„Musik ist für mich etwas Beglückendes“

Hanna Bachmann gibt Einblicke in ihren Alltag als international erfolgreiche Pianistin.
Röthis Üben, reisen, auftreten – und immer wieder neu eintauchen in die Welt der Musik: Für Hanna Bachmann (32) ist das nicht nur Alltag, sondern Antrieb. Die in Röthis aufgewachsene Pianistin lebt heute in Wien und ist international unterwegs. Ihre Begeisterung für Musik begleitet sie seit der Kindheit – ganz im Sinne ihres Mottos: „Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum“ (Nietzsche).
Wenn Sie heute nach Röthis kommen – was fühlt sich sofort nach Zuhause an?
Hanna Bachmann: Ich freue mich jedes Mal, nachhause zu meiner Familie zu kommen und denke, in erster Linie bewirken es die Menschen, dass man sich daheim fühlt. Mittlerweile wohne ich in Wien und fühle mich auch dort zuhause, aber mit Vorarlberg und Röthis bin ich nach wie vor sehr verbunden.
Wie viel Disziplin steckt hinter einer internationalen Pianistinnenkarriere?
Hanna Bachmann: Es geht sehr viel um Disziplin und Zeitmanagement. Ich habe das Glück, dass ich schon als Kind gerne geübt habe und das ist nach wie vor der Fall. Für mich ist es sehr beglückend, mich voll und ganz in ein Werk zu vertiefen und daran zu arbeiten, die Struktur zu erfassen und meine Interpretation zu finden.

Wie sieht Ihr Alltag zwischen Reisen, Üben und Konzerten aus?
Hanna Bachmann: Mein Tagesablauf ist immer unterschiedlich, aber ich schaue, dass ich morgens eine Runde Yoga unterbringe. Beim Üben beginne ich dann mit den neuen Stücken, das erfordert die meiste Konzentration. Zwischen und nach den Übeeinheiten erledige ich die Büroarbeiten und das, was im Haushalt anfällt. Die Zeit in der Straßenbahn überbrücke ich lesend und lasse den Tag auch oft mit einem Buch ausklingen.
Gibt es ein Ritual vor einem Auftritt, ohne das Sie nicht auf die Bühne gehen?
Hanna Bachmann: Ich mache Entspannungsübungen wie Feldenkrais und autogenes Training, um den Fokus zu schärfen.
Sie sind nicht nur als Solistin unterwegs, sondern auch viel in der Kammermusik und als Liedbegleiterin. Was reizt Sie an dieser Zusammenarbeit?
Hanna Bachmann: Mir gefällt vor allem die Abwechslung zwischen solo, Kammermusik und Lied. Wenn ich mit anderen Musikern spiele, sind die musikalische Kommunikation untereinander und das Gemeinsame sehr bereichernd und beim Lied kommt dann noch die Verbindung zwischen Wort und Musik als zusätzliche Ebene hinzu.

Gerade ist Ihre neue CD mit dem Schwarzenberg Trio erschienen – was ist darauf zu hören und was bedeutet Ihnen dieses Projekt?
Hanna Bachmann: Mit meinen beiden Kollegen Franz-Markus Siegert und Roland Lindenthal spiele ich mittlerweile schon einige Jahre im Schwarzenberg Trio und es ist wirklich schön, wie gut wir einander inzwischen kennen und wie wir uns als Ensemble entwickeln konnten. Wir haben uns über die Jahre einiges an Repertoire aufgebaut und sind auch immer offen für weniger bekannte Werke. Dazu zählt auch das Trio des armenischen Komponisten Arno Babajanyan, das wir nun eingespielt haben. Sergei Rachmaninoffs Trio élégiaque ist sicher das bekannteste Werk des Albums. Komplettiert wird das Programm vom hochromantischen Trio des französischen Komponisten Ernest Chausson.

Wenn Sie auf die nächsten Monate blicken: Auf welche musikalischen Highlights freuen Sie sich ganz besonders?
Hanna Bachmann: Im Mai erweitern wir uns vom Trio zum Quintett und spielen Werke von Robert Schumann und Antonin Dvorak, darauf freue ich mich wirklich sehr. Und sehr gespannt bin ich auf die Orchesterfassung von Fanny Hensels “Das Jahr”, zu der ich als Solistin nach Budweis eingeladen bin. Zusätzlich werden auch die eigens dafür gemalten Bilder des Südtiroler Malers Christian Stl Holzknecht ausgestellt, das ist wirklich eines meiner Herzensprojekte.
