Wenn Robotik auf Archäologie trifft

VN / 30.03.2026 • 12:28 Uhr
Der Roboter musste einen bestimmten Parcours absolvieren.
Der Roboter musste einen bestimmten Parcours absolvieren.

Die “Voradlbären” des BG Dornbirn überzeugten bei FLL-Bewerben mit innovativen Ideen.

Dornbirn Tüfteln, programmieren, ausprobieren – und das oft sogar in den Ferien: Für das First Lego League (FLL)-Team “Voradlbären” des BG Dornbirn ist die Wettbewerbssaison jedes Jahr eine intensive Zeit. Heuer stand der Wettbewerb unter dem Motto “Unearthed – Lasst uns tiefer graben!”. Die Jugendlichen begaben sich auf Spurensuche in die Vergangenheit und entwickelten daraus Ideen für die Zukunft.

“Das Forschungsthema lag uns besser als das Motto Submerged im letzten Jahr. Archäologen gibt es auch bei uns – das machte vieles leichter”, erzählt Maximilian (14). Gemeinsam entwickelten die Gymnasiasten das Tool “Signum Romanum”, das Archäologen dabei helfen soll, fragmentierte römische Töpferstempel schneller zu identifizieren. Statt mühsam Bücher zu durchforsten, schlägt ein Algorithmus mögliche Zuordnungen vor. Unterstützung holten sich die Jugendlichen unter anderem bei Experten am Vorarlberger Landesmuseum und an der Universität Innsbruck. “Das Feedback dort war sehr positiv”, so Maximilian.

Verschiedene Kategorien

Neben dem Forschungsprojekt zählt bei der First Lego League vor allem das Robot-Game: Ein selbst gebauter und programmierter Roboter muss auf einem Parcours möglichst viele Aufgaben lösen. Ergänzt wird der Wettbewerb durch die Kategorien Roboterdesign und Grundwerte – Teamarbeit, Präsentation und Zusammenarbeit spielen dabei eine zentrale Rolle.

Bei der Österreichqualifikation in Innsbruck verpassten die Voradlbären nur knapp den Einzug ins große Finale.
Bei der Österreichqualifikation in Innsbruck verpassten die Voradlbären nur knapp den Einzug ins große Finale.Laurence Feider

Heuer brachte die Saison frischen Wind ins Team der Voradlbären: Viele erfahrene Mitglieder waren “altersbedingt” ausgeschieden, dafür rückten jüngere Schüler nach. Die neu formierte Gruppe musste sich zunächst finden – und entschied sich gleich auch für einen Neustart beim Roboter. Statt auf das bestehende Modell zu setzen, wurde ein komplett neuer, leichterer und flexiblerer Roboter entwickelt. “Sie haben sich rasch zusammengefunden und tüfteln jetzt schon an Ideen für nächstes Jahr. Es ist schön zu sehen, wie ältere und jüngere Schüler zusammenarbeiten und voneinander lernen”, sagt Coach Evelyn Mitterbacher, die das Team gemeinsam mit Benjamin Piotrowski betreut.

Seit dem Spätsommer bereiteten sich die Schüler auf die Wettbewerbe vor.
Seit dem Spätsommer bereiteten sich die Schüler auf die Wettbewerbe vor.

Technische Innovation

Auch technisch gingen die Voradlbären neue Wege. “Wir haben erstmals KI unterstützend beim Programmieren eingesetzt. Das hilft, wenn man feststeckt und neue Lösungsansätze sucht”, erklärt Ferdinand (14). Zusätzlich entwickelte das Team ein innovatives Konzept: ein autonomes Mini-Fahrzeug, das unabhängig vom Roboter Aufgaben erledigen kann. “Das hat es so noch nie gegeben – wir haben viel Lob dafür bekommen”, erzählt Gabriel (13).

Der Bär als Maskottchen der Voradlbären war immer mit dabei.
Der Bär als Maskottchen der Voradlbären war immer mit dabei.

Der Einsatz zahlte sich aus: Beim Regionalbewerb in Vorarlberg holten die “Voradlbären” den Gesamtsieg und überzeugten in allen Kategorien. Beim Bundesfinale in Innsbruck erreichten sie unter 18 Teams den dritten Platz im Robot-Game sowie den ersten Platz in der Forschung – für das große internationale Finale reichte es diesmal jedoch knapp nicht.

Auch in dieser FLL-Saison punkteten die Voradlbären bei den Wettbewerben.
Auch in dieser FLL-Saison punkteten die Voradlbären bei den Wettbewerben.

Neue Ideen

Die Motivation ist dennoch ungebrochen. “Es macht einfach Spaß, Zeit zusammen zu verbringen, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten”, sagt Irmgard (15). Auch der Teamgeist sei entscheidend: “Jeder bringt seine Ideen ein, alle helfen mit.” Für viele ist es genau diese Mischung aus Herausforderung und Gemeinschaft, die den Reiz der First Lego League ausmacht. “Man lernt, dranzubleiben und Lösungen zu finden, auch wenn es schwierig wird”, meint Simon (12). Und so wird im FLL-Raum im Keller des BG Dornbirn schon wieder geplant, gebaut und programmiert – die nächste Saison kommt bestimmt. LCF

Die Dornbirner Schüler präsentierten ihr Forschungsprojekt „Signum Romanum“ vor der Jury in Innsbruck.
Die Dornbirner Schüler präsentierten ihr Forschungsprojekt “Signum Romanum” vor der Jury in Innsbruck.
Schüler der dritten bis sechsten Klassen bilden das FLL-Team „Voradlbären“ am BG Dornbirn.
Schüler der dritten bis sechsten Klassen bilden das FLL-Team “Voradlbären” am BG Dornbirn.
Mindestens einmal in der Woche treffen sich die Schüler im FLL-Raum im BG Dornbirn.
Mindestens einmal in der Woche treffen sich die Schüler im FLL-Raum im BG Dornbirn.