HTL-Modezweig bewies seine Kreativität

Erste Abschlussklasse des HTL-Modedesignzweigs zeigte ihre Kollektionen.
Dornbirn Paris, New York, Mailand, Dornbirn – für einen Abend reihte sich die Messestadt selbstbewusst in die Riege internationaler Modeplätze ein. In der HTL Dornbirn feierte die erste Abschlussklasse des neuen Zweigs “Modedesign und Grafik” ihre “Golden Hour” – und verwandelte die Aula in einen Laufsteg voller Ideen, Emotionen und handwerklicher Kreativität.

Fünf Jahre Ausbildung im Fokus
Bereits beim Sektempfang wurde deutlich, dass es hier nicht nur um Mode geht, sondern um den Abschluss von fünf intensiven Ausbildungsjahren. Zwischen Stoffproben und Modellen aus den vergangenen fünf Jahren mischten sich Vorfreude und Stolz. Punkt 18.30 Uhr übernahmen Gloria Pezzè und Sofia Silva die Moderation und führten das Publikum durch einen Abend, der die kreative Bandbreite der 16 Absolventinnen und Absolventen sichtbar machte.

Zwischen Goldglanz und Albtraum
Den Auftakt bildeten vier Kollektionen, die unterschiedlicher kaum sein konnten. Annika Sargant ließ sich von Honigwaben inspirieren und kombinierte klare Strukturen mit fließenden Stoffen in warmen Goldtönen. Düster und provokant zeigte sich hingegen Ida Thurnher mit “Nightmare”, wo zerstörte Materialien und beklemmende Elemente die Schattenseiten der Mode thematisierten. Fariza Shagireeva brachte mit “Egony in Black and White” Ruhe und Eleganz auf den Laufsteg, während Jemima Klein mit “Movement Culture” die Energie urbaner Tanzkultur spürbar machte.

Auch im zweiten und dritten Block bewiesen die jungen Designerinnen und Designer Mut zur Individualität. Von den “Sieben Todsünden” über minimalistische Science-Fiction-Ästhetik bis hin zu “Subcutis”, das den Blick unter die Haut wagte, spannte sich ein thematischer Bogen, der ebenso nachdenklich wie visuell eindrucksvoll war. Persönliche Inspirationen wie Pelin Borans Hommage an ihren Graupapagei oder Konstantin Denz’ Spiel mit Wahrnehmung zeigten, wie vielfältig Mode als Ausdrucksform sein kann.
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Im finalen Durchgang wurde es noch einmal poetisch. Fließende Stoffe, die den Himmel interpretierten, fragile Auseinandersetzungen mit Vergänglichkeit und die stille Kraft des Mondlichts prägten den Abschluss. Jede Kollektion erzählte ihre eigene Geschichte – konsequent umgesetzt von der ersten Skizze bis zum fertigen Outfit.

Gemeinschaftsprojekt mit vielen Beteiligten
Der Applaus am Ende galt schließlich den gezeigten Arbeiten, aber auch dem organisatorischen Kraftakt hinter den Kulissen. Die dritte Klasse hatte das Rahmenprogramm für die Show auf die Beine gestellt, die Models wurden von den Maturantinnen und Maturanten selbst organisiert, jedes Detail geplant. Besonderer Dank ging an Direktor Michael Grünwald sowie die Lehrpersonen Fachvorständin Corinna Stocker und Julia Baur, die den Aufbau des neuen Zweigs maßgeblich geprägt haben.

Beim anschließenden Get-together mit selbst gemachtem Fingerfood klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus. Und Miuccia Prada, Jean Paul Gaultier, Maria Grazia Chiuri & Co. können sich warm anziehen, die Designer-Konkurrenz aus Dornbirn steht in den Startlöchern. CTH












