Hohenweiler Wohnbau-Offensive geht auf die Zielgerade

VN / 06.03.2026 • 12:43 Uhr
So wie auf dieser Visualisierung wird sich das Projekt in gut einem Jahr präsentieren.
So wie auf dieser Visualisierung wird sich das Projekt in gut einem Jahr präsentieren.Peter Strauss

Im Hohenweiler Dorfzentrum entsteht eine weitere Anlage mit 30 Wohnungen in drei Objekten.

Hohenweiler Seit Dezember des Vorjahrs ziehen nach und nach die Bewohner in die rund drei Dutzend Wohnungen der Hohenweiler Zentrumsverbauung ein, ein weiteres Dutzend entstand zuvor in der Erweiterung und Verdichtung des Maurer-Hauses. Gegenüber der Pfarrkirche wurde schon Ende 2019 eine Anlage mit elf Mietwohnungen bezogen und seit Herbst 2025 wird an einer weiteren Anlage mit 30 Einheiten gebaut.

Schon jetzt platzt der Kindergarten aus allen Nähten – vorausschauend auf den zu erwartenden steigenden Bedarf wurde jetzt ein Zubau (rechts im Hintergrund) erstellt.
Schon jetzt platzt der Kindergarten aus allen Nähten – vorausschauend auf den zu erwartenden steigenden Bedarf wurde jetzt ein Zubau (rechts im Hintergrund) erstellt.

Damit geht die Wohnbau-Offensive im Dorfzentrum, die der Gemeinde bis im kommenden Jahr im engeren Umfeld der Pfarrkirche binnen rund zehn Jahren insgesamt etwa 90 neue Wohnungen bringt, auf die Zielgerade.

Drei Baukörper mit insgesamt 30 Wohnungen wurden von Planerin Susanne Gaudl behutsam in ihr Umfeld eingefügt. Mit Holzfassaden und  Walmdächern passen sich die Objekte den „Nachbarn“ an.   
Drei Baukörper mit insgesamt 30 Wohnungen wurden von Planerin Susanne Gaudl behutsam in ihr Umfeld eingefügt. Mit Holzfassaden und Walmdächern passen sich die Objekte den “Nachbarn” an.

Dem Bedarf Rechnung getragen

Die neue Anlage auf dem 3500 Quadratmeter großen Areal eines seit vielen Jahren aufgelassenen landwirtschaftlichen Hofs wird in Kooperation von Wohnbauselbsthilfe und Rhomberg Bau errichtet und ist gedrittelt konzipiert – je zehn Wohnungen sind Miet-, Mietkauf- und Eigentumswohnungen.

Die ersten Wohnungen im Projekt auf dem ehemaligen Boch-Areal sind bezogen, in den kommenden Wochen und Monaten werden hier – einschließlich Verdichtung um das Maurer-Haus – 47 Wohnungen bezogen sein.   
Die ersten Wohnungen im Projekt auf dem ehemaligen Boch-Areal sind bezogen, in den kommenden Wochen und Monaten werden hier – einschließlich Verdichtung um das Maurer-Haus – 47 Wohnungen bezogen sein.

“Dies”, so Bürgermeister Wolfgang Langes, “war uns ein Anliegen, denn wir wollten damit den finanziellen Möglichkeiten und Vorstellungen der Wohnungssuchenden Rechnung tragen und Wohnungen zur Miete, für Mietkauf und im Eigentum anbieten.”

Gemischt ist auch die Bauweise, Untergeschoss und teilweise Erdgeschoss werden im Massivbau errichtet, darüber ist Holzbau angesagt. Nachhaltigkeit gewährleisten Solaranlage und Wärmepumpe mit Tiefensonde.

“Interessanter” Baugrund

Beim Aushub erlebte die Baufirma eine Überraschung – “der Baugrund erwies sich als schwieriger als gedacht”, so Thomas Schöpf, Geschäftsführer der Wohnbauselbsthilfe.

Trotz der technischen Probleme beim Baustart laufen die Arbeiten planmäßig und der angepeilte Fertigstellungstermin zweite Hälfte 2027 sollte halten.   
Trotz der technischen Probleme beim Baustart laufen die Arbeiten planmäßig und der angepeilte Fertigstellungstermin zweite Hälfte 2027 sollte halten.

Die Erdschichten hat wohl der zurückziehende Gletscher der Würm-Eiszeit geformt. Sie sind für den Hochbau völlig ungeeignet, erklärt Rhomberg-Projektentwickler Harald Hutter. Deshalb musste vor allem der “Schliefsand” entfernt werden und zusätzlich zu diesem Bodentausch – fast 1000 Kubikmeter – musste der Baugrund stabilisiert werden. Dafür musste zunächst eine Spezialfirma mit schwerem Gerät anrücken. Gerhard Meyer von der weltweit tätigen Spezialfirma Keller mit Zentrale in London dazu: “Mit mehr als 500 bis zu sieben Meter tiefen sogenannten Rüttelstopfsäulen wurde der Boden soweit stabilisiert, dass darauf Gebäude erstellt werden können. Diese Technologie ist im Gegensatz zur Pilotierung mit Beton wesentlich umweltschonender.”

