Hässliche Sachen gegen Ukrainer im Netz gepostet

Pensionist forderte Nutzer von Telegram-Gruppe zu Verbrechen auf.
Feldkirch “Dialog statt Hass” heißt ein Programm, das von der Bewährungshilfe angeboten wird. Es soll Menschen, die mit ihren aggressiven Emotionen nicht umgehen können und deshalb straffällig werden, aus ihrer Situation heraushelfen. In verschiedenen Modulen müssen sie sich mit Verhetzung und anderen unangebrachten Verhaltensweisen auseinandersetzen. So soll auch der 68-jährige Pensionist, der vor Gericht steht, geläutert werden. Er bereut sein Fehlverhalten, dass er auf einer ukrainefeindlichen Plattform gepoltert, gegen Ukrainer gehetzt und zu Straftaten aufgefordert hat.
Hoch verschuldet
Die öffentliche Telegram-Gruppe “RU Chat für Russländer & Friends DE” steht eindeutig auf “Russenseite”, das heißt – ukrainefeindliche Postings sind willkommen. Der Oberländer Rentner, der an einem Schuldenberg von rund 700.000 Euro knabbert und deshalb im Privatkonkurs ist, war vor vier Jahren offenbar ziemlich angespannt.
“Kaum ein Tag, wo nicht der Exekutor bei mir war, es war eine schlimme Zeit”, denkt er zurück. Was genau er geschrieben hat, weiß er angeblich gar nicht mehr so genau. Und er versucht es mit der Behauptung, sein Account wäre gehackt worden. Da er aber in einigen zugestandenen Postings seine Einstellung zu Flüchtlingen und Wolodymyr Selenskyj kundtat, glaubt ihm die Staatsanwältin nicht. Daraufhin räumt er ein, dass vermutlich alle Postings von ihm waren.
Schlechte Ausrede
“Denen gehört die Matschbirne zertrümmert”, “Dieses Arschloch von Selenskyj, wann wird der endlich getötet!”, “Scheiß Flüchtlinge, können sich nicht benehmen und wollen immer in der ersten Reihe stehen”, “Die Jagd ist eröffnet, sofort an die Wand und hinrichten”, “Man sollte die Politiker abfangen, aufhängen und standrechtlich erschießen”, – das sind nur einige der Kommentare des so bieder wirkenden Angeklagten.
“Ich war so frustriert und auch neidisch, ich ließ mich aufhetzen und war geistesabwesend, während ich das geschrieben habe”, erklärt der Oberländer vor Gericht. Der bislang Unbescholtene bereut seine Kommentare und versichert, in keinen derartigen Communitys mehr tätig zu sein. Dem Mann wird auf Grund seiner Verantwortungsübernahme und bisherigen Unbescholtenheit eine Diversion (außergerichtlicher Tatausgleich) gewährt. Innerhalb einer Probezeit von zwei Jahren hat die Justiz ein Auge auf ihn, er bekommt allerdings die Auflage, im Rahmen der Bewährungshilfe an dem Programm “Dialog statt Hass” teilzunehmen. Er sagt zu, an dem Programm teilzunehmen.