125 Gesichter der Stadt

VN / 11.05.2026 • 12:48 Uhr
Die großformatigen Porträts rund um das Stadtmuseum machen Dornbirns Stadtgeschichte sichtbar.
Die großformatigen Porträts rund um das Stadtmuseum machen Dornbirns Stadtgeschichte sichtbar.Carmen Thurnher

Das Stadtmuseum Dornbirn macht persönliche Erinnerungen zu gemeinsamer Stadtgeschichte.

Dornbirn Bereits am frühen Samstagvormittag blieben vor dem Stadtmuseum viele Besucherinnen und Besucher stehen, suchten bekannte Gesichter auf den großen Porträts und hörten die Geschichten hinter den Bildern. Punkt 10 Uhr sorgte der Chor “Mann oh Mann” für den musikalischen Auftakt der Aktion “125 Erbstücke”. “Im Jubiläumsjahr ‚125 Jahre Stadterhebung Dornbirn‘ wird sichtbar, dass eine Stadt vor allem von den Menschen lebt, die sie prägen. Vielfalt, Zusammenhalt und das gemeinsame Gestalten der Zukunft machen Dornbirn aus”, betonte Bürgermeister Markus Fäßler in seiner Rede.

Rund um die neue Museumswiese sind die 125 Porträts zu bewundern.
Rund um die neue Museumswiese sind die 125 Porträts zu bewundern.

Rund um die neu angelegte Museumswiese sowie an der Fassade des Stadtmuseums sind nun die großformatigen Porträts von 125 Dornbirnerinnen und Dornbirnern zu sehen. Hinter jedem Bild verbirgt sich ein persönliches Erbstück – und damit auch eine Geschichte, die oft weit über den materiellen Wert hinausgeht. Die Ausstellung lädt nicht nur zum Betrachten ein. Per QR-Code lassen sich die Interviews direkt an den Porträts abrufen, wodurch die persönlichen Erinnerungen der Beteiligten hörbar werden.

Der Chor Mann oh Mann stimmt musikalisch auf den Eröffnungstag ein.
Der Chor Mann oh Mann stimmt musikalisch auf den Eröffnungstag ein.

Menschen erzählen

Entstanden ist dabei eine Freiluftausstellung, die Stadtgeschichte aus einer ungewohnten Perspektive erzählt. Nicht Akten oder Chroniken stehen im Mittelpunkt, sondern Menschen und ihre Erinnerungen. “Menschen machen Geschichte”, erklärte Museumsleiterin und Kuratorin Petra Zudrell bereits im Vorfeld. Jeder Mensch lebe in einem Generationenzusammenhang, und genau diese Beziehungen würden durch die mitgebrachten Erbstücke sichtbar werden.

Museumsleiterin Petra Zudrell sieht die Ausstellung als Zeichen für Vielfalt und Zugehörigkeit in Dornbirn.
Museumsleiterin Petra Zudrell sieht die Ausstellung als Zeichen für Vielfalt und Zugehörigkeit in Dornbirn.

Die Geschichten hinter den Gegenständen sind ebenso unterschiedlich wie die Menschen selbst. Bei den Interviews wurde viel gelacht, manchmal aber auch geweint. So erzählte Helga von einem Wohnungsbrand, bei dem sie alles verlor – bis auf einen Cowboyhut, der heute zu ihrem wichtigsten Erinnerungsstück geworden ist. Gustavo wiederum greift bei Heimweh nach Kolumbien zu einem Anzug aus der Schneiderei seiner Familie. Andere brachten Instrumente, Schmuckstücke, Geschirr oder Alltagsgegenstände mit, die über Generationen weitergegeben wurden.

Veronika Bohle entdeckte sich beim Rundgang und zeigte sich stolz, dass sie ein Teil der besonderen Aktion sein darf.
Veronika Bohle entdeckte sich beim Rundgang und zeigte sich stolz, dass sie ein Teil der besonderen Aktion sein darf.

