An diesem Ort im Messepark wird einfach zugehört

Im “Raum für Neues” im Messepark Dornbirn lädt ein Zuhörkiosk zum Gespräch ein.
Dornbirn “Raum für Neues” heißt im Messepark die ehemalige Fläche von Mediamarkt, die neuen und alteingesessenen Shops während der Umbauphase eine neue Heimat bietet. Neben den verschiedenen Shoppingmöglichkeiten überrascht sie auch mit einem sozialen Angebot. Was schon länger in großen deutschen Metropolen funktioniert, kommt jetzt auch nach Dornbirn: Der “Zuhörkiosk” lädt zum Austausch ein – wer einen Gesprächspartner sucht, wird hier fündig.

Viele einsame Menschen
“Wir möchten Raum und Zeit anbieten, wo ehrenamtlich tätige Personen wertschätzend, empathisch und präsent zuhören. Gerade in der heutigen Zeit, in der Vereinsamung und aggressive Kommunikation zunehmen, kommt das Zuhören zu kurz”, erklärt Projektkoordinator Peter Mennel. Ursprung für die Idee ist ein Beitrag von Daniela Egger in der Zeitschrift Marie über den Zuhör-Kiosk in Hamburg. Dieser hat die Messepark-Geschäftsführung dazu inspiriert, ein ähnliches Angebot zu schaffen und einen Kiosk-Raum für diesen Zweck zu errichten. Er richtet sich vordergründig an Menschen, die den Messepark als sozialen Raum und sogenannten “dritten Ort” nutzen. Für Peter Mennel, der seine Lehrertätigkeit mit Juli beendet, ist es das erste “Pensionsprojekt”. “Ich beschäftige mich seit über 20 Jahren in verschiedenen Funktionen mit guten Gesprächen und bin gespannt, wie das Angebot angenommen wird. Meines Wissens nach ist es das erste Angebot dieser Art in Vorarlberg und eine echte Pioniergeschichte”, so Peter Mennel, Dialogbegleiter und Lebensberater. Menschen, die einsam sind, gebe es jedenfalls auch in Vorarlberg genug.

Aktives Zuhören
Ein Team an Ehrenamtlichen war schnell gefunden – 20 “Zuhörer” haben bereits zugesagt, weitere 13 haben Interesse bekundet. Alle haben Erfahrung mit Gesprächsführung und aktivem Zuhören. Wer sich im Zuhörkiosk mitteilen möchte, meldet sich beim Kioskfenster. Sollte das Kioskfenster zu sein, weil schon ein Gast im Kiosk ist, sollte man sich nicht scheuen, zu klopfen. Das Gespräch selbst findet dann in vertraulicher Atmosphäre im Kiosk statt. “Die Menschen können hier ihre Gedanken, Sorgen und Freuden teilen. Sie treffen auf Menschen, die die Haltung und in verschiedener Weise Erfahrung und Wissen mitbringen, wertschätzend und empathisch zuzuhören und ihnen den Raum zu lassen, den sie benötigen”, erklärt Mennel. Dabei spielt es keine Rolle, ob einen etwas bedrückt oder ob man einfach schöne Erlebnisse teilen möchte. Die Zuhörenden hören aktiv zu, aber übernehmen keine beratende Funktion. Alle verpflichten sich zur Verschwiegenheit. Das Angebot ist kostenlos.

Offenes Ohr
Den Zuhörkiosk findet man im “Raum für Neues” beim “Stand der Dinge” im ersten Obergeschoss des Messeparks. Bis auf Weiteres ist er am Montag von 10 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 14 bis 17 Uhr und am Freitag von 10 bis 13 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr besetzt. Speziell am Freitagnachmittag finden Menschen mit migrantischem Hintergrund besonders sprachversierte Gesprächspartner vor. Wer möchte, kann im Voraus unter zuhoerkiosk@gmx.at einen Zuhörtermin vereinbaren. LCF

