„Ein Privileg, mitgestalten zu dürfen“

Der Weiler Kurt Ludescher spricht über Engagement, Gemeinschaft und Musik.
Weiler Ob in der Pfarre, im Vereinsleben, in der Musik oder bei Projekten rund um erneuerbare Energien – Kurt Ludescher hat Weiler über viele Jahre hinweg aktiv mitgestaltet. Sein Engagement zieht sich durch unterschiedlichste Bereiche und zeigt, wie vielfältig ehrenamtliche Arbeit sein kann. Dabei steht für ihn immer eines im Mittelpunkt: das Miteinander. Im Gespräch erzählt er, warum ihm seine Heimatgemeinde so viel bedeutet, welche Projekte ihn besonders geprägt haben und weshalb es für ihn ein Privileg ist, sich einzubringen.
Herr Ludescher, Sie engagieren sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen für Weiler. Was bedeutet Ihnen Ihre Heimatgemeinde persönlich?
Kurt Ludescher: Weiler war bereits die Heimatgemeinde meiner Eltern und deren Vorfahren. Hier bin ich aufgewachsen, hier habe ich meine eigene Familie gegründet und hier leben auch die Familien meiner Kinder. Es ist ein Privileg, wenn man den Ort, wo man lebt, auch mitgestalten kann.
Als Vorsitzender des Pfarrkirchenrats waren Sie maßgeblich an der Planung und Errichtung des neuen Pfarrheims beteiligt. Welche Rolle spielt das Haus heute für die Pfarre und das Dorfleben in Weiler?
Kurt Ludescher: Die neuen, zusätzlichen Räumlichkeiten, die im Pfarrheim den Menschen der Heimatgemeinde und weit darüber hinaus angeboten werden, sollen dem Gemeinsamen dienen. Sie sollen motivieren, die Generationen – Alt und Jung – zusammenzubringen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Sie haben bereits in den ersten drei Jahren Weiler zu einem besonderen Ort der Begegnung gemacht.

Die Pfarrkirche Weiler feiert heuer ihr 150-jähriges Bestehen. Wie wird dieses Jubiläum begangen?
Kurt Ludescher: Dieses Jubiläum feiert unsere Pfarrgemeinde zusammen mit dem Kirchenchor Weiler, der ebenfalls das 150-jährige Bestehen feiert. Wir wollen im Jubiläumsjahr füreinander da sein, dafür gibt es die Aktion „150 mal 150 Minuten“, bei der wir mehr Wärme und Mitmenschlichkeit in unsere kleine Welt bringen möchten. Verschiedenste Aktivitäten des Chores und der Pfarrgemeinde führen am 21. Juni 2026 beim Patrozinium zu einer Festmesse mit dem Kirchenchor Weiler und dem Basilikachor Rankweil und einem anschließenden Pfarrfest auf dem Platz der Begegnung im Pfarrzentrum.
Sie sind Obmann von VORARLBERG 50plus Weiler, das heuer 25 Jahre feiert. Welche Bedeutung hat der Verein für das soziale Leben im Dorf?
Kurt Ludescher: Wir blicken auf 25 Jahre engagierte, lebendige und wertvolle Arbeit der Seniorenvereinigung zurück – 25 Jahre, in denen Gemeinschaft gelebt, Erfahrung geteilt und Zusammenhalt gestärkt wurde. Die Seniorenvereinigung ist über all die Jahre zu einem Ort der Zugehörigkeit, des Austauschs und der gegenseitigen Unterstützung und Wertschätzung geworden – besonders für die ältere Generation, aber auch für unsere Dorfgemeinschaft und weit darüber hinaus. Die Angebote sollen der Einsamkeit entgegenwirken, die Lebensfreude fördern und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.

Sie waren auch viele Jahre musikalisch aktiv, etwa als Gründungskapellmeister des Musikvereins Viktorsberg und später als Kapellmeister der Musikvereine Weiler, Fraxern und Klaus sowie Sänger bei den Chören „Kirchenchor“, „s’Wyllar Chörle“, dem „Davidchor“ und den „Rheindelta Shanties“. Welche Bedeutung hat die Musik für Sie?
Kurt Ludescher: Musik ist für mich ein wichtiger Teil meines Lebens. Musik verbindet Menschen. Mit Musik kann viel Freude geschenkt werden. Dies erlebe ich gerade auch bei den Singabenden und Singnachmittagen, die wir schon seit 14 Jahren veranstalten.

Sie haben sich in vielen Bereichen engagiert – von der Kirche über Vereine bis zur Musik. Wo waren oder sind Sie sonst noch aktiv?
Kurt Ludescher: Als Gemeindemandatar in Weiler und Aufsichtsratsvorsitzender der örtlichen Agrargemeinschaft galt es oft schwierige Aufgaben zu bewältigen und Probleme zu lösen. Als Erzähler kann ich den Volksschülern von Weiler bei einem Dorfrundgang den Werdegang unserer Gemeinde anschaulich näherbringen. Erneuerbare Energien sind mir bereits seit 25 Jahren ein Anliegen. Ein eigenes Kleinwasserkraftwert und eine Photovoltaikanlage auf dem Hausdach, Photovoltaikanlagen auf der Volksschule, bei meinem Arbeitgeber und dem Pfarrheim sowie die Umstellung auf erneuerbare Energien im Hafen Schwedenschanze, waren herausfordernde Projekte. Im Sport war Tennis ein herausforderndes Hobby, wo ich mich auch gerne als Vorstandsmitglied und Mannschaftsführer beim Tennisclub Vorderland eingebracht habe. Der Bootssport am Bodensee und die Mitgestaltung eines naturnahen Hobbys als Vorstandsmitglied im Motorboot- und Segelsportverein Schwedenschanze in Hard, sind mir seit über 30 Jahren ein besonderes Anliegen.

Ehrenamtliches Engagement wird heute oft als selbstverständlich angesehen, ist aber nicht immer einfach zu finden. Was motiviert Sie persönlich, sich so intensiv einzubringen?
Kurt Ludescher: Diese Frage ist einfach zu beantworten: Es ist ein Privileg, wenn ich meinen Lebensmittelpunkt mitgestalten darf und kann. Dabei darf mein Motto nicht zu kurz kommen: Bei allem Tun, vergiss nicht über den Tellerrand zu schauen.

