Dornbirner Geschichte lebendig erzählt

Vorarlberg / 24.02.2026 • 11:31 Uhr
Isabelle Rümmele möchte vor allem jüngere Menschen für das Museum begeistern – und zeigen, dass Stadtgeschichte alles andere als verstaubt ist.
Isabelle Rümmele möchte vor allem jüngere Menschen für das Museum begeistern – und zeigen, dass Stadtgeschichte alles andere als verstaubt ist.Rümmele

Isabelle Rümmele ist begeisterte Reiseführerin und Obfrau des noch jungen Museumsvereins.

Dornbirn Wer mit Isabelle Rümmele durch Dornbirn spaziert, merkt schnell, hier geht es nicht um trockene Jahreszahlen, vielmehr um Geschichten, Bilder und überraschende Blickwinkel. Die 47-jährige Fremdenführerin ist eine Erzählerin, die ihre Stadt kennt wie kaum eine andere – und sie mit sichtbarer Freude vermittelt. Seit Kurzem tut sie das nicht nur auf ihren Rundgängen, sondern auch als Obfrau des noch jungen Museumsvereins Dornbirn.,

Isabelle Rümmele kennt Dornbirn aus vielen Perspektiven. Als Fremdenführerin beschäftigt sie sich seit Jahren mit der Geschichte der Stadt und deren sichtbaren Spuren im öffentlichen Raum.
Isabelle Rümmele kennt Dornbirn aus vielen Perspektiven. Als Fremdenführerin beschäftigt sie sich seit Jahren mit der Geschichte der Stadt und deren sichtbaren Spuren im öffentlichen Raum.

Ein glücklicher Zufall

Zur Fremdenführerin wurde Rümmele eher zufällig. Eine Bekannte erzählte ihr einst von der Ausbildung. Damals war sie überrascht, dass es diesen Beruf in Vorarlberg überhaupt gibt. Jahre später suchte sie eine Weiterbildung, bewusst fern ihres Berufsalltags in der Logistik. Ein Inserat des Wifi brachte die Entscheidung. Zwei intensive Ausbildungsjahre folgten, inklusive Prüfung und Gewerbeanmeldung im Frühjahr 2018. „Es war lehrreich, fordernd und hat irrsinnig Spaß gemacht“, sagt sie rückblickend – mit Ausnahme der Geologie, “da habe ich auch schon mal geschwänzt”, gesteht sie lachend.

Die Dornbirnerin führt Gäste durch ihre Heimatstadt und steht seit Kurzem an der Spitze des Museumsvereins Dornbirn, der das Stadtmuseum unterstützt und begleitet.
Die Dornbirnerin führt Gäste durch ihre Heimatstadt und steht seit Kurzem an der Spitze des Museumsvereins Dornbirn, der das Stadtmuseum unterstützt und begleitet.

Als „waschechte Dorabirare“ bezeichnet sich Rümmele selbst, was ja schon der Familienname verrät. Dieser lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, ihr Dialekt tut sein Übriges. Dornbirn ist für sie Heimat, Lebensmittelpunkt und zugleich immer wieder Entdeckungsraum. Trotz jahrzehntelanger Verbundenheit findet sie immer wieder Neues. Gebäude, Plätze, Geschichten. „Die Ausbildung hat meinen Blick verändert, ich nehme Dinge seither viel bewusster war“, sagt sie. Und womöglich auch ein bisschen das Älterwerden.

In ihrer Freizeit ist die Dornbirnerin gerne in der Natur unterwegs - hier auf dem Gipfel der Kanisfluh.
In ihrer Freizeit ist die Dornbirnerin gerne in der Natur unterwegs – hier auf dem Gipfel der Kanisfluh.

Dabei ist ihr wichtig, Geschichte lebendig zu vermitteln. Jahreszahlen reduziert sie auf das Notwendigste, dafür setzt sie auf G’schichtle, Humor und historische Fotos. „Diese machen sichtbar, was Texte allein nicht leisten können – etwa wie sich prägende Gebäude im Laufe der Zeit verändert haben“, beschreibt sie. Eine Führung soll Spaß machen. Und wenn jemand mit einem Grinsen geht, ist das für Rümmele die schönste Bestätigung. 25 Führungen hat sie im vergangenen Jahr gemacht.

Neben Dornbirn gehört Isabelle Rümmeles Leidenschaft aber auch dem Reisen und der Begegnung mit fremden Kulturen - hier mit ihrem
Neben Dornbirn gehört Isabelle Rümmeles Leidenschaft aber auch dem Reisen und der Begegnung mit fremden Kulturen – hier mit ihrem “Berufskollegen” in Marokko.

Hauptberuflich arbeitet die Dornbirnerin als Prozess- und Projektmanagerin in einem international tätigen Konzern. Die Tätigkeit als Fremdenführerin ist für sie der perfekte Ausgleich: draußen sein, sich bewegen, erzählen.

Auch wenn Isabelle Rümmele gerne reist (wie hier nach Paris), gehört eine große Leidenschaft auch der Stadtgeschichte in Dornbirn.
Auch wenn Isabelle Rümmele gerne reist (wie hier nach Paris), gehört eine große Leidenschaft auch der Stadtgeschichte in Dornbirn.

Eine neue spannende Aufgabe kam 2022 für sie hinzu, als der Museumsverein Dornbirn gegründet wurde. Zum 25-jährigen Bestehen des Stadtmuseums ins Leben gerufen, unterstützt der Verein das Haus und begleitet die Neukonzeption „Erbe & Erben“. Auf Anfrage der Museumsleitung übernahm Rümmele den Vorsitz. Heute zählt der Verein rund 45 Mitglieder, organisiert Veranstaltungen, exklusive Besuche und thematische Führungen. Heuer wird die Restaurierung eines Wirtshausschildes aus dem Jahr 1784 finanziert. Rümmele möchte vor allem jüngere Menschen fürs Museum begeistern – und zeigen, wie spannend Stadtgeschichte, und alles andere als trocken sein kann. CTH

“Eine Führung bei mir soll Spaß machen, ich freue mich, wenn die Gäste ein Grinsen im Gesicht haben. Und mir persönlich bleiben Geschichten und Zusammenhänge besser in Erinnerung als Daten und Fakten. “

Isabelle Rümmele, Reiseführerin”.
Geschichte lebendig erzählen, auch gerne einmal in Verkleidung.
Geschichte lebendig erzählen, auch gerne einmal in Verkleidung.

Zur Person

Geb.: 10.03.1979
Wohnort: Dornbirn
Beruf: Prozess- und Projektmanagerin Logistik, AustriaGuide
Hobbys: Wandern, Skifahren, Reisen, Lesen
Homepage: isabelleruemmele.at, museumsverein-dornbirn.at

Die Führung auf dem St. Martin Friedhof gehört zu den beliebtesten bei den Dornbirnern.
Die Führung auf dem St. Martin Friedhof gehört zu den beliebtesten bei den Dornbirnern.