“Vielleicht nehme ich mir den Fritz zum Vorbild”

“Hohentwiel-Urgestein” Kapitän Robert Kössler kann sich eine “Verlängerung” vorstellen.
Hard “Böse Zungen sagen, ich sei mit der Hohentwiel verheiratet – ist ein Gerücht, richtig ist: Ich habe auf der Hohentwiel geheiratet, das war 1998 und ich war damals schon einige Jahre auf dem Schiff unterwegs …”, stellt Robert Kössler klar und findet eine Erklärung für solche Vermutungen: “Ich bin in der Tat schon eine Ewigkeit an Bord. Nach der ersten Saison 1990 waren Schreinerarbeiten auf dem Schiff zu erledigen – Käpt’n Kloser fragte, ob ich interessiert wäre. Als gelernter Tischlermeister kein Problem, lag ja vor der Haustüre.
Gekommen, um zu bleiben
“Was soll ich sagen? Als die Arbeit getan war und der Dampfer auf seine zweite Saison vorbereitet wurde, wurde mir angeboten, als ‚Schiffstischler‘ an Bord zu bleiben – gibt ja immer was zu tun …” Weil ein Tischler nicht ausgelastet ist, hat er die nautische Ausbildung begonnen und nach zwei Sommern auf See war er ausgebildeter Steuermann mit Patent, sein beruflicher Umstieg fixiert: Er war gekommen, um zu bleiben.


Auch “in der Maschine”
Im Team mit Reinhard Kloser und Adi Konstatzky absolvierte er Hunderte Fahrten mit dem Dampfer und erkannte bald, dass man mit einer so kleinen Crew, in der es immer wieder Wechsel gab, höchst flexibel sein muss, um personelle Engpässe zu überbrücken. Also tauschte er die Kapitänsuniform und schlüpfte in die “Blaue”, um auch eine Ausbildung als Maschinist zu machen. Ab 2002 war er – wenn Not am Mann war – auch “in der Maschine” im Einsatz und ist aktuell auf der Brücke und als Maschinist der Mann, der auch den nautischen Nachwuchs ausbildet.

Generationswechsel steht an
Auf diese Ausbildung legt er großen Wert, denn “es zeichnet sich ab, dass auf den beiden Schiffen über kurz oder lang eine junge Mannschaft am Ruder nachrücken wird, denn ich und mein Kollege Fritz Köchle von der Oesterreich sind keine Zwanzig mehr”, meint er schmunzelnd.

Als Hobby noch schöner
“Fritz ist ja schon in Pension, für ihn ist ‚Schifflefahren‘ heute fast so etwas wie sein Hobby”, lacht der Seebär, der heuer in seine 36. Hohentwiel-Saison gestartet ist. “Eine fehlt dann noch, 2027 habe ich meine 45 Beitragsjahre beisammen – und dann könnte ich mir vorstellen, so wie Fritz als ‚Teilzeit-Kapitän‘ an Bord zu bleiben, denn die Schifffahrt macht mir auch nach so vielen Jahren immer noch großen Spaß.”
Für Pension “gerüstet”

“Angst”, dass ihm langweilig werden könnte, hat er “für die Zeit danach” nicht, denn er bereitet sich schon sorgfältig darauf vor: “Zu meinen Hobbys Motorradfahren – dafür habe ich eine Oldtimer-Maschine Moto Guzzi, Baujahr 1988 – und Reisen gibt es im großen Haus, in dem wir mit unseren drei Kindern eine Art Wohngemeinschaft haben, genug zu tun. Und vor ein paar Monaten habe ich mir einen alten Traum erfüllt und ein Wohnmobil gekauft, das natürlich genützt werden will.” STP
Zur Person
Robert Kössler
Geboren am 19. September 1964
Wohnort: Hard
Beruf: Tischlermeister, Kapitän, Maschinist
Familie: verheiratet, drei Kinder
Hobbys: Hohentwiel, Motobiken, Reisen
Lebensmotto: Weniger ist oft mehr






