“Adel verpflichtet” feierlich in Au eröffnet

Große Würdigung für den Bregenzerwälder Barockbaumeister Franz Beer von Bleichten
Au Im Barockbaumeister-Museum in Au wurde am Freitag die neue Sonderausstellung “Adel verpflichtet” feierlich eröffnet. Anlass der Ausstellung ist der 300. Todestag des bedeutenden Barockbaumeisters Franz Beer von Bleichten. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, die außergewöhnlichen historischen Exponate erstmals zu besichtigen und am kunstvollen Rahmenprogramm teilzunehmen.

Obmann Walter Lingg begrüßte die Gäste herzlich. Er betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der regionalen Geschichte: “Mit unserer Geschichte wollen wir Brücken bauen, zu den Handwerkern, zur Wirtschaft, zu allen, die hier in Au leben. Sie sollen mit ihrer Vergangenheit konfrontiert werden.” Wernfried Nußbaummüller, der als Berater und Stratege in die Entwicklung der neuen Ausstellung involviert war, zeigte sich von der Ausstellung beeindruckt: “‚Adel verpflichtet‘ hat uns gut gefallen. Für Franz Beer von Bleichten sind aus einem Adelstitel nicht nur Rechte erwachsen, sondern auch Pflichten, und im Umkehrschluss sind wir wiederum seiner Geschichte verpflichtet.”

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen bedeutende Originalstücke aus der Zeit des Barock. Zu sehen sind unter anderem der originale Adelsbrief Kaiser Karls VI., das Originalporträt von Franz Beer von Bleichten und seiner Tochter Anna sowie ein bislang wenig bekannter Altarschreindeckel mit einer Darstellung des Baumeisters als Erbauer des Klosters Weißenau. Hierzu zitierte Wernfried Nußbaummüller den Kunsthistoriker Zitzlsperger, der die gemeinsame Präsentation der beiden Porträts, des Kaiserbriefs, des Adelsbriefs und des Familientestaments als außergewöhnlich bezeichnete und von einer “Weltausstellung” sprach.

Ein Höhepunkt der Eröffnung war die feierliche Enthüllung der “colonna infinita” des Vorarlberger Künstlers Gottfried Bechtold im Museumspark. Eine eigens für das Museum geschaffene kleinere Edition erscheint in limitierter Auflage von 300 signierten Exemplaren. Hergestellt wurde sie von Florian Klauser, der dafür eigens eine spezielle Schalung anfertigte. Er legte dabei besonderes Augenmerk auf die Qualität des Betons. “Beton ist eine Wissenschaft”, meinte der junge Bauunternehmer und erklärte, dass mehrere Versuche notwendig gewesen seien, bis die Säulen den Vorstellungen entsprachen.

Anschließend fand in der Rehmer Kirche ein Künstlergespräch zwischen Bechtold und Nußbaummüller statt. Dort sprach der Künstler über seine Verbindung zum Barock: “Am Barock gefällt mir besonders diese Unerschrockenheit, die Verneinung der Reinrassigkeit, wie sie in der Gotik oder der Romanik vorkommt. Das empfinde ich als etwas Erfrischendes.” Bereits während der Eröffnung nutzten zahlreiche Kunstliebhaber die Gelegenheit, eine signierte Ausgabe der limitierten Edition “colonna infinita” von Gottfried Bechtold direkt vor Ort zu erwerben.

Lobende Worte fand auch Theresia Fröwis, die als Leiterin des Museums in Bezau eng mit dem Barockbaumeister-Museum verbunden ist. Beide Häuser widmen sich der regionalen Barockbaukunst. Fröwis gratulierte zur gelungenen Ausstellungseröffnung und betonte: “Es ist wichtig und sehr erfreulich, dass die Barockbaumeister des Bregenzerwaldes nach langer Zeit eine entsprechende Würdigung erfahren.”
Besonders hervorgehoben wurde auch das große Engagement von Obmann Walter Lingg, Museumsleiterin Bernadette Lingg und des gesamten Museumsteams, die mit viel Einsatz die Ausstellung und deren Eröffnung gestaltet haben. MAM














