Infrastrukturministerium sucht den Strohhalm für den Vollanschluss

VN / 01.05.2026 • 08:00 Uhr
Infrastrukturministerium sucht den Strohhalm für den Vollanschluss
Aktuell wird geprüft, welche baulichen und organisatorischen Maßnahmen bei Wolfurt-Lauterach notwendig sind. VN/Steurer

Verkehrsministerium prüft Möglichkeiten, um die Kapazität der Autobahn zu erhöhen. Verkehrslandesrat sieht sonst Güterbahnhof gefährdet.

Matthias Rauch, Julia Schilly-Polozani

Schwarzach Ein politisches Projekt im Stop-and-Go-Verkehr: Der Autobahnvollanschluss Wolfurt-Lauterach wird seit 25 Jahren diskutiert – seit der Eröffnung des Halbanschlusses 2001. Doch die Infrastrukturmaßnahme auf der A14 kommt nur schleppend voran. Im VN-Interview bekräftigte Verkehrsminister Peter Hanke (SPÖ) im März, dass er sich für das Projekt einsetze. Jeder sehe, wie auf engstem Raum gewirtschaftet werde und welchen Verkehr das verursache: “Ein Vollausbau ist notwendig.” Das Problem bisher: Der Autobahn fehlt die Kapazität, um einen weiteren Vollanschluss zu verkraften. Das Ministerium sucht nun nach Möglichkeiten.

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Um einen Autobahnanschluss zu bauen, ist eine erweiterte strategische Analyse (ESA) notwendig. Die hat die Asfinag bereits durchgeführt, mit dem Ergebnis, dass die Autobahn schon zu stark ausgelastet ist. Verkehrslandesrat Christof Bitschi verweist darauf, dass unter Infrastrukturministerin Leonore Gewessler das Instrument noch einmal verschärft worden sei. Mit Minister Hanke sei jedoch “intensiv besprochen” worden, wie wichtig der Vollanschluss für das Land sei – auch mit Blick auf den geplanten Ausbau des Güterbahnhofs bis Ende des Jahrzehnts. Und der Landesstatthalter wird deutlich: “Da wird es bei uns sicher nur die Zustimmung geben, wenn es parallel einen Ausbau der Anschlussstelle gibt.” Also: Ohne Anschlussstelle kein Ausbau des Güterbahnhofs.

Infrastrukturministerium sucht den Strohhalm für den Vollanschluss
Bitschi warnt: Ohne Vollanschluss wird das Land dem Ausbau des Güterbahnhofs nicht zustimmen. VN/Stiplovsek

Die Asfinag möchte es aber nicht so weit kommen lassen. Wie die VN berichteten, wäre eine Möglichkeit, um die Kapazität der Autobahn zu erhöhen, eine Verkehrsbeeinflussungsanlage. Doch bis diese steht, dauert es noch einige Zeit. Die Anlage ist laut Bauprogramm ab 2028/2029 vorgesehen. Es fehle aber noch ein Finanzierungsübereinkommen mit dem Land, sagt das Ministerium.

Parallel dazu arbeite man an einem Streckenkonzept für den Abschnitt Hohenems bis Wolfurt-Lauterach. Grundlage ist das Verkehrsmodell Rheintal, das gemeinsam mit dem Kanton St. Gallen und dem Land erstellt und aktuell aktualisiert wird. “Hierzu haben im Herbst 2025 bereits umfangreiche Verkehrserhebungen im Untersuchungsgebiet stattgefunden – diese finden auch im Vorprojekt zur S 18 Verwendung”, heißt es auf VN-Anfrage.

Zur Verkehrsbeeinflussungsanlage Vorarlberg

Die ASFINAG setzt die telematischen Einrichtungen (Verkehrsbeeinflussungsanlagen) entlang der A14 zwischen Pfändertunnel bis Dornbirn im Zuge der Errichtung der geplanten Verkehrskontrollplätze Lauterach und Wolfurt um. Diese Anlagen sollen die Verkehrsleitung für diese Kontrollplätze sicher gewährleisten, gleichzeitig können sie auch, mit den bereits bestehenden Anlagen zwischen Pfändertunnel und Staatsgrenze, zur Harmonisierung des Verkehrs und somit zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eingesetzt werden. Grundlage dafür ist aber die Umsetzung der Verkehrskontrollplätze. Nach erfolgter Unterzeichnung der Absichtserklärung für den Verkehrskontrollplatz Lauterach im Sommer 2024 hat nun die ASFINAG mit den notwendigen Einreichplanungen begonnen.

Die immer wieder auftretenden Kolonnen könnten nicht nur durch Änderungen der Infrastruktur selbst, etwa mit einem zusätzlichen Fahrstreifen, entschärft werden. Auch organisatorisch gäbe es Möglichkeiten, etwa durch die Freigabe des Pannenstreifens, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen, Section Control, Kollektoren, Beschränkungen und Fahrverbote. Für diese Ideen wäre allerdings eine Verkehrsbeeinflussungsanlage hilfreich. Verkehrsträgerübergreifende Maßnahmen stehen ebenfalls im Raum – also Stärkung des öffentlichen Verkehrs und die Förderung von Fahrgemeinschaften.

“Für die Situation im Industriegebiet Wolfurt-Lauterach und gerade auch dem Güterterminal ist vor allem der Vollanschluss essenziell.”

Christof Bitschi

Wären nicht auch schon mehr Fahrstreifen und eine Verkehrsbeeinflussungsanlage für Bitschi eine Lösung für den verkehrsgeplagten Knotenpunkt? “Natürlich hilft uns auch schon die Verkehrsbeeinflussungsanlage und die mögliche Öffnung von Pannenstreifen für die Autobahn an sich. Aber für die Situation im Industriegebiet Wolfurt-Lauterach und gerade auch dem Güterterminal ist vor allem der Vollanschluss essenziell.”

Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet. Diese und die weitere Vorgehensweise werden dann mit dem Land Vorarlberg besprochen, heißt es aus dem Ministerium. Der Landesstatthalter glaubt weiterhin an den Vollanschluss: “Der Minister hat uns versprochen, dass er das macht und ich gehe nach wie vor davon aus, dass das funktioniert.”