Martin Mittendorfer-Werke im Pulverturm

Heimat / 12.05.2026 • 17:04 Uhr
Elisabeth Walser, Martin Mittendorfer, Bianca Maria Rovetta (Kulturabteilung Feldkirch) und Thomas Summer.
Elisabeth Walser, Martin Mittendorfer, Bianca Maria Rovetta (Kulturabteilung Feldkirch) und Thomas Summer.Arno Meusburger

Steinskulpturen und Malerei zeigen die Vielfalt des Künstlers und Psychotherapeuten.

Feldkirch “Moments in Eternity …” ist der Titel der Ausstellung, bei der Martin Mittendorfer vor allem neue Arbeiten im Feldkircher Pulverturm zeigt. Zugänglich ist sie noch am 20. und 21. Mai zwischen 17 und 20 Uhr, am letzten Tag ist eine Finissage vorgesehen. Im Gespräch mit der VN Heimat stellt Mittendorfer, angesprochen auf die Unterschiedlichkeit der Werke, fest, dass er “stilmäßig sehr offen” sei.

Francesco Bianchi und Pamela Neussinger.
Francesco Bianchi und Pamela Neussinger.

Bei seiner Arbeit mit Steinen verschiedener Härte lässt er sich einerseits von dem leiten, was das Material an Brüchen, Farben und Strukturen so hergibt. “Wenn die Form schon von vornherein feststünde, wäre ich ja kein Künstler, sondern ein Kunsthandwerker”, betont Mittendorfer. Andererseits hört er aber auch “auf das, was der Geist ansagt, wohin die Reise gehen soll”.

Eneriko Jurkovic, Carmen Jurkovic-Burtscher, Jolanta Maczka, Alexandra Partsch und Erika Schneiden.
Eneriko Jurkovic, Carmen Jurkovic-Burtscher, Jolanta Maczka, Alexandra Partsch und Erika Schneiden.

Ähnlich geht der nach wie vor als Psychotherapeut tätige Künstler beim Malen vor. Er malt immer mit Acrylfarben, ergänzt diese aber durch Sand, Steinmehl, Kaffeepulver und Strukturpaste. Auf eine Grundstruktur kommen jeweils verschiedene Schichten. “Der Bildhauer ist immer ein bisschen mit dabei”, befindet Martin Mittendorfer. Oft arbeitet er auch “nass in nass”, damit das aufgetragene Material ein Eigenleben entfalten kann.

Küsntler Ewald Hotz und Claudia Zortea.
Künstler Ewald Hotz und Claudia Zortea.

Bei seiner künstlerischen Tätigkeit gibt er dem Malprozess Raum, in diesen fließen in seine psychotherapeutische Arbeit wichtige Themen wie Hoffnung und Verzweiflung immer wieder ein. Es gibt aber eine gegenseitige Beeinflussung seiner zwei Tätigkeiten. “Beim Malen oder Arbeiten am Stein fällt mir gelegentlich etwas Therapeutisches ein”.

Franz Asanger und Birgitta Greppmayr.
Franz Asanger und Birgitta Greppmayr.

Auf die Ausstellung eingestimmt hat Martin Mittendorfer bei der Eröffnung die Gäste zuerst mit eigenen Ausführungen. “Wir Menschen haben die Fähigkeit, nicht nur unser Leben zu leben, sondern unsere Existenz auch zu reflektieren. Wir haben gelernt, in die Tiefsee zu schauen und ins Weltall – und in unsere innere Welt. Zugleich geht unser Bewusstsein aber manchmal auch ganz andere Wege. Es sind die Momente, in denen wir innehalten und ganz bei uns sind, wenn uns etwas plötzlich tief berührt, und wir spüren, dass da noch etwas anderes ist, ein größeres Ganzes, mit dem wir uns verbunden fühlen. In solchen Augenblicken können wir das Wunder des Universums, der Schöpfung und allen Lebens erahnen. Und die Ewigkeit, das endlose Werden und Vergehen”.

Ein Stück weiter wies der Künstler die Gäste darauf hin, dass uns diese Momente umso mehr begegnen, je mehr wir “nicht nur einfach leben, sondern in die Tiefe gehen”. In der Natur, der Kunst und der Musik, im Innehalten und Atmen, in liebevollen Begegnungen, in der Andacht, in besonderen, ja “heiligen” Augenblicken. Er wolle mit seinen Werken die BetrachterInnen auf eine kleine Reise einladen. Einen Blick in die Tiefsee und ins Weltall, aber auch nach Afrika und Indien, auf deren Kulturen der Künstler Bezug nahm.

Zum Eintauchen in diese wunderbaren Momente der Ewigkeit lud Mittendorfer die Vernissagegäste abschließend durch die Einladung zum Schließen der Augen und erst Hören auf das Rauschen der Stille, dann auf einen Teil der Musik von der CD “Eternity and a Day” ein. AME