Die Porträts fügen sich dabei wie Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen. Sie zeigen Dornbirn als Stadt vieler Geschichten, Kulturen und Lebenswege. Manche Familien leben seit Generationen hier, andere sind erst vor wenigen Jahren angekommen. Gemeinsam erzählen sie dennoch eine Geschichte von Zugehörigkeit.

Bürgermeister Markus Fäßler betonte in seiner Rede, was Dornbirn ausmacht: Die Menschen, die für den Zusammenhalt und die Vielfalt der Stadt stehen
Bürgermeister Markus Fäßler betonte in seiner Rede, was Dornbirn ausmacht: Die Menschen, die für den Zusammenhalt und die Vielfalt der Stadt stehen.”

Auch musikalisch stand der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt. Vor und in der Kirche St. Martin kamen Chöre aus ganz Dornbirn zusammen, um gemeinsam die “Ode an die Freude” sowie Lieblingslieder der einzelnen Chöre anzustimmen. Damit wurde der Eröffnungstag nicht zufällig auch zu einem Zeichen des Miteinanders am Europatag.

Blumen und Dank gab es von der Museumsleiterin Petra Zudrell an Fotografin Sarah Mistura und Journalistin Theresia Bilgeri für die gelungene Umsetzung.
Blumen und Dank gab es von der Museumsleiterin Petra Zudrell an Fotografin Sarah Mistura und Journalistin Theresia Bilgeri für die gelungene Umsetzung.

Bürgermeister Fäßler und Petra Zudrell bedankten sich bei allen Beteiligten, insbesondere bei Journalistin Theresia Bilgeri, die die Interviews führte, Fotografin Sarah Mistura, der Werbeagentur Irr für die grafische Umsetzung sowie dem Werkhof für die technische Realisierung. Aus vielen kleinen Familiengeschichten entstand so ein gemeinsames Stück Dornbirner Geschichte. Hörbar auch unter: stadtmuseum.dornbirn.at. cth

Die Ausstellung verbindet persönliche Erinnerungsstücke mit der Geschichte der Stadt Dornbirn.
Die Ausstellung verbindet persönliche Erinnerungsstücke mit der Geschichte der Stadt Dornbirn.
Auch die Dornbirner Chöre standen an diesem Tag im Mittelpunkt und hatten gleich mehrere Auftritte vor dem Stadtmuseum, auf dem Marktplatz und in der St. Martins Kirche.
Auch die Dornbirner Chöre standen an diesem Tag im Mittelpunkt und hatten gleich mehrere Auftritte vor dem Stadtmuseum, auf dem Marktplatz und in der St. Martins Kirche.
 Die Porträts an der Fassade des Stadtmuseums laden dazu ein, Stadtgeschichte neu zu entdecken.
Die Porträts an der Fassade des Stadtmuseums laden dazu ein, Stadtgeschichte neu zu entdecken.
Die Porträts an der Fassade des Stadtmuseums laden dazu ein, Stadtgeschichte neu zu entdecken.
Die Porträts an der Fassade des Stadtmuseums laden dazu ein, Stadtgeschichte neu zu entdecken.
Die Ausstellung „125 Erbstücke“ entstand anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Stadterhebung Dornbirn“.
Die Ausstellung “125 Erbstücke” entstand anlässlich des Jubiläums “125 Jahre Stadterhebung Dornbirn”.
Die Interviews brachten bewegende Geschichten, aber auch viele persönliche Erinnerungen zum Vorschein.
Die Interviews brachten bewegende Geschichten, aber auch viele persönliche Erinnerungen zum Vorschein.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Eröffnung, um bekannte Gesichter unter den 125 Porträts zu entdecken.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Eröffnung, um bekannte Gesichter unter den 125 Porträts zu entdecken.
Die Besucherinnen und Besucher nahmen sich viel Zeit, um die Porträts zu bewundern und auch die Geschichten dahinter zu hören.
Die Besucherinnen und Besucher nahmen sich viel Zeit, um die Porträts zu bewundern und auch die Geschichten dahinter zu hören.