Erstkommunionkinder erleben Gründonnerstag in Dornbirn

Kinder feierten am Gründonnerstag eine Brotfeier.
Dornbirn Kurz vor 17 Uhr wird es eng im Pfarrsaal der Pfarre Bruder Klaus im Schoren. Kinderstimmen mischen sich mit dem Rascheln von Jacken, Eltern suchen Plätze, dazwischen ein aufgeregtes Flüstern. Der Saal ist bis auf den letzten Platz gefüllt. “Schön, dass ihr da seid”, ruft Pfarrgemeindeleiterin Birgit Amann in die Runde.

Im Mittelpunkt stehen die 25 Erstkommunionkinder und ihre Familien, die an diesem Tag besonders eingeladen sind – die Feier richtet sich jedoch an alle Kinder. Gemeinsam mit Religionslehrerin Claudia Höss und Praktikantin Hannah Bilgeri hat Amann ein Angebot gestaltet, das den Gründonnerstag für Kinder greifbar macht. Nicht als ferne Geschichte, sondern als Erlebnis im Hier und Jetzt.

In der Mitte des Raumes liegt ein langes, weißes Tuch – der “große Tisch”. Ein Kind entzündet die Kerze. “Es gibt jemanden, der sich auch riesig freut, dass ihr da seid: Jesus”, sagt Amann.

Ein Herz als Zeichen der Freundschaft
Jedes Kind hält ein Herz aus Papier in der Hand, das es am Eingang von den kleinen Helferinnen Zoey und Michelle erhalten hat. Darauf schreiben sie ihren Namen, legen es später zum Tisch. Ein einfaches Zeichen, das Gemeinschaft sichtbar machen soll. Danach stimmen alle lautstark in “I love Jesus” ein.

“Wisst ihr, was heute für ein besonderer Tag ist?”, fragt Amann in die Runde. Die Antwort kommt schnell: “Gründonnerstag.” Es ist das Fest des letzten Abendmahls. Schritt für Schritt wird der Tisch gemeinsam gedeckt. Blumen werden von den Kindern auf das Tuch gelegt, Brot und Saft dazugestellt. “Wenn wir Gäste einladen, bereiten wir alles vor”, erklärt Amann. “So hat es auch Jesus gemacht.”

Die biblische Botschaft wird erzählt. Die Kinder hören aufmerksam zu. Dann legen sie ihre Herzen auf den Tisch. Es geht bei dieser “Brotfeier” um mehr als um Brot. Es geht um das, was dahintersteht: teilen, zusammenhalten, füreinander da sein. “Jesus war das besonders wichtig”, betont Amann, um schließlich mit allen ins “Vater unser” einzustimmen.
Dann wird das gesegnete Brot ausgeteilt. Stück für Stück wandert es durch die Reihen, wird gebrochen, geteilt, gegessen. Kein großes Ritual, sondern ein bewusstes Tun, das Gemeinschaft erlebbar machen soll.

Als die Glocken läuten, ist es Abend geworden – damals wie heute. Die Feier klingt ruhig aus und die Kinder werden von den Organisatorinnen zum begehbaren Kreuzweg am nächsten Tag, dem Karfreitag, in die Kirche eingeladen. Für den Karsamstag haben sie zudem eine Auferstehungsfeier für Kinder vorbereitet, die auch diesen Feiertag verständlich aufbereitet.

Zum Abschluss spricht Amann noch den Segen: “Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Haus, wie ein Kuss auf die Nasenspitze, ein ich hab dich lieb, und halt dich fest und geh mit dir ganz bis nach Haus.” Worte, die auch die Jüngsten verstehen – und die den Ton dieser besonderen Gründonnerstagsfeier treffen. cth







