Von Funken und Kinderdetektiven – der VN-Überblick für die kommenden Tage

Was es dieses Wochenende (und darüber hinaus) in Vorarlberg alles zu erleben gibt.
In Vorarlberg passiert viel. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Daher gehen die VN jeden Freitag weit über das Format der bloßen Event-Ankündigung hinaus. Persönlich und kompetent geben Redakteurinnen und Redakteure ihre Empfehlungen für Familienunternehmungen, Sport, Kultur, Events, Gastronomie, Bücher, Musik und mehr ab.
„Funka hoch“ in Lauterach und im ganzen Land

Es mag vielleicht etwas langweilig erscheinen, als Veranstaltungstipp einen Funken zu nennen. Doch wenn wir ehrlich sind: Feuer übt seit Urzeiten eine Magie aus, der sich niemand entziehen kann – bis heute nicht. Und wenn dann noch der baldige Einzug des Frühlings in Aussicht gestellt wird, gibt es für kein Halten mehr. Besonders schön ist für mich der Funken in Lauterach, aber ich bin schließlich Lauteracher. Da spielt der Lokalpatriotismus schon mit. In Lauterach beginnt der Funken am Samstag um 16 Uhr mit dem Kinderfunken und der Taufe der Wintergeister durch die Funkengota, musikalisch umrahmt vom Schalmeienzug, um 19 Uhr beginnt dann das große Feuer. Der Funkenmeister begrüßt, anschließend wird der Funka entzündet. Ein Fest des Feuers mit guter Unterlage, denn natürlich gibt’s Funkaküchle. Anschließend sorgt DJ „G“ für feurige Stimmung. Und wenn Sie nicht nach Lauterach kommen, besuchen Sie den Funken in ihrer Heimatgemeinde, die Funkenzünfte freuen sich über Ihren Besuch. Und Sie wissen ja: Nach dem Funken ist nur noch kurz vor dem Frühling.
Doris Knecht liest in Feldkirch

Was passiert, wenn man endlich die lang ersehnte Freiheit gefunden hat und das Leben dann doch wieder anders spielt? Genau darum geht es in Doris Knechts neuem Roman „Ja, nein, vielleicht“, und wer die Vorarlberger Bestsellerautorin und VN-Kolumnistin kennt, weiß: Sie erzählt das mit einer Treffsicherheit und einem trockenen Witz, der sitzt. Die Protagonistin hat ihre Kinder großgezogen, ihre Ruhe gefunden, doch dann bricht das Chaos wieder ein. Die Schwester zieht in die Wohnung, ein wackeliger Zahn entpuppt sich als kleine existenzielle Krise, und ausgerechnet im Supermarkt taucht Friedrich auf. Ein Mann aus vergangenen Zeiten, der eine Frage aufwirft, mit der man eigentlich abgeschlossen hatte: Lässt man jemanden noch einmal in sein Leben und riskiert damit die mühsam errungene innere Zufriedenheit?
Doris Knecht stellt damit das ewige Primat der romantischen Liebe auf den Prüfstand, unaufgeregt, lebensklug und mit der ihr eigenen Bissigkeit. Der perfekte Abend für alle, die sich selbst schon einmal zwischen Ja, Nein und Vielleicht nicht entscheiden konnten. Die Lesung findet am Samstag, 21. Februar, um 19.30 Uhr im Theater am Saumarkt statt.
55 Jahre Funkenzunft Braz

Wenn die Funkenzunft Braz heuer zum Jubiläumsfunken lädt, steht ein besonderes Jahr an: 55 Jahre Bestehen und ein neuer Funkenplatz bilden den Rahmen für das traditionelle Funkenabbrennen. Gefeiert wird mit einem Fackelzug durchs Dorf, Musik, Feuer und einem Klangfeuerwerk. Auftakt ist um 17 Uhr beim Gemeindeamt Innerbraz. Von dort zieht der Fackelzug durch den Ort in Richtung des neuen Funkenplatzes. Ab dem Landhaus Walch begleitet der Musikverein Braz den Zug musikalisch und sorgt für den klangvollen Rahmen des Abends. Ab 18 Uhr ist Bewirtung vorgesehen. Um 18.30 Uhr wird der Kinderfunken entzündet, bevor um 19 Uhr das eigentliche Funkenabbrennen folgt. Um 19.30 Uhr steht ein großes Klangfeuerwerk auf dem Programm. Im Anschluss ist ein gemütlicher Ausklang im Zunftlokal geplant. Vom Kinderfunken bis zum gemeinsamen Abschluss. Mit dem 55-jährigen Bestehen blickt die Funkenzunft Braz auf eine lange Vereinsgeschichte zurück. Gleichzeitig markiert der neue Funkenplatz einen weiteren Schritt in dieser Entwicklung. Der Abend ist als öffentliches Fest für Familien und Besucherinnen und Besucher gedacht, die das Brauchtum rund um den Funken miterleben möchten.
Ein Stück Landesgeschichte

