“Unsere Produkte erzählen eine Geschichte”

Der “Verein vom Ländle Bur” feierte 30-jähriges Bestehen.
Dornbirn Bauernmärkte, Hofläden oder Selbstbedienungsautomaten mit regionalen Produkten sind heute aus Vorarlberg kaum mehr wegzudenken. Was mittlerweile selbstverständlich erscheint, ist auch dem Engagement von Initiativen wie dem “Verein vom Ländle Bur” zu verdanken, der seit 30 Jahren die bäuerliche Direktvermarktung stärkt und weiterentwickelt. Dieses Jubiläum wurde im Möckle Bur im Rahmen eines feierlichen Vormittags begangen.

Was heute ein Netzwerk mit rund 130 Mitgliedern ist, begann Mitte der 1990er-Jahre als Initiative engagierter Direktvermarkter. Bereits 1987 hatte das Agrarkonzept der Landwirtschaftskammer wichtige Impulse gesetzt, etwa mit der Einführung von Bauernmärkten. “Es gab immer schon Direktvermarktung, aber früher waren es Exoten”, erinnerte sich Gebhard Bechter, Kammerdirektor zur Gründungszeit. Mit wachsendem Interesse stieg auch der Anspruch: Qualität sichern, Vermarktung professionalisieren und den guten Ruf der Landwirtschaft schützen.

1996 wurde schließlich die “Vereinigung der Vorarlberger bäuerlichen Direktvermarkter” gegründet, heute bekannt als “Verein vom Ländle Bur”. Erste Obfrau war Monika Wohgenannt vom Bluamahof. Die Anfangsjahre waren geprägt von Aufbauarbeit und viel Engagement – oft mit knappen Ressourcen, aber großer Überzeugung.

Stetige Weiterentwicklung
Obmann Martin Winder spannte in seinem Rückblick den Bogen bis in die Gegenwart. “Persönlichkeit ist unsere Stärke und unsere Chance”, betonte er. Während Lebensmittel im Supermarkt meist anonym gekauft werden, schätzen viele Konsumenten den direkten Kontakt zu den Produzenten, das Gespräch am Marktstand oder im Hofladen.

Gleichzeitig entwickelt sich die Direktvermarktung stetig weiter. Als Eigentum des Vereins liefert Körix wöchentlich regionale Produkte wie Milchprodukte, frische Beeren oder Bio-Jungpflanzen direkt zu Konsumenten in ganz Vorarlberg. “Dadurch bekommen wir einen viel größeren Radius, weil im ganzen Land zugestellt wird”, so Winder. Auch digital geht der Verein neue Wege: Pünktlich zum Jubiläum wurde die neue Website freigeschaltet. Zudem erhielten die Mitglieder neue Hoftafeln für ihre Betriebe. “Die Direktvermarktung ist ständig in Bewegung – so wie unser Verein. Dabei bleiben wir dennoch unseren Wurzeln treu.”

Rückblick und Ausblick
Ein besonderer Programmpunkt war das “Erzählbänkle”, moderiert von Geschäftsführerin Alexandra Feuerstein. Neben Bechter und Altobmann Armin Schwendinger kam auch Vorstandsmitglied Kathrin Gstach zu Wort, die die Perspektive der heutigen Direktvermarkter einbrachte. Schwendinger erinnerte an die Anfänge ohne Budget und an erste Widerstände, etwa von etablierten Marktfahrern. Gleichzeitig hätten Märkte und Aktionen rasch für mehr Akzeptanz gesorgt.

Kathrin Gstach betonte die Bedeutung des Vereins als verbindendes Netzwerk: “Der Verein verbindet die Direktvermarkter untereinander und stärkt ihre Arbeit.” Konkurrenzdenken rücke zunehmend in den Hintergrund. Vielmehr gehe es um gemeinsame Sichtbarkeit und klare Werte. “Unsere Produkte erzählen eine Geschichte – auch die der Familien, die dahinterstehen.” Genau daran wolle der Verein auch künftig anknüpfen: an Ehrlichkeit, Transparenz und Vertrauen. “Die Menschen wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen. Hier liegt unsere Stärke”, so Gstach.

Dass die Direktvermarktung heute einen hohen Stellenwert hat, unterstrichen auch die Grußworte aus Politik und Landwirtschaft. Sie sei “die Königsdisziplin der Landwirtschaft”, hieß es etwa von der Landtagsabgeordneten Andrea Schwarzmann. LCF











