Dornbirner Geschichte lebendig erzählt

Isabelle Rümmele ist begeisterte Reiseführerin und Obfrau des noch jungen Museumsvereins.
Dornbirn Wer mit Isabelle Rümmele durch Dornbirn spaziert, merkt schnell, hier geht es nicht um trockene Jahreszahlen, vielmehr um Geschichten, Bilder und überraschende Blickwinkel. Die 47-jährige Fremdenführerin ist eine Erzählerin, die ihre Stadt kennt wie kaum eine andere – und sie mit sichtbarer Freude vermittelt. Seit Kurzem tut sie das nicht nur auf ihren Rundgängen, sondern auch als Obfrau des noch jungen Museumsvereins Dornbirn.,

Ein glücklicher Zufall
Zur Fremdenführerin wurde Rümmele eher zufällig. Eine Bekannte erzählte ihr einst von der Ausbildung. Damals war sie überrascht, dass es diesen Beruf in Vorarlberg überhaupt gibt. Jahre später suchte sie eine Weiterbildung, bewusst fern ihres Berufsalltags in der Logistik. Ein Inserat des Wifi brachte die Entscheidung. Zwei intensive Ausbildungsjahre folgten, inklusive Prüfung und Gewerbeanmeldung im Frühjahr 2018. „Es war lehrreich, fordernd und hat irrsinnig Spaß gemacht“, sagt sie rückblickend – mit Ausnahme der Geologie, “da habe ich auch schon mal geschwänzt”, gesteht sie lachend.

Als „waschechte Dorabirare“ bezeichnet sich Rümmele selbst, was ja schon der Familienname verrät. Dieser lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen, ihr Dialekt tut sein Übriges. Dornbirn ist für sie Heimat, Lebensmittelpunkt und zugleich immer wieder Entdeckungsraum. Trotz jahrzehntelanger Verbundenheit findet sie immer wieder Neues. Gebäude, Plätze, Geschichten. „Die Ausbildung hat meinen Blick verändert, ich nehme Dinge seither viel bewusster war“, sagt sie. Und womöglich auch ein bisschen das Älterwerden.

Dabei ist ihr wichtig, Geschichte lebendig zu vermitteln. Jahreszahlen reduziert sie auf das Notwendigste, dafür setzt sie auf G’schichtle, Humor und historische Fotos. „Diese machen sichtbar, was Texte allein nicht leisten können – etwa wie sich prägende Gebäude im Laufe der Zeit verändert haben“, beschreibt sie. Eine Führung soll Spaß machen. Und wenn jemand mit einem Grinsen geht, ist das für Rümmele die schönste Bestätigung. 25 Führungen hat sie im vergangenen Jahr gemacht.

Hauptberuflich arbeitet die Dornbirnerin als Prozess- und Projektmanagerin in einem international tätigen Konzern. Die Tätigkeit als Fremdenführerin ist für sie der perfekte Ausgleich: draußen sein, sich bewegen, erzählen.

Eine neue spannende Aufgabe kam 2022 für sie hinzu, als der Museumsverein Dornbirn gegründet wurde. Zum 25-jährigen Bestehen des Stadtmuseums ins Leben gerufen, unterstützt der Verein das Haus und begleitet die Neukonzeption „Erbe & Erben“. Auf Anfrage der Museumsleitung übernahm Rümmele den Vorsitz. Heute zählt der Verein rund 45 Mitglieder, organisiert Veranstaltungen, exklusive Besuche und thematische Führungen. Heuer wird die Restaurierung eines Wirtshausschildes aus dem Jahr 1784 finanziert. Rümmele möchte vor allem jüngere Menschen fürs Museum begeistern – und zeigen, wie spannend Stadtgeschichte, und alles andere als trocken sein kann. CTH
“Eine Führung bei mir soll Spaß machen, ich freue mich, wenn die Gäste ein Grinsen im Gesicht haben. Und mir persönlich bleiben Geschichten und Zusammenhänge besser in Erinnerung als Daten und Fakten. “
Isabelle Rümmele, Reiseführerin”.

Zur Person
Geb.: 10.03.1979
Wohnort: Dornbirn
Beruf: Prozess- und Projektmanagerin Logistik, AustriaGuide
Hobbys: Wandern, Skifahren, Reisen, Lesen
Homepage: isabelleruemmele.at, museumsverein-dornbirn.at
