Wenn Robotik auf Archäologie trifft

Die “Voradlbären” des BG Dornbirn überzeugten bei FLL-Bewerben mit innovativen Ideen.
Dornbirn Tüfteln, programmieren, ausprobieren – und das oft sogar in den Ferien: Für das First Lego League (FLL)-Team “Voradlbären” des BG Dornbirn ist die Wettbewerbssaison jedes Jahr eine intensive Zeit. Heuer stand der Wettbewerb unter dem Motto “Unearthed – Lasst uns tiefer graben!”. Die Jugendlichen begaben sich auf Spurensuche in die Vergangenheit und entwickelten daraus Ideen für die Zukunft.
“Das Forschungsthema lag uns besser als das Motto Submerged im letzten Jahr. Archäologen gibt es auch bei uns – das machte vieles leichter”, erzählt Maximilian (14). Gemeinsam entwickelten die Gymnasiasten das Tool “Signum Romanum”, das Archäologen dabei helfen soll, fragmentierte römische Töpferstempel schneller zu identifizieren. Statt mühsam Bücher zu durchforsten, schlägt ein Algorithmus mögliche Zuordnungen vor. Unterstützung holten sich die Jugendlichen unter anderem bei Experten am Vorarlberger Landesmuseum und an der Universität Innsbruck. “Das Feedback dort war sehr positiv”, so Maximilian.
Verschiedene Kategorien
Neben dem Forschungsprojekt zählt bei der First Lego League vor allem das Robot-Game: Ein selbst gebauter und programmierter Roboter muss auf einem Parcours möglichst viele Aufgaben lösen. Ergänzt wird der Wettbewerb durch die Kategorien Roboterdesign und Grundwerte – Teamarbeit, Präsentation und Zusammenarbeit spielen dabei eine zentrale Rolle.

Heuer brachte die Saison frischen Wind ins Team der Voradlbären: Viele erfahrene Mitglieder waren “altersbedingt” ausgeschieden, dafür rückten jüngere Schüler nach. Die neu formierte Gruppe musste sich zunächst finden – und entschied sich gleich auch für einen Neustart beim Roboter. Statt auf das bestehende Modell zu setzen, wurde ein komplett neuer, leichterer und flexiblerer Roboter entwickelt. “Sie haben sich rasch zusammengefunden und tüfteln jetzt schon an Ideen für nächstes Jahr. Es ist schön zu sehen, wie ältere und jüngere Schüler zusammenarbeiten und voneinander lernen”, sagt Coach Evelyn Mitterbacher, die das Team gemeinsam mit Benjamin Piotrowski betreut.

Technische Innovation
Auch technisch gingen die Voradlbären neue Wege. “Wir haben erstmals KI unterstützend beim Programmieren eingesetzt. Das hilft, wenn man feststeckt und neue Lösungsansätze sucht”, erklärt Ferdinand (14). Zusätzlich entwickelte das Team ein innovatives Konzept: ein autonomes Mini-Fahrzeug, das unabhängig vom Roboter Aufgaben erledigen kann. “Das hat es so noch nie gegeben – wir haben viel Lob dafür bekommen”, erzählt Gabriel (13).

Der Einsatz zahlte sich aus: Beim Regionalbewerb in Vorarlberg holten die “Voradlbären” den Gesamtsieg und überzeugten in allen Kategorien. Beim Bundesfinale in Innsbruck erreichten sie unter 18 Teams den dritten Platz im Robot-Game sowie den ersten Platz in der Forschung – für das große internationale Finale reichte es diesmal jedoch knapp nicht.

Neue Ideen
Die Motivation ist dennoch ungebrochen. “Es macht einfach Spaß, Zeit zusammen zu verbringen, gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten”, sagt Irmgard (15). Auch der Teamgeist sei entscheidend: “Jeder bringt seine Ideen ein, alle helfen mit.” Für viele ist es genau diese Mischung aus Herausforderung und Gemeinschaft, die den Reiz der First Lego League ausmacht. “Man lernt, dranzubleiben und Lösungen zu finden, auch wenn es schwierig wird”, meint Simon (12). Und so wird im FLL-Raum im Keller des BG Dornbirn schon wieder geplant, gebaut und programmiert – die nächste Saison kommt bestimmt. LCF


