Lustenauer Jugendfeuerwehr erhebt schwerwiegende Anschuldigungen wegen mutmaßlicher Sexualdelikte

VN / 24.04.2026 • 16:40 Uhr
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feuerwehr LustenauDie Feuerwehr Lustenau setzte die Polizei über Vorwürfe gegen eines ihrer Mitglieder in Kenntnis.

Polizei ermittelt wegen angeblichem sittenwidrigen Chatverkehr durch einen mittlerweile vorläufig außer Dienst gestellten Feuerwehrmann.

Lustenau Anfang Februar dieses Jahres berief Jürgen Hämmerle, Kommandant der Feuerwehr Lustenau, einen Elternabend ein. Es ging dabei um wichtige Informationen, die vor allem die Mitglieder der Lustenauer Jugendfeuerwehr betrafen. Anwesend waren neben dem Kommandanten auch Bezirksfeuerwehrinspektor Martin Kisser, eine Psychologin und Vertretung der Kinder- und Jugendanwaltschaft.

Eine Teilnehmerin der Veranstaltung schilderte den VN, worum es dabei ging. Demnach stand im Raum, dass ein aktiver Feuerwehrmann einen Chatverkehr mit mehreren weiblichen Mitgliedern der Lustenauer Jugendfeuerwehr im Alter von zwölf bis fünfzehn Jahren gepflegt haben soll. Es habe sich dabei um Chats mit sexualbezogenem Inhalt gehandelt.

Dabei wurde betont, dass sich diese angeblichen Vorgänge außerhalb der Lustenauer Feuerwehr zugetragen hätten. Also nicht im Rahmen einer Veranstaltung, Übung oder sonstigen internen Tätigkeiten. Rein privat also.

Feuerwehr handelte vorbildlich

Die Polizei bestätigte den VN auf Anfrage, dass in Richtung eines diesbezüglichen Tatverdachts ermittelt werde. Auch Kommandant Hämmerle äußerte sich gegenüber den VN zur Causa: „Es ist richtig, dass sich die Feuerwehrjugend mit Anschuldigungen an mich gewandt hat. Ich habe dann mit der entsprechenden Sorgfaltspflicht gehandelt und unverzüglich Kontakt mit der Polizei aufgenommen.“

Der Feuerwehrmann, gegen den sich die Vorwürfe richten, sei inzwischen vorläufig außer Dienst gestellt worden.

Kultur des Vertrauens

Der Kommandant betont, dass die Lustenauer Feuerwehr eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens unter ihren Mitgliedern geschaffen habe. „Jeder, den irgendwo der Schuh drückt, kann zu uns kommen“, so Hämmerle. Während der Veranstaltung im Februar seien auch sämtliche Anwesenden über Kontaktplattformen wie etwa die Polizei oder Jugendwohlfahrt für solche Fälle informiert worden.