Hohenweiler Wohnbau-Offensive geht auf die Zielgerade

Im Hohenweiler Dorfzentrum entsteht eine weitere Anlage mit 30 Wohnungen in drei Objekten.
Hohenweiler Seit Dezember des Vorjahrs ziehen nach und nach die Bewohner in die rund drei Dutzend Wohnungen der Hohenweiler Zentrumsverbauung ein, ein weiteres Dutzend entstand zuvor in der Erweiterung und Verdichtung des Maurer-Hauses. Gegenüber der Pfarrkirche wurde schon Ende 2019 eine Anlage mit elf Mietwohnungen bezogen und seit Herbst 2025 wird an einer weiteren Anlage mit 30 Einheiten gebaut.

Damit geht die Wohnbau-Offensive im Dorfzentrum, die der Gemeinde bis im kommenden Jahr im engeren Umfeld der Pfarrkirche binnen rund zehn Jahren insgesamt etwa 90 neue Wohnungen bringt, auf die Zielgerade.

Dem Bedarf Rechnung getragen
Die neue Anlage auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal eines seit vielen Jahren aufgelassenen landwirtschaftlichen Hofs wird in Kooperation von Wohnbauselbsthilfe und Rhomberg Bau errichtet und ist gedrittelt konzipiert – je zehn Wohnungen sind Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen.

“Dies”, so Bürgermeister Wolfgang Langes, “war uns ein Anliegen, denn wir wollten damit den finanziellen Möglichkeiten und Vorstellungen der Wohnungssuchenden Rechnung tragen und Wohnungen zur Miete, für Mietkauf und im Eigentum anbieten.”
Gemischt ist auch die Bauweise, Untergeschoss und teilweise Erdgeschoss werden im Massivbau errichtet, darüber ist Holzbau angesagt. Nachhaltigkeit gewährleisten Solaranlage und Wärmepumpe mit Tiefensonde.
“Interessanter” Baugrund
Beim Aushub erlebte die Baufirma eine Überraschung – “der Baugrund erwies sich als schwieriger als gedacht”, so Thomas Schöpf, Geschäftsführer der Wohnbauselbsthilfe.

Die Erdschichten hat wohl der zurückziehende Gletscher der Würm-Eiszeit geformt. Sie sind für den Hochbau völlig ungeeignet, erklärt Rhomberg-Projektentwickler Harald Hutter. Deshalb musste vor allem der “Schliefsand” entfernt werden und zusätzlich zu diesem Bodentausch – fast 1000 Kubikmeter – musste der Baugrund stabilisiert werden. Dafür musste zunächst eine Spezialfirma mit schwerem Gerät anrücken. Gerhard Meyer von der weltweit tätigen Spezialfirma Keller mit Zentrale in London dazu: “Mit mehr als 500 bis zu sieben Meter tiefen sogenannten Rüttelstopfsäulen wurde der Boden soweit stabilisiert, dass darauf Gebäude erstellt werden können. Diese Technologie ist im Gegensatz zur Pilotierung mit Beton wesentlich umweltschonender.”

Verzögert wird dadurch das Projekt nicht, denn “wir haben dieses Problem zeitlich einkalkuliert”, gibt sich Thomas Schöpf entspannt.

Kindergarten-Erweiterung
Die Wohnbau-Offensive fordert auch die Gemeinde: “Unser Kindergarten ist am Limit”, so Bürgermeister Wolfgang Langes. “Wir müssen damit rechnen, dass durch die neuen Wohnungen schon bald Platz für noch mehr Kinder bereitgestellt werden muss, und deshalb haben wir einen Zubau zum bestehenden Kindi errichtet, den wir am 20. März, 14 bis 17 Uhr, bei einem Tag der offenen Tür vorstellen und dazu die interessierte Bevölkerung zu einem Einblick in den Kindergarten-Alltag einladen.”

Nächste Etappe mit Fragezeichen
Wohnbau ist nur ein Teil der Zentrums-Neugestaltung in Hohenweiler, die “dicksten Brocken” kommen erst: Volksschule und Gemeindeamt. Für die Schule ist ein Neubau alternativlos, für das Gemeindeamt wird derzeit die Möglichkeit ausgelotet, dafür das ehemalige Gasthaus Löwen umzubauen und zu adaptieren. Das Gemeindeamt würde dann für eine Nachnutzung (angedacht ist u. a. Kleinkinderbetreuung) generalsaniert. Angesichts der angespannten Finanzlage von Bund über Land bis zu Gemeinden und fehlenden Förderzusagen können für dieses Großprojekt aktuell keine Termine genannt werden. STP



