In Mellau stehen die Zimmerleute bereit

Beim Gemeindehaus-Neubau hat dieser Tage die Montage der Holzkonstruktion begonnen.
Mellau Ein milder Winter hat den Baufortschritt begünstigt, die Baumeisterarbeiten wurden planmäßig abgeschlossen. Mehr noch: Schon vor Ostern konnte das Baugerüst für die Montage der Holzkonstruktion errichtet werden und Renato Huber, Chef der Mellauer Zimmerei, hat die ersten Lkw-Ladungen mit Holzmodulen bereits auf die Baustelle des Gemeindehauses geschafft, “damit unsere Zimmerer gleich nach Ostern mit der Montage beginnen können”, erläutert er beim österlichen Lokalaugenschein auf der Großbaustelle.

Auf Holz vertraut
Der heimische Unternehmer bemüht sich erst gar nicht, seine Freude über den lukrativen Auftrag zu verbergen, war es doch eine Prestigeangelegenheit, als Mellauer Firma den Zuschlag für das interessante “Heimspiel Gemeindehaus” zu bekommen.

Die Weichen dazu wurden bereits beim Architektenwettbewerb gestellt: Insgesamt 44 Entwürfe wurden eingereicht, die Jury kürte die Einreichung des Lindauer Büros Feuerstein Hammer Pfeiffer Part GmbH zum Siegerprojekt. Nicht zuletzt deshalb, weil das international tätige Büro konsequent auf Holz setzte und diese Konstruktion natürlich ideal zum Dorfsaal auf der anderen Seite des Dorfplatzes passt.

Zug um Zug zur Ufrichte
Ein milder Winter hat den Baufortschritt bisher begünstigt und in den Tagen vor Ostern konnte bereits das Gerüst für die Montage der Holzkonstruktion aufgebaut werden. Jetzt geht es Zug um Zug, denn während der Baumeister mit den Betonarbeiten beschäftigt war, wurden die Holzteile in der Huber-Halle vorgefertigt.
“Diese Kombination von Beton und Holz”, so Renato Huber, “ist eine sinnvolle Bauweise. Natürlich könnte man auch das Stiegenhaus statt in Beton in Holz ausführen, aber das hätte einige Nachteile bezüglich Brandschutz oder Lärmschutz.”

Fast 400 Kubikmeter Holz
Der Einsatz von nachhaltigem Holz ist auch in der Kombination beachtlich: “Wir verarbeiten fast 400 Kubikmeter Holz für das Projekt”, ist Renato Huber stolz darauf, dass er hier in Mellau – unweit seines Betriebes – ein Zeichen für die Leistungsfähigkeit des heimischen Unternehmens setzen kann – eine Art Visitenkarte der Wälder Holzbaukunst.
Nicht der einzige Mellauer
Renato Huber ist nicht der einzige Mellauer, der beim neuen Gemeindehaus einen Großauftrag lukrieren konnte. “Wenn der Rohbau aufgerichtet ist”, so Schindeler Albert Hager, “werden wir das Haus wälderisch einkleiden”. Mit “wir” meint er eine Mellauer Arbeitsgemeinschaft, denn “ich habe mich – wie in der Vergangenheit schon mehrfach – mit den Mellauer Ein-Mann-Betrieben von Stefan Moosbrugger und Jan Matt zusammengetan.”
Eine noble Ausführung
Für den lukrativen Großauftrag ist noch ein vierter Partner mit im Boot: “Florian Bär aus Au hat sich auf Schindelproduktion spezialisiert und so wie ich beziehen auch andere Schindeler viel von ihm”, so Albert Hager, der sich für das Mellauer Gemeindehaus “etwas ganz Nobles” ausgedacht hat: “Die alten Wälderhäuser sind meist mit Rundschindeln verkleidet, solche Schindeln verwenden wir auch bei Sanierungen alter Häuser, bei Neubauten ist deren Verwendung eher selten – für das Gemeindehaus haben wir uns aber für diese Rundschindeln entschieden. Rund 150.000 solcher Schindeln werden wir verlegen, wenn wir im Mai mit der Arbeit beginnen.”
Huber-Hager-Kooperation
Nicht nur die Arbeitsgemeinschaft mit Schindeler-Kollegen hat für Albert Hager Tradition, er arbeitet bei vielen Projekten auch mit der Zimmerei Huber zusammen. Sichtbarer Ausdruck dieser Kooperation: 2014 haben die beiden auf der Handwerksausstellung eine Kapelle gezimmert und geschindelt. STP