Vorarlbergs Bildungslandschaft hat ein Luxusproblem: Sie ist unfassbar vielfältig, der Bekanntheitsgrad der vielen Veranstaltungen schafft es aber oft nicht über Nischenpublikum hinaus. Landauf, landab helfen Diskussionsveranstaltungen, Vorträge und Workshops, das Land und die Welt besser zu verstehen. Man muss nur wissen, wann sie stattfinden. Deshalb ein Tipp: Schauen Sie sich mal die Veranstaltungsreihe im Vorarlberg Museum „Freitags um 5 – Landesgeschichte im Gespräch“ an. Sofern Sie um diese Uhrzeit schon Zeit haben, finden Sie ein Paradies für Geschichtsinteressierte. Diesen Freitag trägt es den Titel: „Dem Schweigen verpflichtet: Die Schattenseiten von SOS-Kinderdorf.“
Meine Tochter spielt derzeit wahnsinnig gerne Detektivin. Ein Abstecher nach Dornbirn am Samstagvormittag ist also fast Pflicht. Um 10 Uhr lösen die Kinder in der Stadtbibliothek den „mysteriösen Bibliotheksfall“. Diese Veranstaltung werden wir uns jedenfalls unter die Lupe nehmen.
Wenn der Teufel zweimal klingelt

Es gibt Duos, die klingen wie vier. Und es gibt Duos wie The Devils, die klingen wie ein mittlerer Vulkanausbruch mit Lederjacke. Am heutigen Freitag, 20. Februar, gastiert das neapolitanische Rock’n’Roll-Gespann im Rauchclub Feldkirch – und bringt alles mit, was man für einen gepflegten Untergang braucht: Garage, Blues-Punk, ein wenig Sünde und sehr viel Strom. Gianni Blacula an der Gitarre und Erika Switchblade an Schlagzeug und Mikrofon zelebrieren seit 2015 eine Form von Rock’n’Roll, die nicht fragt, ob sie darf, sondern ob noch genug Platz auf der Bühne ist. Benannt nach Ken Russells Kultfilm „The Devils“, spielen sie Musik wie eine filmische Prachtorgie in Schwarzrot: roh, lüstern, charmant verwahrlost. Produziert von Leuten, die auch mit den White Stripes oder Mark Lanegan arbeiteten, veredeln sie das Primitive zur Kunstform. Über 600 Konzerte haben The Devils bereits absolviert. Nun also Feldkirch. Wer wissen will, wie sich Nihilismus anfühlt, wenn er tanzt, sollte hingehen. Es wird laut. Und vermutlich großartig.
Wiener Festwochen

In Altach beginnt am Samstag (17 Uhr) die „Wiener Festwoche“ mit den Heimspielen gegen die Großclubs aus der Bundeshauptstadt. Denn Beginn machen die „Veilchen“, die zuletzt das Derby gegen Rapid für sich entschieden haben und in der Tabelle auf Rang drei gerückt sind, nur einen Punkt hinter dem Spitzenduo Salzburg und LASK. Die Austria befindet sich zwar im Umbruch, doch sportlich zeigt sich das Team von Trainer Stephan Helm in Bestform. Apropos Helm: Der 42-Jährige hat noch keines seiner bislang drei Duelle gegen Altach verloren, war zuletzt vielmehr zweimal erfolgreich gewesen – jeweils ohne Gegentreffer. Wie insgesamt der letzte Sieg des SCR Altach über die Austria gefühlt schon eine „Ewigkeit“ zurückliegt. Im September 2023 gewannen die Rheindörfler mit 2:1. Es war Sieg Nummer 17 in bislang 50 Bundesliga- bzw. zwei ÖFB-Cup-Duellen. Die Trainer damals hießen Joachim Standfest bzw. Michael Wimmer. Eine Wiederholung dessen ist angesagt, zumal der SCRA im Jahr 2026 noch über eine blütenreine Weste verfügt. Beste Voraussetzungen also für ein Spitzenspiel, in dem die Gastgeber noch ihre kleine Chance auf das Meister-Play-off wahren möchten. Vormerken sollten sich alle Fans des runden Leders auch den 24. Februar. Da macht der Fußballkongress anlässlich seiner Jubiläumsveranstaltung in Altach Station. Ab 9.30 Uhr dreht sich im Businessclub den gesamten Tag alles um das runde Leder. Mit dabei sind u. a. Fußballtrainer Adi Hütter, Ex-Skitrainer und Performance-Coach Matthias Berthold oder auch Martin Hämmerle, Athletik- und Reha-Coach vom ÖFB-Nationalteam. Mein Tipp für alle VN-Abonennt:innen: Über die VN-Abovorteilsseite gibt es stark ermäßigte Tickets.