Die Baugrube für das neue Wohnbauprojekt musste durch einen umfangreichen Bodentausch und etwa 500 Rüttelstopfsäulen erst „bautauglich“ gemacht werden. PETER STRAUSS
Die Baugrube für das neue Wohnbauprojekt musste durch einen umfangreichen Bodentausch und etwa 500 Rüttelstopfsäulen erst “bautauglich” gemacht werden. PETER STRAUSS

Verzögert wird dadurch das Projekt nicht, denn “wir haben dieses Problem zeitlich einkalkuliert”, gibt sich Thomas Schöpf entspannt.

Symbolisch hatten Bürgermeister Wolfgang Langes, Harald Hutter (l.) und Thomas Schöpf (r.) zum Spatenstich des Großprojekts ein äquivalentes Gerät mitgebracht.
Symbolisch hatten Bürgermeister Wolfgang Langes, Harald Hutter (l.) und Thomas Schöpf (r.) zum Spatenstich des Großprojekts ein äquivalentes Gerät mitgebracht.

Kindergarten-Erweiterung

Die Wohnbau-Offensive fordert auch die Gemeinde: “Unser Kindergarten ist am Limit”, so Bürgermeister Wolfgang Langes. “Wir müssen damit rechnen, dass durch die neuen Wohnungen schon bald Platz für noch mehr Kinder bereitgestellt werden muss, und deshalb haben wir einen Zubau zum bestehenden Kindi errichtet, den wir am 20. März, 14 bis 17 Uhr, bei einem Tag der offenen Tür vorstellen und dazu die interessierte Bevölkerung zu einem Einblick in den Kindergarten-Alltag einladen.”

Harald Hutter und Gerhard Meyer (r.) erläuterten die erforderlichen technischen Maßnahmen zur Stabilisierung des Baugrundes.
Harald Hutter und Gerhard Meyer (r.) erläuterten die erforderlichen technischen Maßnahmen zur Stabilisierung des Baugrundes.

Nächste Etappe mit Fragezeichen

Wohnbau ist nur ein Teil der Zentrums-Neugestaltung in Hohenweiler, die “dicksten Brocken” kommen erst: Volksschule und Gemeindeamt. Für die Schule ist ein Neubau alternativlos, für das Gemeindeamt wird derzeit die Möglichkeit ausgelotet, dafür das ehemalige Gasthaus Löwen umzubauen und zu adaptieren. Das Gemeindeamt würde dann für eine Nachnutzung (angedacht ist u. a. Kleinkinderbetreuung) generalsaniert. Angesichts der angespannten Finanzlage von Bund über Land bis zu Gemeinden und fehlenden Förderzusagen können für dieses Großprojekt aktuell keine Termine genannt werden. STP

Am 20. März hat die interessierte Bevölkerung von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, den Kindergartenzubau in Augenschein zu nehmen und sich über den Kindergarten-Alltag zu informieren.
Am 20. März hat die interessierte Bevölkerung von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit, den Kindergartenzubau in Augenschein zu nehmen und sich über den Kindergarten-Alltag zu informieren.
Den Kopfbau der Anlage mit fünf Objekten hat Raiffeisen übernommen und hier eine Bankfiliale eingerichtet. Auch der Krankenpflegeverein, das SOS-Kinderdorf und die Regio haben hier eine Bleibe bekommen. Die Wohnungen in den Obergeschossen werden vermietet.
Den Kopfbau der Anlage mit fünf Objekten hat Raiffeisen übernommen und hier eine Bankfiliale eingerichtet. Auch der Krankenpflegeverein, das SOS-Kinderdorf und die Regio haben hier eine Bleibe bekommen. Die Wohnungen in den Obergeschossen werden vermietet.
Mit der 2019 bezogenen Vogewosi-Anlage begann die Wohnbau-Offensive im Hohenweiler Zentrum. Bis im kommenden Jahr werden hier praktisch in Rufweite insgesamt rund 90 Wohnungen zur Verfügung stehen.   
Mit der 2019 bezogenen Vogewosi-Anlage begann die Wohnbauoffensive im Hohenweiler Zentrum. Bis im kommenden Jahr werden hier praktisch in Rufweite insgesamt rund 90 Wohnungen zur Verfügung stehen.
Im umfangreichen Zentrumsprojekt ist auch der Neubau der Volksschule (links) und die Adaptierung des heutigen Gemeindeamts vorgesehen. Angesichts der angespannten Finanzlage in Bund, Land und Gemeinde gibt es für diese Vorhaben noch keinen Zeitplan.
Im umfangreichen Zentrumsprojekt sind auch der Neubau der Volksschule (links) und die Adaptierung des heutigen Gemeindeamts vorgesehen. Angesichts der angespannten Finanzlage in Bund, Land und Gemeinde gibt es für diese Vorhaben noch keinen Zeitplan.