mit Köpfen: “Der Austausch mit Schulen gleicher Ausrichtung ist für uns ein unschätzbarer Gewinn. Er erweitert den Horizont unserer Schülerinnen und Schüler, stärkt ihre fachlichen und sozialen Kompetenzen und ermöglicht wertvolle Einblicke über die eigenen Schul- und Landesgrenzen hinaus. Die Kooperation mit Bezau erfüllt genau dieses Ziel – und wir freuen uns darauf, sie gemeinsam weiterzuentwickeln.” STP