Kommt das Molo-Café oder nicht? „Im Moment ist es holprig“

Derzeit gibt es mehrere Hürden, die das Projekt ausbremsen.
Bregenz Ein kleines Café, große Diskussion: Die Stadt Bregenz möchte wie berichtet am Molo ein saisonales Café errichten. Ursprünglich vorgesehen war ein zehn Quadratmeter großer mobiler Holzcontainer sowie ein Gastgarten mit 20 Sitzplätzen. Nach der Behördenverhandlung ist allerdings klar: Die Idee dürfte vorerst ein Wunsch bleiben; Naturschutz und Raumplanung sehen erhebliche Probleme.

„Es wird für heuer sehr schwer oder kaum möglich sein, dass wir das herbekommen“, sagt Vizebürgermeister und Projektinitiator Roland Frühstück. „Wir hätten eigentlich alle Probleme gelöst, aber der Natur- und Landschaftsschutz sind kritisch. Laut den Experten wird unter anderem die Vogelwelt in der Kommunikation gestört. Außerdem soll der Finger in den See nicht möbliert sein.“ Auch der Vorschlag der Stadt Bregenz – statt eines Containers eine Art Foodtruck zu verwenden, den man bei Hochwasser ohne Problem wegfahren kann – konnte daran nichts ändern. “Es ist im Moment holprig“, merkt Frühstück an.


Die Vorarlberger Naturschutzanwältin Katharina Lins verweist auf kritische Gutachten aus den Bereichen Naturschutz und Raumplanung. „Es geht einmal um das Landschaftsbild, zum anderen ist Licht am Gewässer ökologisch immer ein Problem. Das führt zu Beunruhigungen. Am Wasser muss man zurückhaltender sein, auch wenn man im Stadtgebiet ist, lebt dort noch ziemlich viel. Und der Molo ist doch etwas weiter draußen im See und daher auch optisch exponiert. Wenn man an einem Parkplatz oder bei der Eisdiele ein Kiosk hinstellen würde, wäre das in der Beurteilung anders“, unterstreicht die Naturschutzanwältin. Darüber hinaus existierten in der Nähe bereits mehrere gastronomische Angebote, weshalb ein öffentliches Interesse nicht geben sei. „Es ist ja nicht so, dass die Versorgung der Bevölkerung gefährdet wäre“, hält Katharina Lins fest.

Der Betrieb des Cafés sollte von Ostern bis Mitte Oktober laufen, täglich zwischen frühestens 7 und spätestens 22 Uhr. Ziel war, dass der Container im Herbst abtransportiert wird und dann für den Weihnachtsmarkt genutzt wird. Ob und wie es mit dem Projekt weitergeht, ist derzeit offen. Die Stadt Bregenz hat nun die Möglichkeit, auf die negativen Stellungnahmen zu reagieren.