Großbetrüger-Komplizin verurteilt

Angeklagte ist für 125.000 Euro Schaden verantwortlich, ihr Freund “sitzt” bereits.
Feldkirch Ein teures Auto, selbstsicheres Auftreten, große Sprüche. So verwunderlich dies klingt, solch ein Auftreten scheint immer noch zu ziehen. Und zwar derart, dass Menschen einem Wildfremden all ihre Ersparnisse anvertrauen. Sogar eine 80-jährige Dame investierte 254.000 Euro in vermeintlich lukrative Geschäfte. Ein bereits wegen gewerbsmäßig schweren Betruges zu fünfeinhalb Jahren Haftstrafe Verurteilter behauptete, in Kryptowährungen, Luxusautos und flüssiges Viagra zu investieren. Dinge, mit denen man unglaublich viel Geld verdienen könne. Mit seiner Masche schädigte er innerhalb von fünf Jahren insgesamt 19 Opfer, Schadensbetrag: 530.000 Euro.
Ex-Lebensgefährtin
Nun sitzt seine einstige Lebensgefährtin und Mutter eines gemeinsamen Kindes auf der Anklagebank. Die Ungarin arbeitet in der Schweiz – angeblich in einem Online-Job – und verdient dabei monatlich 4500 Schweizer Franken. Die Dame wohnte mehrere Jahre mit ihrem Freund zusammen und stellte ihr Schweizer Bankkonto für Verschleierungszwecke zur Verfügung.
Die Möchtegerninvestoren zahlten kräftig ein, der Niederländer zweigte die Summen dann entweder woandershin weiter ab oder behob sie. Dass die Frau nichts davon wusste, glaubt niemand im Verhandlungssaal. Zwar bleibt die 37-Jährige bei ihrer Strategie, doch Zeugen belasten sie schwer. Immer wieder habe sie versichert, dass das alles eine sichere Sache sei. Sogar als “Bürgin” sollte sie zur Verfügung stehen, sollte ihrem Freund etwas passieren.
Kombinierte Strafe
Der in Haft sitzende Großbetrüger versuchte, die 37-jährige Ungarin zu entlasten. Sonst hätte das Kind gar keine Eltern mehr. Doch auch das durchschaute das Gericht. Die Frau wird zu einer Geldstrafe von 12.000 Euro sowie acht Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt. Olivia Lerch beantragt einen Schadenersatz von 25.100 Euro für ein von ihr vertretenes Opfer, dies wird vom Gericht zugesprochen. Zudem werden noch 5000 Euro für verfallen erklärt, das ist der Betrag, den die Frau vom Hauptbetrüger als Lohn bekam. Die Frau hat Glück, dass sie im Gegensatz zu ihrem Freund unbescholten ist und dass sie eine ausgesprochen untergeordnete Rolle spielte. Das Urteil ist rechtskräftig.