Immo-Preise stagnieren auf hohem Niveau

VN / 29.05.2026 • 17:34 Uhr
Immo-Preise stagnieren auf hohem Niveau
Immobilien sind teuer in Vorarlberg: Im Bundesländer-Vergleich sind die Preise von Baugrundstücken, Wohnungen und Häusern alles in allem nur in Wien noch höher. Foto: VN/Steurer

Baugrund: Lech mit mehr als 2100 Euro pro Quadratmeter im bundesweiten Spitzenfeld.

SCHWARZACH. Es gibt Gegenden in Österreich, in denen man in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich nur gut zwölf Euro hinlegen musste, um einen Quadratmeter Baugrund zu bekommen. In Großharras, im niederösterreichischen Weinviertel, ist das zum Beispiel der Fall gewesen. Das ist Daten zu entnehmen, die die Statistik Austria gerade für alle Gemeinden und die Jahre 2021 bis 2025 zusammengefasst veröffentlicht hat.

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In Vorarlberg ist man nicht weit gekommen mit zwölf Euro. In Riefensberg, Hittisau und Sibratsgfäll war der Durchschnittspreis mit 120,60 Euro zehn Mal höher und in allen übrigen Gemeinden lag er noch weiter darüber. Am höchsten war er in Lochau (1165 Euro), Bregenz (1264 Euro) und Lech (2108,10 Euro). Das dortige Niveau war auf der anderen Seite eher selten im übrigen Österreich. Zu den Ausnahmen zählte dort Kitzbühel (Tirol) mit rund 2600 Euro.

Immobilien sind teuer in Vorarlberg. Für das vergangene Jahr allein weist Statistik Austria ausschließlich sogenannte Medianpreise nach Bundesländern aus. Vorarlberg befindet sich demnach in allen Segmenten auf Platz zwei nach Wien. Median bedeutet, dass die Preise in einer Hälfte der Fälle niedriger und in der anderen höher sind. Hierzulande betrug der Median bei Baugrundstücken 2025 640 Euro pro Quadratmeter.

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Immerhin: Damit war er niedriger als 2024 (682 Euro). Wie der Wohnbauexperte Wolfgang Amann analysiert, ist eine Dynamik gestoppt worden, die er als „exorbitant“ bezeichnet: „Davor sind die Preise durch die Decke gegangen und haben sich vervielfacht.“ Tatsächlich: 2015 lag der Medianpreis bei schon steigender Tendenz bei 248 Euro. In weiterer Folge ist er dann noch um mehr als das Zweieinhalbfache gestiegen.

Gestiegen sind im Laufe der Zeit auch die Medianpreise für Wohnungen und Häuser. Bei ihnen war der Höhepunkt aber schon 2022 bzw. 2023 erreicht. Im vergangenen Jahr befanden sich die Preise pro Quadratmeter sowohl bei Wohnungen (mit 5000 Euro) als auch bei Häuern (mit 5077 Euro) unter dem damaligen Spitzenniveau.

Immobilienreport Gespräch mit Martina Rietzler und Manfred Miglar
„Die Preise entwickeln sich genauso wie der Markt: komplett seitwärts”, sagt Martina Rietzler von Raiffeisen Immobilien. Foto: VN/Rhomberg

„Die Preise entwickeln sich genauso wie der Markt“, sagt Martina Rietzler, Geschäftsführerin von Raiffeisen Immobilien Vorarlberg: „Komplett seitwärts.“ In Bezug auf Grundstücke sei die Nachfrage überschaubar, gehe am ehesten noch bei kleinen etwas, aber zu niedrigeren Preisen als vor zwei, drei Jahren. Bei Häusern über einer Million Euro sei es schwierig geworden, im Bereich von 600.000, 700.000 Euro laufe es recht gut. Bei Wohnungen wiederum seien „leicht gebrauchte“ gefragt, die zehn, 15 Jahre alt sind.

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Worauf ist das alles zurückzuführen? „Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor schwierig. Vor allem, was die Finanzierung durch gewerbliche Bauträger, aber auch Käufer (einzelner Wohnungen etwa) betrifft“, erklärt Amann: „Ein Anstieg der Preise ist daher nicht zu erwarten vorerst.“

Wolgang Amann
„Die Rahmenbedingungen sind nach wie vor schwierig”, analysiert Wolfgang Amann: Vor allem, was die Finanzierung von Immobilien betreffe. Foto: IIBW

Laut Rietzler wäre das Interesse an Immobilien da, hapert es häufig jedoch an der Entschlussfreudigkeit: „Im Moment ist es wieder besser, ganz stark haben wir das aber im vergangenen Jahr gemerkt.“ Da habe bei vielen die „innere Zustimmung“ gefehlt, ein Haus oder eine Wohnung zu kaufen. Mögliche Erklärung? „Da merkt man die allgemeine Verunsicherung, die in der geopolitischen Lage begründet ist.“