“Unsere Produkte erzählen eine Geschichte”

VN / 25.03.2026 • 14:53 Uhr
Der Obmann mit den Ehrenmitgliedern, die sich viele Jahre lang aktiv für den Verein eingesetzt haben.
Der Obmann mit den Ehrenmitgliedern, die sich viele Jahre lang aktiv für den Verein eingesetzt haben.

Der “Verein vom Ländle Bur” feierte 30-jähriges Bestehen.

Dornbirn Bauernmärkte, Hofläden oder Selbstbedienungsautomaten mit regionalen Produkten sind heute aus Vorarlberg kaum mehr wegzudenken. Was mittlerweile selbstverständlich erscheint, ist auch dem Engagement von Initiativen wie dem “Verein vom Ländle Bur” zu verdanken, der seit 30 Jahren die bäuerliche Direktvermarktung stärkt und weiterentwickelt. Dieses Jubiläum wurde im Möckle Bur im Rahmen eines feierlichen Vormittags begangen.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Duo Bergziegen aus Au.
Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Duo Bergziegen aus Au.

Was heute ein Netzwerk mit rund 130 Mitgliedern ist, begann Mitte der 1990er-Jahre als Initiative engagierter Direktvermarkter. Bereits 1987 hatte das Agrarkonzept der Landwirtschaftskammer wichtige Impulse gesetzt, etwa mit der Einführung von Bauernmärkten. “Es gab immer schon Direktvermarktung, aber früher waren es Exoten”, erinnerte sich Gebhard Bechter, Kammerdirektor zur Gründungszeit. Mit wachsendem Interesse stieg auch der Anspruch: Qualität sichern, Vermarktung professionalisieren und den guten Ruf der Landwirtschaft schützen.

Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und angeregten Gesprächen.
Die Mitglieder nutzten die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und angeregten Gesprächen.

1996 wurde schließlich die “Vereinigung der Vorarlberger bäuerlichen Direktvermarkter” gegründet, heute bekannt als “Verein vom Ländle Bur”. Erste Obfrau war Monika Wohgenannt vom Bluamahof. Die Anfangsjahre waren geprägt von Aufbauarbeit und viel Engagement – oft mit knappen Ressourcen, aber großer Überzeugung.

Obmann Martin Winder spannte in seinem Rückblick den Bogen bis in die Gegenwart.
Obmann Martin Winder spannte in seinem Rückblick den Bogen bis in die Gegenwart.

Stetige Weiterentwicklung

Obmann Martin Winder spannte in seinem Rückblick den Bogen bis in die Gegenwart. “Persönlichkeit ist unsere Stärke und unsere Chance”, betonte er. Während Lebensmittel im Supermarkt meist anonym gekauft werden, schätzen viele Konsumenten den direkten Kontakt zu den Produzenten, das Gespräch am Marktstand oder im Hofladen.

Die Geschäftsführerin Alexandra Feurstein moderierte die Gesprächsrunde.
Die Geschäftsführerin Alexandra Feuerstein moderierte die Gesprächsrunde.

Gleichzeitig entwickelt sich die Direktvermarktung stetig weiter. Als Eigentum des Vereins liefert Körix wöchentlich regionale Produkte wie Milchprodukte, frische Beeren oder Bio-Jungpflanzen direkt zu Konsumenten in ganz Vorarlberg. “Dadurch bekommen wir einen viel größeren Radius, weil im ganzen Land zugestellt wird”, so Winder. Auch digital geht der Verein neue Wege: Pünktlich zum Jubiläum wurde die neue Website freigeschaltet. Zudem erhielten die Mitglieder neue Hoftafeln für ihre Betriebe. “Die Direktvermarktung ist ständig in Bewegung – so wie unser Verein. Dabei bleiben wir dennoch unseren Wurzeln treu.”

Die Jubiläumsfeier bot viel Raum für Gespräche und gegenseitigen Austausch.
Die Jubiläumsfeier bot viel Raum für Gespräche und gegenseitigen Austausch.

Rückblick und Ausblick

Ein besonderer Programmpunkt war das “Erzählbänkle”, moderiert von Geschäftsführerin Alexandra Feuerstein. Neben Bechter und Altobmann Armin Schwendinger kam auch Vorstandsmitglied Kathrin Gstach zu Wort, die die Perspektive der heutigen Direktvermarkter einbrachte. Schwendinger erinnerte an die Anfänge ohne Budget und an erste Widerstände, etwa von etablierten Marktfahrern. Gleichzeitig hätten Märkte und Aktionen rasch für mehr Akzeptanz gesorgt.

Für die Podiumsteilnehmer gab es eine Körix-Box als kleines Dankeschön.
Für die Podiumsteilnehmer gab es eine Körix-Box als kleines Dankeschön.

Kathrin Gstach betonte die Bedeutung des Vereins als verbindendes Netzwerk: “Der Verein verbindet die Direktvermarkter untereinander und stärkt ihre Arbeit.” Konkurrenzdenken rücke zunehmend in den Hintergrund. Vielmehr gehe es um gemeinsame Sichtbarkeit und klare Werte. “Unsere Produkte erzählen eine Geschichte – auch die der Familien, die dahinterstehen.” Genau daran wolle der Verein auch künftig anknüpfen: an Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen. “Die Menschen wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Hier liegt unsere Stärke”, so Gstach.

Der Vereinsvorstand nutzte die Jubiläumsfeier, um gemeinsam mit Mitgliedern auf drei Jahrzehnte Direktvermarktung zurückzublicken.
Der Vereinsvorstand nutzte die Jubiläumsfeier, um gemeinsam mit Mitgliedern auf drei Jahrzehnte Direktvermarktung zurückzublicken.Laurence Feider

Dass die Direktvermarktung heute einen hohen Stellenwert hat, unterstrichen auch die Grußworte aus Politik und Landwirtschaft. Sie sei “die Königsdisziplin der Landwirtschaft”, hieß es etwa von der Landtagsabgeordneten Andrea Schwarzmann. LCF

In entspannter Atmosphäre wurde diskutiert, vernetzt und gemeinsam zurückgeblickt.
In entspannter Atmosphäre wurde diskutiert, vernetzt und gemeinsam zurückgeblickt.
Interessiert verfolgten die Gäste die Ausführungen des Obmanns.
Interessiert verfolgten die Gäste die Ausführungen des Obmanns.
Neben dem offiziellen Programm stand auch der Austausch unter den Besuchern im Mittelpunkt.
Neben dem offiziellen Programm stand auch der Austausch unter den Besucherinnen und Besuchern im Mittelpunkt.
Gemeinsam schwelgte man in Erinnerungen.
Gemeinsam schwelgte man in Erinnerungen.
Knapp die Hälfte der Mitglieder war der Einladung zur Jubiläumsveranstaltung gefolgt.
Knapp die Hälfte der Mitglieder war der Einladung zur Jubiläumsveranstaltung gefolgt.
Gebhard Bechter erklärte, wie es vor 30 Jahren zur Vereinsgründung kam.
Gebhard Bechter erklärte, wie es vor 30 Jahren zur Vereinsgründung kam.
Armin Schwendinger erinnerte an die bescheidenen Anfänge mit wenig Budget aber großen Visionen.
Armin Schwendinger erinnerte an die bescheidenen Anfänge mit wenig Budget, aber großen Visionen.
Kathrin Gstach erklärte, was ihr der Verein bedeutet und für welche Werte er steht.
Kathrin Gstach erklärte, was ihr der Verein bedeutet und für welche Werte er steht.
Das „Erzählbänkle“ bot Raum für Rückblicke, Einblicke und den Austausch über die Entwicklung der Direktvermarktung.
Das “Erzählbänkle” bot Raum für Rückblicke, Einblicke und den Austausch über die Entwicklung der Direktvermarktung.
Erfahrungen aus drei Jahrzehnten: Beim „Erzählbänkle“ kamen prägende Stimmen des Vereins zu Wort.
Erfahrungen aus drei Jahrzehnten: Beim “Erzählbänkle” kamen prägende Stimmen des Vereins zu Wort.
Der Vorstand des Ländle Bur beim Jubiläum – ein Netzwerk, das die Direktvermarktung stärkt.
Der Vorstand des Ländle Bur beim Jubiläum – ein Netzwerk, das die Direktvermarktung stärkt.
Auch in Zukunft möchte der Verein an Werten wie Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen festhalten.
Auch in Zukunft möchte der Verein an Werten wie Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen festhalten.